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Pedram Shahyar – Friedensaktivist oder Trojanisches Pferd? – Teil 5

Teil 5 von 6

08. Oktober 2014

von Lieselotte Pulverfass

5. Otpor! und internationale Geldgeber

Es ist hinreichend bekannt, dass so gut wie jede Revolution und jeder Aufstand von Geostrategen geplant und wie z. B. auch in Ägypten durch Stiftungen finanziert wurde. Im Fall der ägyptischen Aufstände waren dies Freedom House und National Endowment, US-Stiftungen, die eng sowohl mit dem State Department, dem US-Kongress, sowie den Geheimdiensten verknüpft sind.

Der US-Geheimdienst nutzt die Beraterfirma Otpor!, heute CANVAS, um Revolutionäre aus aller Welt schulen zu lassen, natürlich im Sinne der US-Geostrategie für „Demokratie“ nach westlichem Vorbild. Die Finanzierung von Otpor! erfolgt über ein Geflecht von westlichen Organisationen u. a.  NED (eine durch das US-Außenministerium finanzierte Stifung), Freedom House (amerikanische NGO) und Open Society Foundations (OSF) – die Stiftung von George Soros. Kofinanzier der OSI von Soros sind u. a. die Rockefeller Foundation. die Bill & Melinda Gates Foundation, die Robert Bosch Stiftung, die NATO, die Ford Foundation und die Rockefeller fellowship.

William Engdahl schreibt dazu:

Die Hauptakteure von Otpor! oder heute CANVAS (Centre for Applied Nonviolent Action and Strategies), die in rund 50 Staaten aktiv sind, führen einen Plan aus, der in Wahrheit in Washington erstellt wird, um Regime zu stürzen. Die Staaten, auf die sie abzielen, wie zuletzt Ägypten und so weiter, sind genau jene Staaten, die auf einer Pentagonliste für Destabilisierung und Regimewandel stehen.“

Otpor! (übersetzt Widerstand!) ist eine in den 1990er Jahren in Serbien entstandene Organisation, die aktiv die Opposition in Osteuropa unterstützte und bei politischen Umstürzen Hilfestellung leistete. Unter anderem war sie an dem Sturz des serbischen Präsidenten Slobodan Milošević beteiligt, außerdem bei Aufständen und Revolutionen in Georgien, Weißrussland, der Ukraine.

„Markenzeichen“ von Otpor! ist die erhobene Faust als Zeichen für anscheinend erfolgreichen Widerstand des Volkes, dahinter steht jedoch eher Strategie und Kapital.

otpor faustBildquelle

Die Erfolge ihrer Einsätze in diversen Bewegungen machte sich Otpor! zunutze und gründete 2004 die Agentur Centre for Applied Nonviolent Action and Strategies, kurz CANVAS. Angehende Revolutionäre erhalten hier theoretisches Know how in Form von strategischen Schulungen, Hilfestellung bei Kontakten zu finanzkräftigen Unterstützern, Infomaterial und Mithilfe beim Aufbau von medialen Netzwerken über Facebook und Twitter.

Zitat Wikipedia:

„Die grundlegende Idee von Otpor besteht darin, in einem Land, dessen politische Führung mit aus westlicher Regierungssicht autoritären oder diktatorischen Mitteln regiert, durch gut organisierte friedliche Revolutionen freie Wahlen zu ermöglichen und so demokratisch legitimierte Regierungen zu installieren. Hierbei wird besonders auf teilweise verdeckte und auch offene finanzielle Unterstützung durch westliche Organisationen staatlichen und privaten Charakters gesetzt.“

Auch in der arabischen Welt ist die Unterstützung durch Otpor! durchaus willkommen. So half die Umsturzfirma bei den Aufständen in Lybien, Syrien, Bahrain und Tunesien. Als sich 2011 in Ägypten die Revolte gegen die Regierung Mubaraks entzündete, sah man auch hier die vertrauten Bilder der Otpor!-Faust auf den Straßen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu in ihrem Artikel Die Umsturz GmbH:

„Als in Kairo die Demonstranten schwarze Fahnen mit einer erhobenen weißen Faust schwenkten und diese Bilder um die Welt gingen, da konnten einige junge Männer in Belgrad die Genugtuung kaum verbergen. Die geballte Faust ist das Logo der serbischen Widerstandsgruppe Otpor. Ägyptische Aktivisten der „Jugendbewegung 6. April“ haben sich nach eigenen Angaben von serbischen Kollegen inspirieren lassen, die einst mit friedlichen Methoden dem Regime von Milosevic das Leben schwermachten.

proteste-welt   Bildquelle

Aus Otpor ist das Belgrader Zentrum für gewaltlose Aktionen hervorgegangen, eine Art Umsturz GmbH. Wer gegen Diktatoren und Populisten im eigenen Land protestieren will, der holt sich Ratschläge von Leuten wie Srdja Popovic, einem der führenden Köpfe des Zentrums. „Es stimmt, dass wir in den vergangenen Jahren Aktivisten aus Ägypten, Tunesien und Iran getroffen haben“, sagt Popovic.“

Filmtipp zu Otpor:

Reportage ORF Die Revolutionsprofis

Schon zu Beginn des Jahres 2011 hatten amerikanische Regierungsstiftungen ihren Einfluss auf die ägyptischen Aufständischen, hier insbersondere auf die Jugendorganisation „6. April“ genommen, um diese strategisch und finanziell zu unterstützen.

Noch ein Parteibuch weiß folgendes darüber zu berichten:

„In Ägypten unterstützen Freedom House und der American Islamic Congress seit geraumer Zeit auf finanziell bescheidenem Niveau sich über das Internet vernetzende Menschenrechts- und Demokratisierungsgruppen wie Kifaya und die April 6 Youth. So sind ägyptische Demokratie-Aktivisten zu hochrangigen Kontakten mit dem Politbetrieb der USA gekommen, die in zahlreichen Fotos und Presseerklärungen der vergangenen Jahre sowie in einer vom britischen Telegraph geleakten US-Botschaftsdepesche dokumentiert sind. (…)

Die Proteste in Ägypten begannen am 25. Januar 2011, dem Tag des Zorns, der eigentlich Tag der Polizei ist. Wie Dalia Ziada, die junge mit Barack Obamas Seniorberaterin Valerie Jarrett persönlich bekannte Chefin des Büros des American Islamic Congress in Kairo in ihrem Blog erklärte, wurden die Proteste insbesondere über eine Facebook-Gruppe zur Solidarisierung mit dem letztes Jahr von Polizisten in zivil totgeschlagenen ägyptischen Demokratie-Aktivisten Khaled Said organisiert. Dabei ist die Unterscheidung zwischen den einzelnen von US-Organisationen unterstützten Demokratie- und Menschenrechtsgruppen wie der April 6 Youth nicht sonderlich relevant, denn auch die April 6 Youth hat sich da natürlich beteiligt und außerdem wichtige Vorarbeiten geleistet.“

Nun ist es bis dato kaum zu klären, ob Pedram Shahyar direkt durch diese einflussreichen Stiftungen finanziert wurde, die Wahrscheinlichkeit allerdings ist groß; ob nun – wie Attac-Vordenkerin Susan George – über George Soros‘ OSF, durch globalistische Konzerne oder Stiftungen der US-Regierung sei dahingestellt. Der Verdacht ist naheliegend, da sich auf seinem Facebookprofil entlarvende Kommentare finden zu seinen Geldgebern, hier u. a. wird die Firma ESSO namentlich benannt: Zitat

Pedram Shahyar: also ich hab bei meinen geldgebern aus der region angefragt: Dipfelmoder und Benny sponsoren kein problem – der derbe suit in der 5 sterne-hotel geht aber nicht klar, also normal buisnes-lounge. dafür hab ich drauf bestanden, dass ne dicke Limo uns am flughafen abholt – geiles teil mit 8 türen, derbe boxen mit hiphop und ne Bar drin“

„Pedram Shahyar: kein ding, steht eh auf der Agenda – paar heohe militärtypen kommen auch zum flughafen, aber in der Limo nehmen die nicht mit. ich hab meinen neuen derben rechner eh auch von Esso gesponsort bekommen, die zahlen auch die Flugkosten für meine büro-mitarbeiter/innen. übrigens, wir brauchen dringend eine gemeinsame europäische linie – die amis sind jetzt mal nicht so das problem, aber die chinesen alter – mann! sind die schnell! die rocken uns das feld weg – aber wir kommen ja jetzt :_)“

Hier ein Screenshot der gesamten Unterhaltung:

Bop Ratko1

Es ist allerdings unklar, ob diese Konversation und insbesondere die Äußerungen von Pedram Shahyar ironisch oder ernst gemeint sind. Unbestreitbar und völlig unmissverständlich allerdings ist eine Aussage von Pedram Shahyar in der Wochenzeitung Der Freitag, in der er unzweideutig die Schulung der durch ihn unterstützten Jugendorganisation „6. April“ bei Otpor! begrüßt und ankündigt, sich dort schulen zu lassen.

Pedram Shahyar schreibt in Der Freitag am 20.05.2011:

„Aktivisten von „6. April“ waren im Herbst zuvor zu Besuch im Schulungszentrum von der Gruppe „Otpor“ in Belgrad, die Bewegung, die die Diktatur von Milosevic zum Sturz brachte. Viele an Organisierungsformen und Taktiken für Straßenaktionen wurden von dort übernommen. Aktionstrainer haben hier Erfahrungen aus urbanen Mobilisierung verallgemeinert, auch Formen der Organisation. Sowohl bei Otpor als auch in den Kairoer Gruppen findet man eine Homologie in Form von Netzwerken, in denen autonomen Arbeitsgruppen mit einer zentralen koorinierenden und repräsentativen Struktur gekoppelt sind.
Eine ältere Aktivisten, die viel zwischen Tunis und Belgrad pendelt, erzählte mir, dass bei Otpor gerade viel Besuch sei: viel aus Asien, Leute aus China und Thailand. Na denn, lassen wir uns schulen, ich hoffe es gibt Billigflieger aus Madrid.“

Screenshot:

Otpor FAZ

Sprachen wir im vorigen Kapitel noch über heimische Stiftungen und Auftrag- bzw. Geldgeber wie Attac, Bewegungsstiftung und Campact – obwohl Campact sich ja auch erfolgreich Mittel aus globalen Fonds wie der European Climate Foundation sichern konnte – sind hier über Otpor! wesentlich finanzkräftigere und einflussreichere Organisationen am Sponsoring beteiligt. Dass Pedram Shahyar hier diese berüchtigte, von Globalististen finanzierte NGO so jubelnd anpreist und zur Schulung aufruft, kann man kaum glauben!

Im folgenden und letzten Kapitel werde ich das Thema der Mahnwachen 2014 ausführlich beschreiben und die Vorgänge und Entwicklungen seit dem Eintreffen von Pedram Shahyar mit seinem Mitstreitern aus der linken Politszene analysieren.


…. In Teil 6 geht es weiter mit

Pedram Shahyars Einfluss auf die Mahnwachen 2014

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

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3 Kommentare

  1. Hermann-Josef Wöhlert sagt:

    Ist gut möglich das die Protestbewegungen von der US Regierung gesteuert werden. So gibt man den kritischen Menschen das Gefühl sie könnten etwas bewegen.

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  2. EL sagt:

    deswegen ab zum Alexanderplatz nach Berlin. http://www.world-wide-vote.com
    @Hermann-Josef Wöhlert…ja Leerholz ist gesteuert!

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  3. Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Friedensaktivist oder Trojanisches Pferd?

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