Wolkenschieberin Lieselotte Pulverfass

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Pedram Shahyar – Friedensaktivist oder Trojanisches Pferd? – Teil 3

Teil 3 von 6

05. Oktober 2014

von Lieselotte Pulverfass

3.   Pedram Shahyars Aktivitäten auf dem politischen Parkett und als „Revolutionstourist“ (taz)

Der Anfang dieses Kapitel skizziert eine kleine – und mit Sicherheit noch längst nicht vollständige – Liste der Aktivitäten von Pedram Shahyars Beteiligungen an Protesten, Aktionen, Umstürzen und Demonstrationen:

Details bei Wiki              Als Mitglied von Attac Planung und Beteiligung an

diversen Aktionen der Organisation.

November 2003            Unterwanderung und Übernahme der Montagsdemos

gegen „Hartz IV“ und

April 2004   (6) *            Organisation einer Großveranstaltung gegen Hartz IV

*      (Zahl)     Alternativlinks, falls die Originaldokumente gelöscht wurden.

September 2005           Öffentliche Nazi-Müll-Entsorgung 

2005 bis 2007               Organisation der G8-Proteste (Attac)

Juni 2009                      Organisation einer Demo zur Unterstützung der

iranischen „grünen“ Revolte in Berlin

Juli 2009                       Unterstützung der iranischen Bewegung für

Demokratie und Emanzipation im Kampf

gegen die Präsidentschaft von Ahmadinedschad

2010/2011                     Aufruf zu Protesten gegen Stuttgart 21

seit 2011                       Unterstützung der „Revolution“ in Kairo mit mehrfachen

Besuchen vor Ort

Nov. 2012                     Teilnahme an Protesten in Madrid, Spanien

„Echte Demokratie jetzt“

2012 / 2013                  Unterstützung Blockupy

2013                             Unterstützung der Tamarod-Bewegung Ägypten

Juni 2013                      Unterstützung Aufstände im Gezi-Park / Istanbul/Türkei

Nov. 2013                     Beteiligung an der Planung von Blockupy Europa 2014

ab Mai 2014                 Montagsmahnwachen in Deutschland

Einen Einblick in die verschiedensten Aktivitäten, v. a. auch in die Taktik der Unterwanderung und Spaltung von Bewegungen, vermitteln Auszüge aus Interviews, Zeitungsberichten und Blogeinträgen. An dieser Stelle nur ein paar exemplarische Beispiele, im nächsten Kapitel führe ich noch ein paar konkrete Fälle zu Shahyars Zeit bei Attac auf.

Wer sich tiefer in die Hintergründe einlesen will, dem empfehle ich, in den am Ende dieses Kapitels aufgelisteten Links zu stöbern.

Gerne scheint Shahyar vor allem auch soziale Medien wie Facebook und Twitter zu nutzen, um Einfluss auf die politische Entwicklung von Bewegungen zu nehmen.

Aus einem Interview bei der TAZ zum G8-Gipfel 2006  (7)

„Ich arbeite bei der von der Linksfraktion im Bundestag eingerichteten Kontaktstelle zu den sozialen Bewegungen. Ich bin natürlich sehr stark durch Attac sozialisiert. Ich bin gleichzeitig aktiv in einem undogmatischen, radikalen, linken Netzwerk. Von dort nehme ich mir viele Impulse für meine politische Arbeit. Und gleichzeitig arbeite ich im Rahmen der Linksfraktion. (…)

Mit 17 bin ich in eine trotzkistische Gruppe hineingeraten, zu der ich zehn Jahre gehörte. Als dann 1999 die Globalisierungsproteste in Seattle stattfanden und die globalisierungskritische Bewegung in Deutschland entstand, sprang der Funke auf mich über.“

 Die TAZ über den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007  (8)

„Auch Pedram Shahyar, 33, distanzierte sich von den Angriffen auf zwei Verkehrspolizisten in Rostock: „Es gibt keine Rechtfertigung für diese Angriffe.“ Wie Rätz gehört Shahyar gleichzeitig zu Attac und zur Interventionistischen Linken (IL), aus deren Block heraus vermummte Demonstranten einen Polizeiwagen angegriffen hatten.“

Die Kritik innerhalb der beteiligten Organisationen am Verlauf der G8-Proteste ging auch an Pedram Shahyar nicht spurlos vorbei. Als er 2007 in Heiligendamm entgegen der im Planungsgremium gefassten Beschlüsse zur Gewaltfrage ein vom Inhalt her anderslautendes Interview gibt, hagelt es massive Proteste und Beschwerden innerhalb der Planungsgruppe über seinen Alleingang in der Öffentlichkeit (Presse) und das Sprechen für die ganze Bewegung z. B. hier bei

gipfelsoli.org: (9)

„Was auf keinen Fall passieren sollte, sind allgemeine Feststellungen im Namen der gesamten Bewegung, wie das z.B. Peter Wahl in der eingangs zitieren Pressekonferenz gemacht hat – oder wie das bei Pedram Shahyar anklingt, wenn er unter Verweis auf die von attac stark gemachte Position weitgehend friedliche Proteste verspricht – Stichwort: „keine Gewaltwelle“. Eine solche Eingemeindung ist vor allem deshalb inakzeptabel, weil hierdurch ausgeblendet wird, dass sich viele AktivistInnen nicht mit der vom hegemonialen Gewaltbegriff zur Verfügung gestellten Spielwiese begnügen werden.“

Dem aufmerksamen Leser wird hier auch ein weiterer Widerspruch auffallen: einerseits die öffentliche Stellungnahme Shahyars als Attac-Sprecher mit einer eindeutigen Ablehnung jeglicher Gewalt, andererseits ist er in der linksextremistischen Vereinigung Interventionistische Linke organisiert, die für die massiven Angriffe und Provokationen verantwortlich waren. Wie passt das zusammen?

Hier berichtet die Taz über Shahyars Beteiligung beim Aufstand in Ägypten 2011: (10)

„Shahyar ist nun zum siebten Mal in Kairo, seit 2011 der Aufstand begann. (…)

Als am 12. Juni ein Pianist sein Klavier auf den Taksimplatz schiebt, um vor Tausenden Demonstranten zu spielen, steht auch Shahyar in der Menge. Mit Gasmaske, Helm, Schutzbrille. Tausende Menschen weinen, das Bild geht um die Welt. Shahyar macht ein Foto für Facebook. (…)

Im Stadtteil Cihangir schleppte Shahyar sich dann die steilen Treppen hinauf, Tränengaswolken, er konnte kaum atmen. Er wollte an diesem Abend unbedingt auf den Taksimplatz, mit eigenen Füßen dort stehen. Da war er plötzlich wieder Rhadjiv.

Manchmal nennt er sich auch Val oder Mefi. Er mag die Idee, dass er sein kann, wer er will. Als Val schrieb er in linken Postillen kulturkritische Texte über Theater und Lifestyle. Als Mefi treibt er sich nachts in Fetischklubs rum, nachdem er vorher Tango tanzen war, stundenlang. Mefi kommt von Mephisto. Als Rhadjiv trifft man ihn an Brettspielabenden oder bei Straßenschlachten. Das ist Adrenalin.

Als Blogger und Aktivist fährt er an Revolutionsstätten weltweit. Shahyar besuchte Platzbesetzungen in Madrid, Demonstrationen in Buenos Aires, Gipfelproteste in Evian oder Prag. In seinem Blog pedram-shahyar.org beschreibt er seine Erfahrungen. Shahyar ist Mitglied bei Attac und in der linksradikalen Interventionistischen Linken.“

Erfundene Parallelexistenzen, Fetischklub?

Da fragt man sich unwillkürlich, wozu Mensch so eine Verschleierungstaktik benötigt.

Pedram Shahyar feiert übrigens zwei Mal im Jahr Geburtstag, einmal im April und einmal im Oktober, gefunden auf Facebook:

fakegeburtstag

Die TAZ (11) bezeichnet Shahyar als den „Inbegriff des Aufstandstouristen“:

„Frage: Im letzten Jahr haben Sie die Tamarod-Bewegung in Ägypten unterstützt. Resultat sind heute eine Militärregierung und mehr als tausend Todesurteile über die Muslimbrüder. Kann man immer wieder mit Naivität an Bewegungen herangehen?

Shahyar: ‚Bewegungen können immer schiefgehen. Aber es sind die Naiven, die etwas angestoßen haben, und nicht die zynischen Kommentatoren. Als Rosa Parks zur Zeit der Rassentrennung in den USA im Bus saß und nicht aufstand, war das ein naiver Akt. Auch verschwurbelte Gedanken gehören zu jeder Bewegung dazu. Als Linker muss man sich dem aussetzen – und nicht das Feld räumen, wenn einem Elemente in einer Bewegung nicht gefallen.'“

Ist es tatsächlich nur journalistisches oder wissenschaftliches Interesse an sozialen Bewegungen und das Adrenalin, was Pedram Shahyar durch die halbe Welt reisen lässt? Ist nicht eher zu vermuten, dass seine Aktivitäten auch und in erster Linie eine politische Beeinflussung dieser Bewegungen als Motivation haben? Mögliche Antworten gibt uns das nächste Kapitel.

Weiterführende Links:

Ägypten – The Revolution was Televised (12)

Artikel Neues Deutschland – Die Chemie stimmt (13)

jungefreiheit.de – Etwas Frieden am Brandenburger Tor

Von Köln bis Berlin – Proteste vereinnahmt (14)

ANTI-G8-AKTIONSKONFERENZ (15)

ak Teil des Problems, nicht Teil der Lösung (16)


…. In Teil 4 geht es weiter mit

Hintergründe zu Attac – Bewegungsstiftung – Campact,

Finanzierung von Protestbewegungen

Teil 1

Teil 2

Teil 5

Teil 6

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1 Kommentar

  1. Jens Frank Fotografie sagt:

    Schade, diese Analyse kommt [zu] spät.

    Gefällt mir

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