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Pedram Shahyar – Friedensaktivist oder Trojanisches Pferd? – Teil 6

Teil 6 von 6

13. Oktober 2014

von Lieselotte Pulverfass

6. Pedram Shahyars Einfluss auf die Mahnwachen 2014

Schaut man sich Protestbewegungen an, bei denen Attac und – hier für unseren Artikel insbesondere – Pedram Shahyar beteiligt war, versteht man, welche Mechanismen auch bei den Mahnwachen in Gang gesetzt worden sein können. Es scheint überall die gleiche Strategie abzulaufen, die darauf abzielt, die Führung an sich zu reißen, die Deutungshoheit über Begriffe und Inhalte zu erlangen, möglichst nur wenige „Führungspersonen“ als Sprachrohr für die Bewegung in den Medien zu installieren und die Ziele neu zu definieren. Meist sind diese „neuen“ Ziele nur noch ein Abklatsch der ursprünglichen Forderungen und gehen oft genug in die Wunschrichtung der eigentlichen „Feinde“.

So wie bereits 2004 die Unterwanderung und Übernahme der Hartz-IV-Demos und viele weitere, spontan entstandene Bewegungen durch die Attac-Führungsriege – inklusive Pedram Shahyar – erfolgreich vonstatten ging (siehe Teil 4), wiederholte sich das „Spiel“ bei den Mahnwachen 2014. Erst wurden „unangemessene“ Gegner „kalt“ gestellt, dann riss man die gesamte Organisation an sich, erhob sich selbst zum Sprecher der Bewegung und beförderte Gruppen und Menschen mit „anderen“ Meinungen und damit ganze Themenkomplexe hinaus.

Aber beginnen wir am Anfang! Nach Wochen der medialen Verurteilung als „neurechte“ Friedensbewegung durch Zeitungen (z. B. in der TAZ), Fernsehbeiträge und einer fast schon hasserfüllten Kampagne durch die Ex-Grünen Politikerin Jutta Ditfurth in einem 3sat-Interview und auf ihrem Facebookprofil – und darauf folgende Distanzierungsreden von Lars Mährholz – war also das Feld gut vorbereitet für die Invasion der neuen „Freunde“ aus der linken Ecke.

Die trotzkistischen Linken planten ihre Unterwanderung offenkundig und wieder einmal strategisch. Schon vor ihrem ersten Auftritt liefen im Hintergrund eifrige Gespräche in linken Kreisen zu der Möglichkeit des Eingreifens. Florian Kirner alias Prinz Chaos war der erste, der sich dann am 28.04. auf den Weg zum Brandenburger Tor machte und dort den – von allen heiß ersehnten – ersten Schritt der politischen Linken auf die Mahnwachenbühne „wagte“.

Ausführlich berichtet er darüber in einem Facebookbeitrag:

“ Meine kurze Rede am 28. April 2014, am Ende der Montagsmahnwache in Berlin, war nicht geplant und mit niemandem abgesprochen. ( …) So spontan die Rede selbst war – und für meine Verhältnisse war sie auch nicht gerade eine inhaltliche und rhetorische Glanzleistung – so sehr stehe ich dazu, die von Jutta Ditfurth geforderte und von vielen Linken mitvollzogene Blockadelinie gegen die Montagsmahnwachen durchbrochen zu haben. (…)

Sicher: mit Leuten, die Schwule oder Nicht-Biodeutsche oder Juden für minderwertig oder nicht existenzberechtigt halten, diskutiere ich nicht. Gegen die betreibe ich … Blockadepolitik, eine Politik der Ächtung: kein Fussbreit! – wobei ich zunehmend der Rassismusdefinition als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ zuneige.
Wieso habe ich dann bei der Mahnwache gesprochen? Nun, zunächst habe ich mit den dort anwesenden Menschen gesprochen. Dieser Prozess begann auf Facebook und zog sich bereits vierzehn Tage hin, bevor ich mich entschloss, mir in Berlin selbst ein Bild zu machen – denn die Kluft zwischen der Zuschreibung einer „antisemitischen / kriegslüsternen / neurechten / homophoben“ Bewegung und den Eindrücken, die ich im Chat und den Kommentarspalten sammelte, war mir unerträglich geworden. (…)

My own private Untersuchungskommission
Dort bildete ich gewissermaßen eine kleine Untersuchungskommission, zusammen mit meinem alten Genossen Pedram Shahyar. Wir trafen uns oder telefonierten zunächst mit so ziemlich allem, was wir an Kadern der radikalen Linken kannten. Das Ergebnis: während die Linke als Bewegung und Szene ihre Beurteilung der Bewegung nach außen hin längst vorgenommen, auf- und festgeschrieben hatte, herrschte bei den zentralen Akteuren offenherzigste Unsicherheit und weitestgehende Unkenntnis vor, womit man es da nun eigentlich zu tun habe. Alle hatten darüber gelesen. Nicht einer war selber dort gewesen. Alles in allem ein in seiner mangelnden Ernsthaftigkeit gegenüber einer Bewegung erstaunlicher Vorgang für … Bewegungslinke! Wir trafen uns auch mit Akteuren der Mahnwachen. (…)

Wir brachten unsere Vorbehalte deutlich zum Ausdruck. Die Äußerung etwa, die FED sei für alle Kriege der letzten 100 Jahre verantwortlich, ist zweifelsfrei ungeheuerlicher und gerade in Deutschland unerträglicher Bullshit. Wir stellten auch klar, was ein noch so weichgespülter Jürgen Elsässer bei schwulen Aktivisten und Leuten aus der iranischen Opposition auslöst und dass eine Kooperation mit ihm und seinesgleichen für uns nicht in Frage kommt.

Wir bekamen das Angebot, jeweils eine halbe Stunde auf der kommenden Mahnwache zu sprechen. Eine ganze Stunde freie Redezeit für zwei altgediente linke Kader? Wir lehnten nach einem Tag Bedenken ab. Wir hatten nicht vor, unsere Experimentanordnung durch eigenes Eingreifen zu verfälschen. Wir wollten zunächst sehen, ob die vehemente Kritik von links einen Prozess der Selbstreinigung auslösen würde, und stellten unsere Beteiligung für die kommende Woche in Aussicht. (…)

Tatsächlich waren linke Kader gut vertreten, am 28. April vor dem Brandenburger Tor. Vertreten waren dort durchaus auch einige Leute, die ich für organisierte Nazis halte. Die Grundstimmung auf dem Platz aber war alles andere als rechts, rassistisch oder homophob. Vielmehr war das genau die Sorte Leute, mit denen ich privat in Berlin abhänge: ein ausgesprochen alternatives, sehr angenehmes Völkchen. Die anwesenden Nazis waren auch bald erkennbar gelangweilt und genervt von dieser peacigen, woodstockhaften Stimmung. Auf der anderen Seite des Brandenburger Tores hielten die berühmten „Reichsbürger“ eine eigene Kundgebung ab. (…)

Aluhut für Ken? Ich sitze in einer Gruppe von Leuten, als ein Flugzeug über uns einen Kondensstreifen in den sommerlichen Himmel malt. „Achtung, Chemtrail!“ ruft einer – alle kichern und lachen los! Zwei Stunden später sind aus meiner Sicht nicht alle Zweifel beseitigt. Denn meine Zweifel sind mir heilig. Aber wenn ich an andere, anerkannt linke Demos und Bewegungen denke: was hatten wir dort nicht für Spinner herumlaufen, was wurde da nicht mitunter für reaktionärer Dreck verzapft – von der virulenten Homophobie, mit der ich mich in linken Organisationen herumgeschlagen habe, ganz zu schweigen!
Und wie viel Vorsicht war zu jeder Zeit geboten, die Ansprüche und Dauermanöver selbsternannter Bewegungsführer nicht außer Kontrolle geraten zu lassen! Diese Vorsicht ist auch hier geboten. (…)

Und trotz FED-Fetischismus und einem noch zu brechenden Einfluss reaktionärer Ideologen sind sie mir viel überzeugender, als eine pseudolinke Haltung, die „Pfui“ ruft und wild gestikulierend in der Ecke stehen bleibt, anstatt sich ins Getümmel zu begeben oder eigene Aktionen gegen den Krieg zu organisieren.
Als die Mahnwache schon fast vorbei war, fasste ich mir ein Herz. Einem spontanen Impuls folgend und ohne es mit irgendwem, Pedram eingeschlossen, abzusprechen, bat ich Lars Mährholz ums Mikrophon. Ich stieg auf die Bühne – und war mir bewusst, dass sich meine Position im politischen Koordinatensystem mit diesem Moment radikal verändern würde.“

Wo Pedram Shahyar sich auf Facebook eher wortkarg zur Motivation seines Interesses an den Montagsmahnwachen äußert, gibt „Prinz Chaos“ hier recht umfassend und nachvollziehbar die Ambitionen und Ziele der organisierten radikalen Linken (Trotzkis) preis. Auch hier schon klar erkennbar – die gezielt eingesetzte Strategie der Opferrolle.

Pedram Shahyar dagegen nutzt eher die für ihn und seine politische Karriere interessantere Variante der mitgefilmten Reden, Interviews in einschlägig linken Zeitungen wie hier in der TAZ, Junge Welt oder Veröffentlichungen auf seinem Blog. Hier bedient er vorrangig die Klischees von der „rassistischen“ und „nationalen“ Gefahr, die er auf den Mahnwachen – anfangs – in der Person des Jürgen Elsässer wegen dessen Veröffentlichungen als Chefredakteur vom Compact-Magazin ausmacht.

Bevor P. Shahyar am 05.05.2014 erstmals auf der Bühne der Montagsmahnwachen in Berlin auftrat, gab er bei „Die Freiheitsliebe“ am 01.05. ein Interview und forderte schon hier die Entfernung von Jürgen Elsässer als Redner aus der Bewegung:

„Jürgen Elsässer ist gefährlich, er hat rassistische gehetzt und steht für die nationale Antwort auf die internationale Krise, die nur im Nationalismus enden kann, und der kann in Deutschland nur barbarisch sein. Ihn auf der Mahnwache einen Podium zu geben, war natürlich nicht ok.  (…)

Ich glaube nicht, dass ein Elässer dort wieder sprechen wird. (…)

Es ist aber auch die Aufgabe von progressiven Kräften den antirassistischen und internationalistischen Konsens des Platzes zu sichern. Wir müssen drum kämpfen, dass Rassisten in der Friedensbewegung keine Bühne bekommen.“

Diese Aussage von Shahyar: „den Konsens des Platzes zu sichern (…) wir müssen darum kämpfen, dass Rassisten keine Bühne bekommen (….) “ lässt schon hier die geplante Vereinnahmung der Mahnwachen deutlich erkennen.

Schon in den ersten Auftritten und Statements zu Beginn ihres Eingreifens erkennt man bei beiden Protagonisten die erlernte Opferrolle der Trotzkisten: Prinz Chaos – schwuler Sänger und Linker – sieht auf den Mahnwachen die Gefahr von homophoben und rassistischen Tendenzen, Pedram Shahyar – als Iraner – hat Angst vor Rassisten und Nationalisten. Beide machen ihre Ängste (vorerst) an der Person und den Einstellungen bzw. Veröffentlichungen eines Jürgen Elsässer fest. Der Vorteil der angewendeten Opferrolle zeigt sich hier am Anfang in der Dämonisierung bestimmter Redner und damit auch von deren favorisierten Themen. Außerdem ist sie in Situationen hilfreich, in denen es darum geht, der Kritik an den eigenen strategischen Feldzügen eben nicht argumentativ entgegen treten zu müssen, sondern diese als Kritik an der eigenen Person und – insbesondere als Schwuler oder Ausländer – als Diskriminierung definieren und verurteilen bzw. durch Verbündete verurteilen lassen zu können.

Die – für die überwiegend unpolitischen Menschen schwer verständlichen – Begriffe der Linken werden einem erst nach und nach geläufig. Glaubte man bis dato noch, man hätte ein eher linkes oder gemäßigt konservatives Weltbild, so fragt man sich im Laufe der Entwicklung nach dem Eintreffen der Trotzkisten ernsthaft, ob der Wunsch nach Bewahrung traditioneller Werte wie der Schutz der Familie, Ablehnung der Frühsexualisierung oder eine gegenteilige Meinung zum Mainstream bezüglich der Adoption von Kindern durch schwule Paare vielleicht „homophob“; die kritische Betrachtung der sich ausweitenden Zuwanderungspolitik „rassistisch“ oder „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und die Nennung der Verantwortlichen für die Geldpolitik oder die Kritik an der FED „strukturell antisemitisch“ ist.

Fassen wir also kurz zusammen: Shahyar und Kirner stellen schon vor ihrem Eintreffen bei den Mahnwachen öffentlich klar, was sie von der Bewegung erwarten. Erste und offenbar für die linken „Retter“ enorm wichtige Forderung ist ein Bruch der Mahnwachen mit Jürgen Elsässer bzw. dessen Entfernung als Redner. Dieser augenscheinlich bereits im Vorfeld ausgemachte „Feind des Friedens“ und damit die von ihm – in seinem Compact-Magazin – vertretenden „unpassenden“, sprich konservativen, Themen werden von den linken Kadern an den Pranger gestellt. Ihre vorrangigen Inhalte sind eher diffus, man favorisiert Allgemeinplätze wie Antifaschismus, Antirassismus, Ablehnung des Nationalismus und den Kampf gegen Homophobie. Und die „Faschisten“, „Rassisten“ und „Homophoben“ machen unsere linken Freunde nicht außerhalb der Bewegung fest, sondern finden sie zuhauf unter den Teilnehmern der Mahnwachen.

Als sich Pedram Shahyar und „Prinz Chaos“ nach Gesprächen mit Mahnwachenteilnehmern und der Berliner Orga entschlossen hatten, die Veranstaltung mit ihrer Anwesenheit zu beehren, musste – ganz nach trotzkistischer Manier – also alles dämonisiert und verbannt werden, was in die vermeintlich „rechte“ Schmuddelecke gehört. Dass dies mitnichten etwas mit der Realität zu tun hat, sondern nur im Denken ideologisch verbrämter Kommunisten und unverbesserlicher Gutmenschen existiert, ist eine andere Sache. Verunsichert durch die Medien, die die Mahnwachen von Anfang an als „neurechte Querfront“ diffamierten, war Lars Mährholz offensichtlich sehr dankbar für die Unterstützung der Aktivisten aus dem linken Spektrum.

In der Folge häuften sich in unzähligen Reden, Beiträgen und Kommentaren auf Facebook „Distanzierungen von Rassismus“ und angeblichen „rechten“ Themen, gleichzeitig fand eine beispiellose Verunglimpfung bzw. Verurteilung von den Gegnern dieser Entwicklung statt. Die Kritiker wurden in Diskussionen als „nationalistisch“, als „fremdenfeindlich“ oder sogar als Nazi bezeichnet. Selbst Menschen, die bisher von sich annahmen, eher mit dem „linken“ Denken zu sympathisieren, standen plötzlich im Verdacht, „(neu)rechts“ zu sein. So endete für viele Beteiligten die Illusion, die Bewegung sei – wie anfangs verkündet – weder links noch rechts.

In einem Facebookkommentar auf der Seite vom Antifa-Aktionsbündnis gegen die „neurechte Montagsquerfront“ rechtfertigt Shahyar seine Beteiligung an den Mahnwachen, die von vielen linken Organisationen verurteilt wurde, mit einem Hinweis auf die von ihm verfolgte Strategie:

„Diese Einschätzung ist sowas von falsch, dass ich eigentlich keine Lust habe gross darauf einzugehen. es zeugt vom fehlen vom analytischen 1×1 in der Einschätzung von Kräfteverhältnissen. nur eines: hier beschlossen auf dem bundesweiten Orga-Treffen der Mahnwachen (einstimmig) mit anwesenden aus 40 Städten – beim Schloss Weitersroda von Prinz Chaos.“

Auf folgenden Kommentar von Pedram Shahyar:

„Ich wünschte ein paar mehr hätten sich in 90er mit trotzkismus auseinander gesetzt, als nur rum zu jammern wie scheisse Deutschland ist.“

antwortete P. P.:

Pedram , ich wünsche mir wie viele andere, dass ein paar mehr sich tatsächlich mit Trotzkismus auseinander gesetzt hätten. Denn das er nicht verstanden wurde, wird immer ersichtlich, wenn Trotzis wie Du werter Pedram, versuchen etwas zu unterwandern was nicht zu unterwandern ist. Das einzige was Du unterstützt ist eine brandgefährliche Querfront, vielleicht ist dies aber auch Dein Wille! In den Kopf schauen kann Dir keiner. Und jammern ? Die einzigen die jammern sind Du und Deine “ neuen Freunde“. Zu guter letzt kann man froh sein, dass die breite Öffentlichkeit keine Notiz von euch nimmt . Und die paar die es tun, schütteln den Kopf  Politisch wirst du so nur eine Bruchlandung erleiden, sonst nichts. Manchmal soll sowas ja heilsam sein. Größe haben, bedeutet auch Fehler eingestehen zu können. Manch einer hat diese Größe andere wiederum nicht Mal schauen, ob Du diese Größe besitzt.

M.B. kommentierte:

„Mal abgesehen davon,Lieber Pedram Shahyar,das eine Menge Trotzkis,die Dich schon lange kennen und an diesen Demos auch nichts zu unterwandern finden verständnislos den Kopf über Dich schütteln.Du versteckst einfach nur Deine Selbsgefälligkeit hinter Trotzky-sehr beliebte Methode,Kritik aus dem Weg zu gehen,sich hinter großen Namen zu verstecken.Vergiss es einfach.“

Screenshot dieser Unterhaltung:

antifa1

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Pedram Shahyar unternahm keinen Versuch, diese Kommentare zu entkräften, wie selbstverständlich schreiben seine Freunde hier von Trotzkismus und Unterwanderung.

Auf seinem Blog schreibt er am 24. April zu seinen ersten Eindrücken.

Zitat Pedram Shahyar:

Dieser Bewegung organisiert sich ausschließlich über das Internet. Während ich über die Ostermärsche nichts aber auch gar nichts im Facebook finden konnte, hat die Gruppe Anonymus, einer der Seiten die hier aufruft über 400.000 Follower. Und in der Tat, hier entdeckt man immer wieder Versatzstücke von dem, was ein neurechter Diskurs ausmacht. In einem Beitrag ist von „Deutschfeinden“ die Rede, der „Amerikanisierung der Kultur“ und dass Deutschland sowieso noch besetzt sei. Die Basis dieser neurechten Ideologie ist der Diskurs über Souveränität, den Jürger Elsäßer systematisch und zugespitzt führt. (…)

Wir wissen nicht, was aus diesen Mahnwachen wird. Wenn der Konflikt in Ukraine eskaliert, können sie eine große Dynamik entwickeln. Es kann genau so sein, dass sie in 2-3 Wochen ihren Momentum verlieren. Es kann aber auch sein, insbesondere wenn die linken Kräfte der Sache fernbleiben, dass sich wirklich ein neurechter Diskurs durchsetzt und wir eine deutsche Variante von der „Tea-Party“ bekommen, also eine rechtsgerichtete soziale Bewegung, die Teile der Wut gegen das Establishment kanalysiert. Aber unabhängig davon, wenn wir nicht lernen, mit Menschen die anders ticken, die wirklich anders ticken und nicht unsern Jargon bedienen, in Ruhe, mit Respekt und überzeugend zu diskutieren, dann habe ich Angst davor, wenn eines Tages wirklich die große Krise kommt..“  

linkunten.indymedia schreibt dazu: „Während also Elsässer mit seinen neuen Freunden von der Alternative für Deutschland versucht, auch in Deutschland eine schlagkräftige rechtspopulistische Bewegung aufzubauen, hätte mensch also in Ruhe abwarten können, dass sich angesichts abnehmender Teilnehmerzahlen Elsässer und Co irgendwann zu schade sind, vor den übrig gebliebenen Wutbürgern ihren Ressentiments „unter das Volk“ zu bringen.  Aber wo in diesem Lande die „Stimme der Strasse“ ertönt, sind ein paar Linke nicht weit, die die ganze Angelegenheit zu ihrer Herzensangelegenheit erklären. An vorderster Front nun also Pedram Shahyar, der als Autor u.a. für das Neue Deutschland und den ak schreibt und sowohl bei attac als auch in der Interventionistischen Linken organisiert ist.“

Zu den trotzkistischen Hintergründen der Intervention von Shahyar und Kirner alias Prinz Chaos passt folgender Artikel vom 19.05.2014 im Neuen Deutschland, in dem Prinz Chaos sogar die Strategie seines von ihm verehrten Revolutionsguru seiner Jugendsekte Linksruck ausgiebig erläutert.

Prinz Chaos Montags Quelle

Im Mai 2014 versuchte man also – kurz nach dem „Eintreffen“ der linken „Besucher“ – Jürgen Elsässer als Sprecher auszugrenzen, indem man der Erfurter Mahnwache in einem offenem Brief „empfahl“, diesen dort nicht sprechen zu lassen. Die Veröffentlichung dieses offensichtlich von Pedram Shahyar initiierten Aufrufs mit dem Titel „Für einen humanistischen Grundkonsens“, der hier und in den Gruppen der Mahnwachen veröffentlicht wurde und von sieben „prominenten“ Vertretern der Mahnwachen (u. a. auch von Ken Jebsen) unterschrieben war, trat eine Protestwelle innerhalb der Gruppen los.

Mahnwachenteilnehmer, die die Situation anders einschätzten und die Verurteilung Elsässers für ungerechtfertigt hielten, die den bisher proklamierten Slogans – „es gäbe keine Sprechverbote, jeder kann seine Meinung äußern“ und „die Bewegung sei weder links noch rechts“ – vertrauten, waren zutiefst enttäuscht. Sie fühlten sich und ihre – zumeist konservativen – Werte verraten, denn vieles was Elsässer in seinen Reden sagte, sprach ihnen aus dem Herzen und sie befürchteten eine massive Meinungsdiktatur. In vielen Orten bildeten sich daraufhin alternative Mahnwachen, die sich nicht von der Berliner „Hauptorga“, Pedram Shahyar und den Unterzeichnern des Briefes bevormunden lassen wollten.

In den darauf folgenden Wochen versuchten viele Menschen, diese ihrer Meinung nach falsche Entwicklung aufzuhalten, in zahlreichen Appellen an die Verantwortlichen. Was statt einem offenen Dialog mit den Kritikern stattfand, war eine beispiellose Kampagne der Verteidigung des eingeschlagenen Kurses, die in den Gruppen zu endlosen Debatten führte und selbst vor öffentlicher Häme gegen Elsässer nicht halt machte.

In einem von Prinz Chaos mit Rüdiger Lenz auf offener Bühne am 09.06.2014 stattfindenden Gespräch zum „humanistischen Grundkonsens“ plaudert man über Souveränität (ab min 16:00), die nicht notwendig sei, weil man nur global etwas ändern könne. Beim Thema Homophobie (ab min 21:00) wird verbal gegen den im Zuschauerbereich anwesenden Elsässer und den von ihm organisierten Familienkongress von Compact geschossen. Die ganze Unterhaltung ist an Peinlichkeit kaum zu toppen, wird hier doch – auch in Anwesenheit von Kindern – über sexuelle Praktiken (Abficken, Abspritzen, Bück dich u. ä.) gesprochen und Rüdiger Lenz stellt die kühne Behauptung auf, wenn man über Homosexualität rede, wäre man schon im Bereich der Diskriminierung von Homosexuellen. Prinz Chaos meint, er könnte sich seine Aufklärung schenken, würden nicht so viele „homophobe Arschlöscher“ (min 27:00) rumlaufen.

Ein von dem Zugpferd der Mahnwachen, dem investigativen Journalisten Ken Jebsen „geführtes“ Interview mit Pedram Shahyar lässt den – bis dato von Jebsens Arbeit begeisterten Zuhörer – ratlos zurück. In einer Art Verhöratmosphäre entschuldigt sich der vom Mainstream geschasste – zu Unrecht als Antisemit gebrandmarkte – Jebsen wie ein Schuljunge bei Shahyar. Er relativiert seine bisherige Kritik an der Palästinenserpolitik Israels und lässt sich vom Linkskader die Gefahr des „strukturellen Antisemitismus“ erklären. Anschließend lässt er sich die „Absolution“ erteilen, unter der Voraussetzung, zukünftig bestimmte Dinge anders sehen und kommunizieren zu müssen. Der Gemaßregelte bedankt sich artig bei Shahyar für den Nachhilfeunterricht in politisch korrekter Ausdrucksweise und gelobt seinem Landsmann (man habe ja gemeinsame iranische Wurzeln) Besserung.

In der Folge reisen die beiden, nun freundschaftlich vereint, gemeinsam durch die Lande und besuchen Mahnwachen in ganz Deutschland, um die frohe Kunde des neuen Mahnwachenkurses unter die Leute zu bringen. Jebsen – nun auf der „linken“ Spur – ist nur noch ein Schatten seiner Selbst, seine Reden hören sich an wie von Attac-Kadern geschrieben, er spricht von spiritueller Bewegung und einer neuen außerparlamentarischen Opposition. Auch bei den von ihm geführten Interviews in den nächsten Wochen – die Gesprächspartner zumeist Attac-Kader und Aktivisten der „alten“ Friedensbewegung – lassen die gewohnte Bissigkeit, kritisches Nachfragen und Systemkritik Jebsens schmerzlich vermissen.

War man als „Fan“ dieses Aufklärers schon enttäuscht von der Tatsache, dass er den offenen Brief gegen seinen früheren Geschäftspartner Elsässer mit unterschrieben hat, so hoffte man doch noch irgendwie auf ein Einlenken und Rückbesinnen Jebsens.

Ein am 11. Juli veröffentlichter offener Brief an die Berliner Orga mit über 200 Unterzeichnern wagte einen verzweifelten Versuch, diese Form der Ausgrenzung von Rednern und Themen als ungerechtfertigt aufzuzeigen. Er war vom Wunsch getragen, diesen „Bann“ gegen Elsässer und die mit diesem verbundenen Themen wieder aufzuheben. Statt sich den unterschwellig tabuisierten Themen zu entsagen und der Richtungsvorgabe zu beugen, klagte man den ursprünglichen Zusammenhalt aller Kräfte ein.

Die Reaktion der Führungsriege? Hohn und Spott von Eva-Maria Pfeifer in einem Youtube-Video und ansonsten eisiges Schweigen! Statt dessen ließ man zu, dass sich Gegner und Befürworter in unzähligen Debatten gegenseitig zerfleischten und bekämpften.

Das Sahnehäubchen der Spaltungsbestrebungen bekam die Bewegung Mitte September auf dem Orgatreffen in Zeitz serviert. Schon vorher wurde durch interne Kanäle bekannt, dass das von den Linken „ungeliebte“ Thema der fehlenden Souveränität Deutschlands und die Forderung eines Friedensvertrages von den Bühnen der Mahnwachen verbannt werden sollte. Die Strategie, dieses Thema durch die Ausgrenzung Elsässers aus den Köpfen der Teilnehmer und von den Bühnen der Mahnwachen erfolgreich verdrängen zu können, war nicht aufgegangen, nun sollte offenbar nachgelegt werden.

In der Vorbereitung auf das Orgatreffen – und zeitgleich zum Aufenthalt von Lars Mährholz in New York – häuften sich Beiträge der „Hauptorga“ und ihnen nahestehender Protagonisten incl. Shahyar – auf Facebook oder als Vortrag – über Themen wie „Abschaffung von Grenzen“, Nie wieder Nationalismus“, „Wir brauchen keinen Staat“ …

Die dadurch angefachten Diskussionen empörter Aktivisten sorgten für weitere Spannungen und bereiteten den Weg für den nächsten, entscheidenden Schachzug von Shahyar und dem – inzwischen auf Linie gebrachten – Lars Mährholz.

Mit dem Orgatreffen in Zeitz und einer Beschlussfindung, die keine war, wurde auch dem letzten Zweifler klar, wohin die Reise gehen soll: Das Thema Souveränität hat keinen Platz auf den Mahnwachen.

Am Samstag, den 13.09. ging es in Redebeiträgen und Diskussionen allein um die Frage der Themenausgrenzung: wie gehen wir um mit Themen wie fehlende Souveränität, fehlender Friedensvertrag, BRDGmbH usw.. Aus vielen Städten kam von den Sprechen gute Statements, die sich gegen eine Themenausgrenzung aussprachen. In dieser zum Teil sehr aufgeladenen Stimmung, kam es zu wiederholten Eingriffen in den Ablauf, zu massivem Pushen der gewünschten Richtung und zu einer Pseudo-„Abstimmung.
Gezielt wurde danach noch Ken Jebsen – selbst kein Sprecher irgendeiner Mahnwachenorga – auf die Bühne gebracht, um die Meinungsfindung zum Thema Souveränität mit rhetorischen Manipulationstechniken in die gewünschte Richtung zu beeinflussen und die vereinbarte Fortsetzung der offenen Aussprache zu beenden, was ihm jedoch nicht gelang.

Der Moderator dieses Tages Haimo Grebenstein äußert zum Ablauf der Diskussion und eines angeblichen „Beschlusses“ in einem Kommentar in den Tagen nach Zeitz offen seine Kritik in der Orgagruppe:

„Das Ganze ist ohne jede Ankündigung in einem Block von Statements gewesen, zu welchem keine Diskussion zugelassen war und ohne dass es einen dokumentierten Text zur Abstimmung gegeben hätte. Einfach so im Redefluss. Das darf man gern als Stimmungsbild werten, aber als Moderator während dieses Teils kann ich das beim besten Willen nicht als Beschluss ansehen. Für Beschlüsse gibt es eigentlich ziemlich klare Prozeduren, die nicht im mindesten eingehalten wurden. Die Frage, ob dieses Plenum _überhaupt_ irgendwelche Beschlüsse für die Bewegung treffen kann oder darf, ist noch eine ganz andere.“

Damit ist klar, dass es in Zeitz keine gültige Beschlussfassung zu Themenausgrenzungen gegeben hat, auch wenn viele das bis heute anders verbreiten.

Eine davon klar zu unterscheidende Sache ist die Festlegung von ZIELEN der Bewegung.

Am Samstag fand sich bei Mährholz und Shahyar auf Facebook ein Beitrag zu den Zielen der Mahnwachen, die dann am Sonntag, 14.09. beschlossen werden sollten. Das grundlegende Problem bei dieser Abstimmung lag in der Tatsache, dass den Teilnehmern vor dem Treffen nicht angekündigt war, dass über „Ziele“ geredet werden sollte, dies wurde den Anwesenden erst am Samstag von Lars Mährholz mitgeteilt. Kaum jemand hatte an diesem Wochenende Internetzugriff und daher auch keine Kenntnis über die veröffentlichten Beiträge bei Mährholz und Shahyar, sodass am Sonntag Morgen eigentlich die Zeit für eine Diskussion über diese Ziele viel zu knapp war. Der Versuch mehrerer Teilnehmer, Argumente für staatliche Strukturen gegen globalistische Bestrebungen der NWO mit in die Diskussion zu bringen, wurde abgeschmettert, so dass am Ende für ein ruhige Meinungsbildung keine Zeit war. Immerhin wurden die von Lars vorgelegten 5 Punkte, von denen einige altbekannt, einige aber neu waren, halbwegs fair beraten, erweitert und am Ende über 6 Punkte (die allenfalls ein Anfang sein können) abgestimmt.

Die 6 neuen Ziele der Mahnwachen in der „Endfassung“ wurden am 15. September 2014 – also einen Tag nach dem Treffen – in den Facebookgruppen und auf der Facebookseite der Mahnwachen folgendermaßen veröffentlicht:

Quelle:

Beschluss

Pedram Shahayar, bei diesem Treffen als Orgamitglied einer Mahnwache anwesend, postet noch am Tag der „Beschlussfassung“ in einem Beitrag in kräftigen Kampfbegriffen folgende Siegesmeldung:

Quelle:


zeitz

Wenn Shahyar also von „Durchboxen“ spricht und so tut, als würde es sich um einen gültigen Beschluss handeln, offenbart das ein merkwürdiges Verständnis von sozialen Prozessen und gemeinschaftlicher Meinungsfindung, die viele an sich erwartet hatten.

Zu diesem Text von Pedram Shahyar und zur Diskussion um Themenverbote am Samstag äußert sich der FB-User Jean Benedicte in einem Kommentar:

„der Text offenbart in wünschenswerter Klarheit den aggressiven, antidemokratischen Geist im Gebaren der Kader-Linken. ich war die gesamte Zeit im Plenum in Zeitz und der angebliche „Mehrheitsbeschluss“ war eine Farce: mitten drin zwischen der noch laufenden Debatte, die offen war und m.E. eher ein leichtes Übergewicht gegen Themenverbote zeigte (z.B. Oldenburg, Bremen, Bremerhaven, Bamberg, Erfurt, Chemnitz, …. gegen Themenverbote) nimmt Lars das Mikro, hält eine kurze flammende Ansprache und fragt danach sowas wie „wer ist auch dafür dass Souveränität, Friedensvertrag ….. keine Themen für die MW sind?“ – – Hände schnellen hoch, das wars. – – das problem ist: zu solchen Prozessen gehören nicht einfach nur Abstimmungen, sondern vor allem faire Gelegenheit zur Meinungsbildung, rechtzeitiges Vorlegen verschiedener Entwürfe usw. all das war nicht entfernt der Fall, so wie es ablief sind wir nicht besser als übliche Vereine, Parteien usw. sondern weit hinter denen zurück. peinlich.“

Auf Twitter lässt Pedram Shahyar am 17. September seiner Freude über die seiner Meinung nach gelungene Ausgrenzung von Themenbereichen und Menschen freien Lauf:

Zitat: by by rechtsesoteriker, nationalchauvenisten, , kryptonazis – niemand wird euch vermissen 🙂

 by by shahyar

Am 20.09. veröffentlichte Lars Mährholz auf seinem privaten Facebookprofil dann einen Text mit den 6 beschlossen Zielen und zusätzlich mit dem Ausschluss des „Souveränitäts- und Friedensvertragsthemas“ als weiteren beschlossenen Punkt!

Nur auf der FB-Seite von Lars Mährholz war dieser angebliche Beschluss zu lesen:

„Weiterhin wurde beschlossen, folgende Punkte aus folgenden Gründen als Kernthemen dieser Bewegung auszuschließen: Die möglicherweise fehlende Souveränität Deutschlands, da jedes Land welches eine private Zentralbank hat seine Souveränität verliert, ist diese gesonderte Sicht auf Deutschland nicht ausreichend genug.“

Weiter heißt es dann noch:

„Also ihr lieben Souveräntäts-Förderer, BRD GmbHler oder Reichsdeutschen, das ist NICHT EURE BEWEGUNG! „

Screenshot:

Beschluss mährholz1Beschluss mährholz2

Was in der Diskussion am 13.09. versucht worden ist, nämlich bestimmte Themen aus den Mahnwachen auszugrenzen und dieses überfallartig inmitten von Redebeiträgen abzustimmen (was nicht gelang), serviert Mährholz hier als beschlossene Tatsache! Diese Taktik kann man getrost als Täuschung der Teilnehmer ansehen, woran auch der Umstand nicht viel ändert, dass Mährholz das Wort Themen gnädigerweise, aber eigenmächtig zu Kernthemen abschwächte!

Diese Veröffentlichung rief eine Welle des Protests hervor – nicht nur bei den Teilnehmern des Orgatreffens, sondern auch bei den Organisatoren und Teilnehmern in anderen Städten.

Ein weiterer Manipulationsversuch ein paar Tage nach der Veranstaltung – der aufgrund interner Proteste dann doch nicht gelang – war die Veröffentlichung eines Youtube-Videos (inzwischen von Youtube entfernt aufgrund von Urheber-Rechtsansprüchen) von Shahyars Redebeitrags auf dem Orgatreffen. Man hatte sich zu Beginn des Plenums per Abstimmung verbindlich geeinigt, das Treffen nicht zu filmen. Das hielt Shahyar offensichtlich nicht davon ab, seine Ausführungen mitfilmen und über eine Vertrauensperson veröffentlichen zu lassen. So sollte wohl sichergestellt werden, dass andere Redebeiträge (und gegenteilige Meinungen) der Mahnwachengemeinschaft vorenthalten und nur Shahyars Statement Beachtung finden sollte.

Auch Ken Jebsen gab im Nachhinein noch in einem Interview zur „Souveränitätsfrage“ seine Meinung kund, die langjährige Fans des Journalisten nicht nachvollziehen konnten. Behauptet er in diesem Video doch allen Ernstes, er habe sich mit diesem Thema nicht sehr intensiv befasst und sei der Auffassung, dies sollte kein Thema für die Mahnwachen sein. Wer jedoch Jebsens Arbeit schon länger verfolgt, weiß dass er zu diesem Thema bereits ein Interview mit dem Staatsrechtler Prof. Karl Albert Schachtschneider geführt und einer von mehreren Protagonisten auf der „Souveränitätskonferenz 2012 des Compact-Magazins war.

Nach dieser letzten „Säuberungsaktion“ durch die Beschlüsse von Zeitz gibt es reihenweise Organisatoren von Mahnwachen, die ihre Veranstaltung umbenannt haben, sich vom Berliner Kurs distanzieren und ihre eigene Demo, Mahnwache oder Friedensbewegung – unabhängig von Rede- und Denkverboten – weiterführen, im Geiste der eigentlichen pluralen Bewegung, wie sie im Frühjahr allerorten lebte.

Mitte September ging die neue Website der Mahnwachen (www.mahnwache.info) online und nun findet sich auch hier – neben den noch relativ unproblematischen Zielen der Bewegung – der nicht vorhandene „Beschluss“ zur Ausgrenzung der Themen Souveränität und Friedensvertrag in der Fassung von Mährholzens Post vom 20. September, allerdings um den Endteil gekürzt, als offizieller Beschluss von Zeitz:

Weiterhin wurde beschlossen, folgende Punkte aus folgenden Gründen als Kernthemen dieser Bewegung auszuschließen:

Die möglicherweise fehlende Souveränität Deutschlands, da jedes Land welches eine private Zentralbank hat seine Souveränität verliert, ist diese gesonderte Sicht auf Deutschland nicht ausreichend genug.

Durch den pervertierten Kapitalismus und den dadurch entstandenen Monopolismus sowie die privaten Zentralbanken wird fast die ganze Welt wie eine Firma geführt! Daher ist abermals eine gesonderte Betrachtung von Deutschland überflüssig und dementsprechend Themen wie die BRD GmbH absolut nicht zielführend in dieser Bewegung!

Der möglicherweise nicht vorhandene Friedensvertrag für Deutschland ist durch die gelebte Situation obsolet. Es gibt Länder mit Friedensverträgen und Souveränität, denen es bedeutend schlechter geht als uns in Deutschland! Die Forderung nach Friedensverträgen für Deutschland ist meiner Meinung nach eine Beleidigung der Länder dieser Welt, die in Krieg und Chaos versinken!“

Eine direkte Verlinkung der Beschlüsse ist leider nicht möglich. http://www.mahnwachen.info

Teile und Herrsche. Diese Strategie ist immer noch sehr erfolgreich und leider fallen viele Menschen darauf rein. Die Besucher der Mahnwachen – vielfach das erste Mal auf einer Demonstration – waren dieser Übernahmetaktik ausgeliefert und ließen sich gegeneinander aufhetzen. Beliebte und oft verwendete Strategie war das Anheizen von Streitgesprächen über Facebook, das anschließende Schweigen, das sich nicht der Diskussion stellen der Verfasser und die sich daraus vollziehende Spaltung der Teilnehmergruppen.

Zur Erinnerung noch einmal die Forderungen zu Beginn der Mahnwachen: Abschaffung der FED, Abschaffung von Zinseszins, Austritt aus der Nato, ehrliche Berichterstattung der Medien und vor allem eine neutrale Positionierung der Mahnwachen (weder links noch rechts) und keine Themeneinschränkungen. Nach Shahyars Intervention gibt es nun Redeverbote, Meinungsdiktate und die Bewegung positioniert sich auf der Führungsebene nun eindeutig links.

Werden die Mahnwachen für den Frieden überleben? Ich weiß es nicht. Hoffnung kann machen, dass viele Städte sich dem Kurs der Zentralisierung und einseitig linksglobalen Ausrichtung verweigern und sich in losen Verbünden zusammentun, die dem ursprünglichen Impuls der Bewegung die Treue halten. Interessenten sollten sich vor Ort über die Ziele der Organisatoren informieren, denn längst nicht alle Mahnwachen, die man auf der Hauptseite der Mahnwachenbewegung findet, beugen sich nicht dem gewünschten Themendiktat. Manche Orte und Veranstaltungen findet man in dieser Aufstellung überhaupt nicht, was daran liegt, dass die Verantwortlichen von der ursprünglichen Bewegung losgesagt haben. Bei der Suche nach diesen Friedensbewegungen sollte man das Internet nutzen.

Es ist darüber hinaus zu hoffen, dass zukünftige spontane Bewegungen aus der Mitte der Gesellschaft schnell die Prinzipien der Unterwanderung und Vereinnahmung erkennen und frühzeitig abwehren können.


Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

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23 Kommentare

  1. Klasse Analyse, vielen Dank ! Wer jetzt noch glaubt, dass Pedram Shayhar und sein trotzistisches Netzwerk diese Bewegung nicht planmäßig unterwandert und an die Wand gefahren haben, dem ist wohl nicht zu helfen.

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  2. ich hab mit dem ersten wir das der pedram gesagt hatte gewusst das mit dem was nicht stimmt .. habs auch jedem gesagt .. und alle meinten nur .. warts doch mal ab !! aber das erste „WIR“ von jmd. den ich ned kenne bei einer bewegung die ich seit dem ersten ken interview verfloge macht mich skeptisch .. deshalb vielen vielen dank für diesen beitrag!
    so neutral wie der geschrieben ist erkenne ich auch keine eigene agenda! was mir sehr gut gefällt! aber das beste ist !!!!!

    sobald ich jetzt höre .. wie konnten die menschen nur auf einen wie hitler reinfallen .. dem werde ich sagen .. ich bin auch jmd. auf den leim gegangen! und zwar ken ! das soll nicht heissen das ich ken mit hitler gleichsetzt oder auch nur vergleich .. es geht mir um die mechanik dahinter!

    vielen dank für diesen überguten beitrag!

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  3. Entwicklungen sagt:

    Ausführliche Arbeit. Danke! Erhellend.
    Das Problem für besonders Shanyar wird sein, das eine Vorstellung ihres Wirkens und die Konsequenzen daraus, nur auf der linearen (Zeit)Achse sehen. Kann schnell kann diese auch „die Biege“ (Wandel) machen.

    P.S. Möglichkeit zum Runterladen aller Seiten in einer? Oder habe ich es übersehen?

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  4. Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Mahnwache – Pedram Shahyar

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  5. mh sagt:

    @Lars Mährholz – Pedram Shahyar – Ken Jebsen – und sonstigen Selbstdarsteller und Mahnwachen-Torpedierer

    Die Mahnwachen sind eine Bewegung, die von der Kreativität und dem Engagement der Leute vor Ort lebt. Das weiß jeder, der dabei mitmacht. Alle, die sich den drängenden Fragen, die unser Leben unmittelbar betreffen, stellen und sich um Lösungen bemühen wollen, SIND diese Bewegung. Lokal, national und international. Eine Bewegung, die organisch wachsen wird, in dieser Reihenfolge.

    Lars Mährholz ist nicht die Bewegung. Sehr unbescheiden, dies zu behaupten! Mährholz hat sie angestoßen und ist ein Teil von ihr, so wie jeder andere auch.

    “IHR seid die Bewegung!” hieß es zu Beginn, und daran hat sich nichts geändert. Lars Mährholz, der mit globaler Schwärmerei die Bodenhaftung verliert und behauptet, dass die Mahnwachen “keine lokale Bewegung“ seien, redet manchmal doch einen ziemlichen Quatsch.

    Wir müssen doch erst mal für Verbesserung im eigenen Land sorgen, bevor es “auf dem ganzen Planeten“ den Wandel geben kann, den wir brauchen. Man kann sich zwar auf Ziele einigen, die Menschen in anderen Ländern ebenso teilen können, das darf aber nicht dazu führen, dass bezüglich der lokalen und national drängenden Fragen Maulkörbe verhängt werden! Das geht gar nicht!

    Es gibt das Open Mic, damit die Leute zu Wort kommen mit den vielfältigen Fragen, die sie haben; mit den Problemen, die sie als solche erkannt haben. Da darf es keine Zensur mit dem Verbot nationaler Themen geben. Das geht gar nicht!

    Die fehlende deutsche Souveränität, die fehlende nationale Selbstbestimmung, die anhaltende militärische Besatzung noch nach 70 Jahren, der fehlende Friedensvertrag sind drängende Themen (Kernthemen) von Anfang an. Ganz einfach, weil es so ist, auch wenn die Kenntnisse eines Lars Mährholz nicht ausreichen, um dies zu wissen oder zu erkennen. Der begrenzte Wissenshorizont eines Mannes – auch wenn er Lars Mährholz heißt – darf nicht dazu führen, die gesamte Bewegung geistig zu verarmen. Das geht gar nicht!

    Die Übernahme der Mahnwachen-Bewegung durch pseudo-linke, anti-deutsche Späteinsteiger, globalistische Einflüsterer, Berufsrevoluzzer und Berufsideologen wie Pedram Shahyar, Ausgrenzung, Rede-und Denkverbote. Das geht gar nicht!

    Wer sich völlig unkritisch auf Rockefellers UN beruft, als wenn von dort das globale Heil zu erwarten wäre, offenbart ein schmerzliches Informationsdefizit! Alle darauf festnageln zu wollen – Das geht gar nicht!

    Mit den Worten “Macht Eure eigene Bewegung!” jeden ausgrenzen und rausschmeißen zu wollen, der sich auch mit spezifisch deutscher Problematik befassen möchte, weil das zu einer Volksbewegung unverzichtbar dazu gehört – Das geht gar nicht!

    Das sollte Lars Mährholz eigentlich wissen, ohne dass es ihm gesagt werden muss. Nur “globale Ziele“ formulieren zu wollen, löst nicht die Probleme vor Ort. Anderes zu behaupten, ist bekloppt.

    Zu behaupten, dass ein Friedensvertrag obsolet sei, ist dumm.
    Zu behaupten, dass ein Friedensvertrag für Deutschland “eine Beleidigung für andere Länder“ sei, wo jetzt Krieg herrsche, ist Schwachsinn. So was kennen wir zur Genüge aus dem Verblödungskasten… und ist abzulehnen.

    Solche Zumutungen, Formulierungen und Forderungen haben auf einem überregionalen Orga-Treffen in Zeitz eine Mehrheit gefunden?
    Mit Sicherheit nicht.

    Eine anti-deutsche Ausrichtung zu fordern und festzementieren zu wollen – Das ist eine Beleidigung für jeden Deutschen. Das geht gar nicht! Die Orgas entscheiden dezentral und lokal, jede für sich selbst. So sind die Regeln, von Anfang an.

    Unter Punkt II wird eine Welt ohne Faschismus gefordert – Das ist doch eine schöne Forderung! Wie wäre es denn, Lars, wenn Sie damit am Ort und in diesem Lande ANFANGEN würden? Rede-und Denkverbote (wie die genannten) passen da nicht dazu. Das geht gar nicht!

    Die Punkte II, III, IV, V und VI sind OK.
    Punkt I ist nicht ausreichend. Und wie gesagt: Beschließen zu wollen, dass drängende, nationale Probleme nicht besprochen und einer Lösung nicht zugeführt werden dürfen, und von den Mahnwachen auszuschließen seien – das ist doch zu grotesk – und geht gar nicht!

    Lars Mährholz: “Als Letztes möchte ich euch fragen, was denkt ihr würde passieren, sollte sich Deutschland alleine aus allem zurückziehen (NATO, EU, EURO usw)? Könnte das nicht als aggressive Politik von Deutschland gewertet werden? Könnte das nicht sogar der vom Imperialistischen Imperium (das ist nicht Amerika, das Imperialistische Imperium kennt keine Ländergrenzen!) lange gesuchte Grund für einen WWIII in Europa sein?”

    “Gründe”, um einen Weltkrieg vom Zaun zu brechen, werden von der globalen Finanzmafia tatsächlich an den Haaren herbeigezogen. Aber weshalb sollte die Forderung nach Austritt aus einer kriegstreiberischen NATO, einer das Land und seine Bürger ruinierenden EU mitsamt EURO-Versklavungsinstrument (ESM- Banken-Rettungsschirm/ Über-Verschuldungsautomatismus), die Forderung nach nationaler Selbstbestimmung GEFÄHRLICHER sein als die Forderung nach Abschaffung der FED?

    EXTREM UNBELIEBTE Forderungen sind das allesamt.
    Aber sie müssen offen geäußert werden. Gehen die Deutschen damit voran, zusammen mit möglichst vielen anderen Ländern, dann könnte das FÜR ALLE ZUSAMMEN zur Befreiung werden.

    Nun nochmals der Text von Lars Mährholz:

    Hallo ihr Lieben,

    die Mahnwachen sind keine lokale Bewegung. Das zeigen die vielen Friedensaktivisten in Österreich, in der Schweiz, in Spanien, in Amerika, in Kanada und in einigen anderen Ländern! Für einen Wandel auf diesem unserem Planeten brauchen wir keine hunderttausend Menschen in Deutschland auf der Straße, wir brauchen Millionen weltweit! Damit sich jedes Land dieser Welt uns anschließen kann, haben wir diese 6 Punkte in Zeitz beschlossen.
    Beschluss des bundesweiten Orgatreffens in Zeitz über die

    „Ziele der Mahnwachen für den 1. Weltfrieden“
    I. Umsetzung der UN-Menschenrechts-Charta!
    II. Für eine Welt ohne Imperialismus und Faschismus (FÜR WELTWEITEN FRIEDEN)!
    III. Für ein gerechtes und nachhaltiges Wirtschafts-, Finanz- und Geldsystem mit dezentralen und kooperativen wirtschaftlichen Strukturen, getragen von einem reformierten System der Wert- und Geldschöpfung. Verbot der privaten Zentralbanken und die weltweite Überwindung des verzinsten Schuldgeldsystems und der Giralgeldschöpfung
    IV. Gewalt und Krieg dürfen kein Mittel der Politik sein!
    V. Für eine freie und objektive Berichterstattung und unabhängige Medien!
    VI. Transparenz öffentlichen Handelns (von Staat, Politik, Wirtschaft) verpflichtend. Schutz der Privatsphäre!

    Weiterhin wurde beschlossen, folgende Punkte aus folgenden Gründen als Kernthemen dieser Bewegung auszuschließen:
    Die möglicherweise fehlende Souveränität Deutschlands, da jedes Land welches eine private Zentralbank hat seine Souveränität verliert, ist diese gesonderte Sicht auf Deutschland nicht ausreichend genug.
    Durch den pervertierten Kapitalismus und den dadurch entstandenen Monopolismus sowie die privaten Zentralbanken wird fast die ganze Welt wie eine Firma geführt! Daher ist abermals eine gesonderte Betrachtung von Deutschland überflüssig und dementsprechend Themen wie die BRD GmbH absolut nicht zielführend in dieser Bewegung!
    Der möglicherweise nicht vorhandene Friedensvertrag für Deutschland ist durch die gelebte Situation obsolet. Es gibt Länder mit Friedensverträgen und Souveränität, denen es bedeutend schlechter geht als uns in Deutschland! Die Forderung nach Friedensverträgen für Deutschland ist meiner Meinung nach eine Beleidigung der Länder dieser Welt, die in Krieg und Chaos versinken! Die Umsetzung der UN-Menschenrechts-Charta würde Friedensverträge für jeden Menschen bedeuten!

    Also ihr lieben Souveränitäts-Förderer, BRD GmbHler oder Reichsdeutschen, das ist NICHT EURE BEWEGUNG! Wenn ihr nicht versteht, wo die Probleme dieser Welt wirklich liegen, solltet ihr noch einmal nachdenken, ob es Sinn ergibt auf die Straße zu gehen. Wenn ihr jedoch glaubt, dass euer Weg eine Verbesserung der Situation auf der Welt erreichen würde, macht eure eigene Bewegung. Die Personen, die die ganze Zeit von Spaltung reden, die es eigentlich gar nicht gibt, sind nämlich die Personen, die versuchen diese Bewegung zu spalten! Ich bin nicht für Deutschland auf die Straße gegangen, ich stehe da, weil 95% der Menschen auf diesem Planeten unter 5% zu leiden haben, zu denen auch Deutschland zählt!

    Als Letztes möchte ich euch fragen, was denkt ihr würde passieren, sollte sich Deutschland alleine aus allem zurückziehen (NATO, EU, EURO usw)? Könnte das nicht als aggressive Politik von Deutschland gewertet werden? Könnte das nicht sogar der vom Imperialistischen Imperium (das ist nicht Amerika, das Imperialistische Imperium kennt keine Ländergrenzen!) lange gesuchte Grund für einen WWIII in Europa sein? Wollt ihr das, wirklich? Sollten wir nicht eine Lösung suchen, wo in dutzenden Ländern Menschen auf der Straße stehen, für eine Verbesserung der ganzen Welt?

    Ganz viel Liebe

    Lars Mährholz

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  6. Hari Om Tat Sat sagt:

    Danke liebe Wolkenschieberin,

    das nenne ich investigativen Journalismus vom Feinsten. In diesem sehr gut recherchierten Artikel steckt ein Haufen an Arbeit, dem möchte ich Respekt zollen.
    Die Rolle von Shayar und Prinz Chaos, den finanzierenden Organisationen dahinter, ist glasklar von Dir beleuchtet worden. Auch der traurige Wandel von Ken, welchen man auch bei seiner Rede neulich in Saarbrücken eindrucksvoll nachvollziehen konnte, hast du sehr gut verständlich gemacht. Ebenso wie Mährholz und andere Aktive sich haben instrumentieren lassen.
    Tausend Dank für diese wertvollen Informationen, werde sie auf allen Kanälen, die mir zur Verfügung stehen, verbreiten!

    Zum Schluß noch ein Aufruf an alle Montagsmahnwachen-Teilnehmer:
    Wir lassen uns unsere Themen nicht verbieten! Die Souveränität & der Friedensvertrag sind WEITERHIN AKTUELLE Themen für uns. Wenn sie es so wollen, machen wir unsere eigene Bewegung (weiter), Xavier hat es allen gezeigt, wie es geht. Was kümmert uns Links und Rechts, was kümmern uns die MSM. Wir machen weiter. Mit der Erkenntnis, die Spalter beim nächsten Mal früher zu erkennen.

    Liebe Grüße
    Hari Om Tat Sat

    Gefällt 1 Person

  7. Danke, liebe Wolkenschieberin,

    für diese brilliante Analyse von strategischer Zersetzung am Beispiel der Friedens-Mahnwachen!
    Genau wie bei den Machenschaften der CIA unter dem Etikett „Regime-Change“ handelt es sich bei der hier beispielhaft untersuchten feindlichen Übernahme einer sozialen Bewegungen um ein Grundmuster, das sich stets von Neuem ausmachen läßt.
    Diese Untersuchung hat sehr viel Zeit gekostet, bei einer solchen Genauigkeit und Gründlichkeit geht das nicht anders. Ich habe gebannt jede Zeile gelesen, finde meine eigenen politischen Beobachtungen aus vier Jahrzehnten in größerer Klarheit bestätigt. Die Unterwanderung einer JUSO Kreisversammlung im Siegerland (Südwestfalen) in den 1970er-Jahren war das erste Anschauungsmaterial für mich als Teenager, dieses Wahrnehmen hat sich fortgesetzt bei den Mannheimer Grünen Anfang der 1980er, bei der ersten hoch-interaktiven Poltitik-Simulation im Internet (dol2day.de) um das Jahr 2000 ff., und schlußendlich bei der Piratenpartei (dort war ich von 2006 bis 2013 Mitglied).
    Die Fallstudie Pedram Shahyar bringt so vieles auf den Punkt für mich, daß ich fast meine, es würde mir wie Schuppen von den Augen fallen. Ja, es ist wirklich Zeit, die allergröbsten Illusionen im Bereich des Politischen fallenzulassen, die häßliche Wirklichkeit genau anzuschauen, die sich vor uns hier so schmerzlich offenbart. Pedram Shahyar und Prinz Chaos verwandeln mit abgefeimter Kampf-Rhetorik nach Belieben jeden Abweichler in einen „Antisemiten“ oder „Homophoben“. Die Deutungs-Hoheit wird dem Publikum entrissen und als Vernichtungswaffe gegen alles Lebendige, gegen alles Unkontrollierte, gegen spontan, in freier Vielfalt entstehende Willensbildung eingesetzt.
    Dieser Arbeit, liebe Wolkenschieberin, zolle ich allergrößten Respekt.

    Herzlicher Gruß

    Wolfgang Rettig

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    • Vielen Dank lieber Wolfgang,
      ja es steckt viel Arbeit in diesem Artikel, ursprünglich sollte es höchstens ein Aufsatz von 5-8 Seiten werden. Über den Umfang der Recherchen über die schon jahrelange Praxis dieses „Friedensaktivisten“ war ich am Ende selbst erstaunt.
      Danke für deine Zeilen, die tun gut nach den vielen persönlichen Angriffen.
      Einen lieben Gruß von
      Lieselotte Pulverfass

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  8. PSL sagt:

    Ich durfte gerade so viel interessantes lesen und gegenrecherchieren, dass ich jetzt nicht viel schreiben möchte, außer DANKE für Deinen präzisen, neutralen Beitrag. Endlich mal wieder was mit Inhalt, ohne Verdacht auf „links“, „rechts“ oder sonst eine schwarz-weiss-Malerei. Den Link zu Deinem Blog konnte ich übrigens hier finden https://www.youtube.com/watch?v=xJlMVs9yF28

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  9. Vielen Dank, Lieselotte, für diesen erhellenden Artikel.
    Für mich stehen deine Recherchen und die überwiegend nüchterne Art deiner Berichterstattung für jenes authentische Hinterfragen des Welt- und in diesem Fall besonders Szene-Geschehens, das die meisten selbsternannten Wahrheitsfinder vor lauter Im-Kreis-drehen, Hackepetereien und Zuviel-des-Guten vermissen lassen. Don’t believe the Hype.
    Mit besten Grüßen und einem gezogenen Hut
    bru

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  10. alexandrabader sagt:

    liebe lieselotte, eine interessante recherche (und ein originelles pseudonym 🙂 – hierzu ein paar ergänzungen aus österreich: hier gibts, nach deutschem vorbild, auch mahnwachen, zb immer montags vor dem parlament in wien. habe mir das einmal angesehen und war erstaunt (aber nicht wirklich überrascht), dass es seltsam apolitisch war.

    dies in dem sinn, dass man beim thema frieden das erwarten würde, was wir von der friedensbewegung kennen – informationen, was es mit ukrainekrise, NATO, russland auf sich hat. genau das fand nicht statt, sondern es war reine selbstdarstellung von männern, die lang und breit drüber sprachen, wie es ist, angefeindet zu werden (was sich weit mehr auf die deutschen mahnwachen bezieht; die hierzulande werden kaum registriert). zu gast war ken jebsen, der noch am ehesten inhalte bot; einer, der fast immer spricht, ist ein österr. kritiker der finanzwirtschaft, der für die abschaffung des bargeldes plädiert, was „alternativ“ sein soll (nicht von ungefähr wollen die USA das bargeld abschaffen, denn ausschliesslich elektron.

    zahlung wäre totalüberwachung und -kontrolle). da ich mich recht gut mit internat. politik auskenne (aber auch mit den von dir geschilderten unterwanderungsstrategien), dachte ich, diese mahnwachen sind seltsam. eine der organisatorinnen korrespondierte dann mit mir, um mich zu „überzeugen“, aber ich finde es nach wie vor merkwürdig. bei unterwanderung, spaltung, „regime change“ sind trotzkisten und stalinisten durchaus nützlich, weil man denen nicht mehr viel beibringen muss (in der parteipolitik erfolgt verdeckte einflussnahme der USA auf sozialdemokraten und grüne auch über diese schiene).

    übrigens: es ist sicher wieder viel recherche, aber: wenn shahyar social media-aktivitäten von abgeordneten betreut oder betreut hat – mir erscheint komisch, dass er dann selbst so sehr politisch aktiv ist, denn dies ist eigentlich eine aufgabe, die man möglichst sachlich und qualifiziert (= mit ahnung von marketing und medien) erledigen sollte. der vergleich mit der betreuung anderer abgeordneter durch andere personen bzw. agenturen wäre interessant….. alexandra bader http://www.ceiberweiber.at

    PS: am 6. dezember, einem einkaufssamstag, hatten sie in wien vorm parlament volles programm siehe http://www.friedensmahnwachen.at/ . man sieht die starke beteiligung aus deutschland; ausserdem wird an der selbstdarstellung deutlich, dass diese leute (die manipuliert werden) selbst relativ wenig ahnung von der materie haben…..

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    • Liebe Alexandra,

      vielen Dank für deine interessanten Einblicke in die Wiener Mahnwache. Da bekommt man ja nicht ganz soviel mit, obwohl mir der Stefan Bartunek durchaus bekannt ist. Erinnern tu ich mich in dem Zusammenhang an die Anfänge der entristischen Aktivitäten von Shahyar und Kirner. Da hat sich auch Bartunek nicht mit Ruhm bekleckert und deren Strategie verteidigt, bis ihm irgendwann auffiel, dass die Mahnwachen eine ihm unangenehme Richtung nahmen und sich für Themenverbote aussprachen.
      Aber klare Worte hört man von Bartunek kaum, ewig nur Drum-rum-Geschwurbel, alles Schönreden – naja Schauspieler halt.

      Den österreichischen Finanzkritiker, den du erwähnst, könnte das Franz Hörmann sein? Den seh ich nämlich auch durchaus sehr kritisch. Seine Thesen für eine zukünftige bargeldlose Gesellschaft hat er mMn den Theorien der Zeitgeistbewegung entnommen, die – so man sie durchschaut hat – klar eine elitengesteuerte Bewegung ist. Natürlich will er auch nicht, dass die Nutznießer der heutigen Politik (und hier meine ich nicht die Politiker oder Hedgefondmanager) auf ihre gewohnten luxuriösen Lebensstandards verzichten sollen, nein. Nur den jetzt Armen ginge es dann etwas besser – aha – sehr „gerechte“ Denke. Abgesehen davon, dass die bargeldlose Gesellschaft der feuchte Traum der Eliten ist.
      Die zweifelhaften Verbandelungen von Hörmann zum ISCO-System geben weitere Indizien zu einer fragwürdigen Weltanschauung und seine Behauptung in einem Video, unsere Gesellschaft und unser Geldsystem sei von Außerirdischen installiert worden, lässt die letzte Glaubwürdigkeit dieses „Prof.“ kippen.
      Shahyars Agentur hat meines Wissens nach Media-Aktivitäten für größtenteils linke Politiker betreut, er selbst ist in der Partei aktiv. Außerdem hat er auch noch eine Mitarbeiterin (vielleicht auch noch mehr, wer weiß) im Büro. So ist ein eigenes politisches Engagement gut möglich und machbar.

      Die Friedenswinter-Aktionen scheinen mir nur am Rand von den Mahnwachen iniziiert, hier stecken in der Organisation Leute, die kein Mensch je vor Ort auf den Mahnwachen gesehen hat. Größtenteils sind das Aktivisten von Attac, der alten Friedensbewegung und linke Parteigenossen. Da ist das Programm klar!

      Liebe Grüße
      Lieselotte

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  11. ped43z sagt:

    Bin bei einer Avaaz-Recherche(!) auf Ihre Seite gestoßen – und beeindruckt.
    Ein Klasse-Artikel! Und er bestätigt (für mich) die Entscheidung bspw. der Mahnwache in Dresden sich NICHT unter das Dach der Berliner Mahnwache zu begeben und einen eigenen Weg zu gehen (den ich seit einiger Zeit mitbegleite).
    Dass Ken Jebsen sich so vereinnahmen lassen würde, finde ich geradezu tragisch. Aber die Menschen ändern sich – und vielleicht erkennt Ken bald, wie sehr er einer Manipulation unterlegen ist. Ihm traue ich das und die nachfolgende Befreiung aus der Manipulation zu.
    Alles Gute, Wolkenschieberin!

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  12. […] Mahnwachen in einigen Städten, die sich unabhängig vom Berliner Diktat fühlten und die ursprüngliche pluralistische Bewegung weiterführten, haben den hoch kochenden […]

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  13. Rüdiger Lennz sagt:

    Interessante Ansätze und bestimmt eine große Arbeit! Leider auch bestimmt Wasser in den Mühlen aller rechts-konservativen, Neo-Nazis und Elsäßer-Fans- die schon lange die MaWas verlassen haben, um bei Pegida mit zulaufen. HIERwurde und wird die Spaltung betrieben und nicht durch Pedram, Jebsen und Co. die nichts anderes gemacht haben, als sich zu integrieren und mitzuhelfen, eine offene Bewegung durch politischen Diskurs zu festigen! Jeder der meint, es gebe kein Links/Rechts in der politischen Arbeit, zeigt gleichzeitig das er entweder die bewusste und feige Querfront-Strategie von Rechten nicht kennt, nicht wahrgenommen hat ODER bewusst decken will! Das hier Holocoust-Leugner, Rassisten und wahrscheinlich auch Gehaltsempfänger vom Verfassungsschutz, wie Phillipp K. Einer (guter Freund von NPD-Führer Karl Richter und komischerweise von Anfang an ÜBERALL in Deutschland bei den maWas und Pegidas zu sehen!!!) als Quelle herangezogen werden, zeigt ganz klar, welches Geistes Kinde diese Seite zu sein scheint! Am Ende geschieht doch hier nichts anderes, als Pedram u.a. vorgeworfen wird: Die Spaltungsdebatte wird weiter geschürt und gegen alles „Linke“ gehetzt! Ich selber sehe Dogmatismus, Gleichschaltung und andere Dinge in linken Kreisen sehr kritisch- und habe mich auch mehr als einmal mit Antifas wegen den MaWas gestritten. Trotzdem bin ich froh, über ALLE sozialen, freiheitlichen und politischen Bewegungen und Aktionen, Initiativen die seit Jahrzehnten komischerweise NUR aus linken Kreisen entspringen! Das besonders dort natürlich auch die Eliten ihre Unterwanderer haben und alles kaputt machen wollen, was effektiv ist- habe ich in den letzten jahren genauso feststellen können, wie die feige Unterwanderung von Rechten bei den MaWas! Ich finde Faschismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, homophobie und andere Gewalt gegen Minderheiten haben NICHTS mit Frieden zu tun und deshalb auch nichts bei den Mahnwachen zu suchen! Ich lese gerade Bullocks historisches Werk „Hitler, Studie einer Tyrannei“ und erkenne die gleiche Feigheit und Hinterhältigkeit wie heute: Man versucht zu unterwandern, zu integrieren, zu spalten- NUR um an die Macht zu kommen und dann seine wahnsinnigen und undemokratischen WERTE auszuleben! Hitler war übrigens ein absoluter Arschkriecher beim Kapital und die National-Sozialisten alles andere als sozialistisch eingestellt! Leute wie Strasser oder andere, die den Antikapitalismus der Partei ausleben wollten, wurden zur Strecke oder auf Kurs gebracht! Faschismus wurde schon immer mit Vorliebe vom KAPITAL missbraucht, um alles Linke, freiheitlich-soziale UND Anti-Militärische zu bekämpfen (s. Deutschland, s.Italien, s. Südamerika!!!). Das Menschen in der MaWa-Bewegung gegen den Shitstorm von links ankämpften (obwohl sie selber links waren) und sich auch noch gegen feige, rechte und nationalistische Agitation wehren mussten, ist mehr als ein Skandal und hat die Bewegung am Ende geschwächt und zerrissen! Leuten wie Phillipp K Einer unterstelle ich sogar, das dies ihre einzige Aufgabe ist: Denn komischerweise sieht man diese Menschen im Netz (bundesweit) und auch auf vielen Mahnwachen und Pegida-Veranstaltungen AGITIEREN (woher kommt das viele Geld und die Zeit für diese Reisen???) und NICHTS konstruktives für die Bewegung! Bei Ken Jebsen und Pedram und Prinz Chaos, Lea Frings und Lars Mährholz kann man wenigstens endlose TATEN aufzählen, die sie für die SACHE taten! Und die gut waren! Zählt mir doch mal nur fünf konstruktive Dinge auf, die Phillipp K Einer oder Elsäßer und Co. für die Bewegung geleistet haben, AUSSER das sie gegen Flüchtlinge, Schwule oder Linke HETZEN!??? Das hier ist die gleiche Schublade, wie Friedensdemowatch oder Jutta Ditfurth- nur im rechten Gewand und nicht ganz so oberschwellig diffamierend. Eure Beweisketten finde ich hier auch in den meisten Fällen eher manipulierend und sehr suggestiv! So ist der Lebenslauf von Pedram und seine politische Arbeit absolut kein Beweis für eine bezahlte Agitation oder bewusste Unterwanderung! Sondern zeigt eher einen Menschen, der schon seit Jahren politisch sehr aktiv ist und sich nicht gerne auf eine Gruppe (und ihren Dogmatismus) versteift! MAcht doch mal eine Recherche über Phillipp Keiner oder Elsäßer! Würde mich nicht wundern, wenn diese beiden Vögel absolut bezahlt und geschickt wurden! So, und jetzt lehne ich mich mal zurück und schaue, wie lange es dauert, bis ihr diese unliebsame, kritische Gegenmeinung gelöscht habt! Damit würdet ihr euch dann hier wirklich in KEINSTER Weise mehr von Friedensdemowatch und Jutta Ditfurth unterscheiden! Übrigens: Nur weil sich die AFD-Funktionäre alle ein Stauffenberg-Gemälde ins Parteibüro hängen, kann es nicht über die Tatsache hinweg täuschen, das die AFD eine miese rassistische Partei ist, die nichts anderes tut, als die wahren Gründe (Kapitalismus, Neoliberalismus, Finanzsystem) mit billigen Ressentiments gegen Flüchtlinge, Arbeitslose und Minderheiten zu vernebeln und diesem typisch deutschem Spießbürgertum auf Stimmenfang zu gehen! 😉

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    • math0ias sagt:

      Es ist tragisch immer mehr ansehen zu müssen, wie Erwachsene sich wie Kleinkinder verhalten. Das was sie hier zu Sprache gebracht haben, lässt sich zusammenfassen, aber aber aber die auch und wir sind besser. Das ist genau die Art, wie so vieles schlechtes in der Welt gerechtfertigt wird. Das war bei Hitler schon so und ist nun auch heute aktuell unter Merkel und Obama so und du tust es ohne es zu merken auch. Und natürlich nicht zu vergessen, wenn die eigenen Argumente fehlen, immer schön auf andere zeigen. Falls es ihnen nicht aufgefallen ist, ging es im Artikel darum, aufzuzeigen wie weit die aktuellen Bewegung von ihren anfänglichen Zielen weg ist. (keine Hierarchien zum Beispiel) Und ein Elsässer spielt da kaum eine Rolle. Er wurde nur als Beispiel genommen um zu zeigen wie gearbeitet wird. Zumal es die Denke von ihnen und anderen Leuten so wunderschön beweist. Man vertraut den normalen Menschen nicht zu, seinen eigenen differenziertes Urteil bilden zu können. Er ist ja schließlich dumm und die intelligenten Menschen versammeln sich auf den Podium. (Ich bezweifle dies im übrigen. Sie sind schon mal das erste Gegenbeispiel.)Überall nur Feindbilder und gemeine Manipulativsten, die das arme kleine Menschlein für die falsche Sachen begeistern können. Doch dabei vergessen viele wofür die Mahnwache am Anfang eigentlich stand. Es haben sich dort Leute zusammen gefunden, die spürten das ihnen von vielen öffentlichen Seiten nur eine Meinung aufgezwungen wird und ihnen nicht die Möglichkeit gelassen wird, selbst über diverse Themen nachdenken zu dürfen. Nun waren alle Begierig nach freien neuen Input, um sich selber eine Meinung bilden zu können. Für diesen Prozess brauch man aber auch unterschiedliche Ansichten und zudem Zeit, die man benötigt zur Verarbeitung. Und gerade dafür habe ich Elsässer geschätzt. Viele seiner Ansichten, lässt mir den Magen im Inneren umdrehen, weil ich die lächerlich und dumm fand. Und klar wirst du damit Recht haben, dass er auch seine egoistischen Interessen vertreten hat und zuletzt auch seine Zeitung verkaufen will. (Das unterscheidet ihn aber von anderen Menschen kaum.) Dennoch dachte ich endlich an einem Ort angekommen zu sein, wo man wirklich diskutiert und Argumente austauscht, statt blinden Hass. Und am Ende gewinnt der mit den besseren Argumenten. Denn so hätte man allen vormachen können, dass wir diese zentrale Machtzentren der Welt nicht benötigen und statt dessen die Macht-Pyramide abschaffen können, was das Ziel der meisten anwesenden war. (und deshalb ist die Bewegung gescheitert, weil sie davon weg gegangen ist.) Zumal es die klaren rechten Tendenzen, nur vereinzelt gab und auch viel Gegenwind bekamen. Was dann aber am Ende passiert ist mit der Bewegung, ist das Gegenteil von den Anfängen und lässt mich komplett enttäuscht zurück. Leute wurden ausgegrenzt und immer mehr wurden statt Fragen zu stellen, Antworten gegeben. Anfänglich hatte man angekündigt, jeder der Will kann auf die Bühne gehen und sprechen und später waren es dann doch nur die eingeladenen Gäste, mit immer weniger Inhalt und gleichgeschalteter Botschaft. Und das was in diesem Artikel aufgezeigt wurde, ist das Problem. Denn das was die anfänglichen begeisterten Demoteilnehmer am System kritisiert haben, kam selbst in die Bewegung hinein und wurde ein Teil davon. Hierarchien, Meinungsmonopol, Ausgrenzung, Diffamierung, …
      Und du enttäuschst mich da besonders. Ich hab dein Buch gelesen und du bist selber so weit von deinen eigenen Idealen entfernt, dass ich mich frage, ob du in den letzten Jahren einfach nur im Leben herum geschwommen bist und deine eigene Mitte verloren hast oder alles nur theoretisch verstanden hast aber in der praktischen Umsetzung versagtest. Deine Wortwahl ist zudem unter aller Sau. Leider nicht nur dieses Mal.
      Es wäre schöner gewesen, wenn du Stellung dazu bezogen hättest, was man dir hier vorwirft. Denn ich finde das nicht unwesentlich. Aussagen wie es ist homophob wenn man über Schwule spricht ist absoluter Quatsch. Ein Mensch muss lernen und wie kann er lernen, indem er über Sachen nachdenkt. Dazu muss man Dinge in Worte fassen. Noch besser ist dieser Prozess wenn er sich darüber austauschen kann. Wenn es also Leute gibt, die sich damit noch nicht so viel beschäftigt haben, muss man ihn gerade eine Plattform geben um mit ihn darüber zu reden. Ausgrenzung und Tabuisierung und das solltest du in deinen Beruf eigentlich wissen, führt nur zur Vereinsamung und Radikalisierung. Ich verstehe zwar den Grundgedanken deiner Aussage, weil du glaubst, dass es so natürlich sein müsste, dass man darüber nicht mehr reden sollte aber dennoch bringst du es viel zu verkürzt und platt herüber und grenzt damit eine Menge Menschen aus. Zumal wenn es natürlich ist, dann sollte man gerade darüber reden, denn der Mensch sollte über alles reden.
      Reiß deine Schranken im Kopf ein.

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  14. Rüdiger Lennz sagt:

    Tja, vielleicht waren solche Dinge aber auch notwendig!??!? Weil es halt eben doch diese miese Unterwanderungsversuche von Rechts gibt??? Inwiefern die Art und Weise von Pedram da zu kritisieren ist, steht auf einem anderen Blatt! Ich scheisse am Ende auf Personendebatten wie Elsäßer, Jebsen, Pedram-Blah! Große Geister reden über Themen/Ideen/Visionen- Kleingeister und Agitateure eben nur über Personen! 😉

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    • Hallo Herr Lenz,
      ich bin erstaunt, dass Sie neun Monate nach Veröffentlichung dieses Artikels, hier nun kommentieren. Aber sei’s drum.
      In einem Punkt kann ich Ihnen teilweise zustimmen, die Einschätzung zu Phillip Keiner – zum Zeitpunkt des Entstehens dieser Artikelserie war diese Erkenntnis aber eben noch nicht so klar erkennbar.
      Der überwiegende Teil ihrer Zeilen zeugt von Ihrer unermesslichen Menschenkenntnis, Ihrer Ideologiefreiheit, ihrem propagierten Nichtkampfsystem und Ihrer Genialität.
      Ich erspare mir die nähere Analyse Ihrer Argumente und lasse Ihre Meinung hier unkommentiert stehen, weil sie eine eindeutige Sprache spricht.

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  15. Jo sagt:

    Lieber Rüdiger Lenz,
    von Anfang an verfolge und begleite ich diese Entwicklung und die verschiedenen Fraktionen.. kenne eine Menge von voelen Veranstaltungen persönlich, habe sehr genu hingeschaut und hin gehört… und meine Bauchgefühle haben mich nicht getäuscht, viele Eindrücke haben sich immer wiederholt…
    Ich finde diesen Beitrag unsäglich geschickt und traurig und er bestätigt, warum ich schon lange skeptisch bin, auch dem Lenz gegenüber… und schade, dass auf den Entrismus, Trotzkismus, Humanismus-Konsens und die ganzen Platitüden gar nicht eingegangen wird.. Die 20 000 bei Pegida geben im Grunde der anderen Seite Recht.. Ich mache sehr viel föür die Mahnwachen und habe gerade noch Interviews und Reden hoch geladen, doch je mehr ich mir das Trauerspiel und die Mistrauens- und Ausgrenzungs und Halbwissen-Mainstream-Politik anschaue, desto mehr tendiere ich zum ursprünglichen Plan, da nicht länger Zeit, Geld, Ruf zu investieren.. Die Wahrheit ist unbequem, radikal und schafft Feinde und der Selbsterhaltungstrieb lässt Euch sicher da weiter mit der ltwn Friedensbewegung schwimmen, aber ohne Mut zum genauen Hinschauen, zur Wahrheit und Annahme aller Gefühle und Erkennen der tieferen Konflikte und Muster sind wir unwirksm… Und viele Berliner sehen in den genannten Personen eher Schädlinge für die Bewegung, weshalb die Mahnwachen nur noch so klein und fast bedeutungslos sind, ein Ziel von Entristen… Ich schätze Euch alle und sehe die Egospiele und Schatten auf beiden Seiten… Lars Mährholz hat zugegeben, Freimaurer zu sein und er spielt da eine ganz bestimmte Rolle… einen Frieden vermittelnd, wo sehr viele aus der Diskussionsgruppe verbannt wurden oder nicht mehr ans Mikro sollen.. Es bräuchte noch sehr viel mehr interne Heilung, Kommunikation, Versöhnung, doch die Mauern sind hoch…
    Um empfänglich zu sein für mentale Manipulationen braucht es nichtmals spezifische Schulungen, die Massenmanipulation ist sehr mächtig und sich dem zu entziehen, wie gegen den Strom schwimmen, ängstigend, herausfordernd, Freundschaften gefährdend…
    Ohne Konfliktlösung – im Kleinen und im Grossen kein Frieden… und nur eine endlose Wiederholung weichgespülter Argumente, denn keiner möchte mehr anecken mit bitteren Wahrheiten.. bis auf Leute, wie Elsässer, der politisch unkorrekt mit im Grunde einer stabilen Crew von Mitstreitern als Mahner in der Wüste steht… und sein Wachstum gibt ihm durchaus auch Recht.. Und geduldig berichtigt er die Hetze aus der Presse und zeigt auf, wie es wirklich ist und war.. in meiner Sicht die Aufgabe auch von den Mahnwachen, die aber immer mehr den Weichgespülten Schmusekurs fahren..?!
    Keiner ist perfekt undzusammen könnten wir einen echten Unterschied machen wieder.. weiter.. wenn jeder seine luziferischen Verträge löst und endlich mal richtig ehrlich und authentisch mit allen Ängsten und Zweifeln sich zeigen würde… wenn der Konflikt sichtbar und damit lösbar würde…
    Dies ist ins Unreine gesprochen… tiefe Frustration .. auch nach monatelangen Gesprächen und Austausch mit vielen aus Berlin und anderswo..
    Namasté
    in Respekt vor eurem wahren Sein..

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