Wolkenschieberin Lieselotte Pulverfass

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Der Trotzkist und der Sänger!

15. November 2014
von Lieselotte Pulverfass

Xavier Naidoo, lass uns reden!

Diesen Aufruf las man am 07. Oktober 2014 bei Trotzkist Pedram Shahyar auf seinem Blog.

Nun ist es geschehen, man hat sich offensichtlich persönlich getroffen. Bei Ken Jebsen liest man unter folgendem Bild:

„Aktivist wer aktiv ist. Ein in Berlin lebender Exil-Iraner, ein in Mannheim wirkender Südafrikaner und ein Halb-Iraner aus Berlin treffen sich, um die nächsten Schritte in Richtung Frieden zu planen.“

troika

Sehr nette Begegnung, denkt sich der Außenstehende.Und fragt sich vielleicht noch, wer ist Pedram Shahyar und wer dieser Ken Jebsen?

Nur denjenigen, der verfolgt hat, was dem Treffen voraus ging, beschleicht ein ungutes Gefühl.

Spulen wir also die Zeit ein wenig zurück:

Xavier Naidoo tingelte im August mit einem LKW durch Mannheim und philosophiert vor Passanten zur Frage der Souveränität Deutschlands. Daran wäre an sich nichts Spektakuläres, hätte nicht der Autor Georg Diez bei SPON (Spiegel Online) in einer an Überheblichkeit und üblen Unterstellungen kaum zu überbietenden Kolumne einen Bezug zu den Montagsmahnwachen hergestellt.

Zitat:

„Hinter all dem Schmuse-Schmarrn, der seine Musik schon immer schwer erträglich gemacht hat, hinter all dem Gottes-Gewimmer, das in atheistischen Zeiten schon als Glauben durchgeht, hinter all dem Ich-singe-wie-Deutsche-sich-Soul-vorstellen-Klimbim steckt ein Mensch, der sich aus seinen Ressentiments eine Weltanschauung gezimmert hat. Bei dieser werden Verschwörungstheorien, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus, Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Friedensgeraune zu einer dunklen Suppe verrührt, wie sie auf den neurechts-gekaperten Montagsdemonstrationen seit Monaten serviert wird.“

Wie ein Lauffeuer verbreitet sich in den folgenden Tagen die Nachricht, Naidoo hätte in Mainz auf der Mahnwache gesprochen. Wenig später erkennt man es als Falschmeldung und rudert zurück.

Aber die Hoffnung auf prominente Unterstützung der Montagsmahnwachen durch den Sänger beflügelt viele, selbst Lars Mährholz, der sich seit langem gegen die immer wiederkehrenden Redebeiträge auf den Bühnen vergeblich des Themas entledigen will, wie zum Beispiel hier.

In einem Aufruf erklärt Mährholz, dass das Thema für ihn nicht so relevant sei und er es nicht als Kernthema der Mahnwachen sieht, er sich aber freuen würde, mit Xavier Naidoo hierüber zu sprechen. In einem Eintrag auf Naidoos Facebookprofil schreibt Mährholz:

mährholz naidoo

Die Tage gingen ins Land, die Mahnwachen um Mährholz, Jebsen und Shahyar riefen zur Teilnahme an einer Demonstration am 03. Oktober in Kalkar gegen den Nato-Stützpunkt auf. Hier z. B. in einem Video von KenFM. Inständig hoffte man, Xavier Naidoo würde sich daran beteiligen.

Doch zum Entsetzen der Mahnwachenorganisatoren tritt Naidoo in Berlin bei einer Veranstaltung der „Verstoßenen“ auf, nämlich vor mehr als 1000 Besuchern auf der bundesweiten Mahnwache zum Tag der deutschen Einheit, aufgerufen von den Aktivisten des Alexanderplatzes und Frieden Jetzt. Dass er kurz vorher der Kundgebung von „Reichsbürger“ Rüdiger Klasen von staatenlos.info ebenfalls einen Besuch abstattet, sorgt nicht nur bei den Mainstreammedien für schäumende Wut.

Pedram Shahyar lässt sich zu folgendem Kommentar hinreißen, der an Arroganz und Verachtung kaum zu überbieten ist:

naidoo

Eva-Maria Pfeifer schreibt in einem inzwischen gelöschten Beitrag auf Facebook:

„Mein Wort zur deutschen Einheit kurz vor Mitternacht …
Da war er also … mit Sonnenbrille, charismatisch, wie man ihn kennt, plötzlich da … Mit einem T-Shirt, auf dem stand „Freiheit für Deutschland“ …. Keine Friedenstaube, kein „Positiv in die Woche starten“ … nein …, es stand darauf … , ach , ich wiederhole es nicht noch mal.
Da war er also am Kanzleramt und facebook explodierte.
Ungünstig nur, dass er auch bei Klasen und staatenlos war. Wegen der Liebe und so. Und die Bild das auch noch schreibt. Wie denn nun ? Sind die Mahnwachen und staatenlos nun doch eins ? Die arbeiten doch zusammen, sagt der Bürger, der Gute. Und was ist bloß mit dem Lieblingssänger los ? 
Es ist unwichtig, es ist völlig unwichtig. Vielleicht hat uns allen das heute medial wieder einen heftigen Schub Richtung Rechts gegeben, wir werden es überstehen.
Woher soll ein Außenstehender auch wissen, dass die meisten in Kalkar waren ? Dass die meisten „Frieden für die Welt“ auf ihre T-Shirts schreiben würden? „Für satte glückliche Kinder überall“… DAS hätte auf diesem T-Shirt vom Star stehen sollen…. Hat es nicht. Und seiner Meinung gebührt Respekt.
Und …. wenn ich ein Star wäre, dann hätte ich eine andere Botschaft gebracht, aber ich bin kein Star. Und weiß in diesem Moment umso deutlicher, dass wir auch wirklich keine brauchen…
Stars können sehr helfen, aber sie können auch sehr sehr schaden…
In diesem Sinne für eine vereinigte Friedensbewegung, die das Leid bekämpft, da wo es ist, Euch allen eine Gute Nacht.
für die, die nicht wissen, worum es geht …
http://m.bild.de/…/saenger-spricht-vor-reichsbuergern-38000…“

In der sich darauf hin folgenden hitzigen Debatte lässt sich Pedram Shahyar zu einem – äußerst fragwürdigen und verstörenden – Kommentar herab:

letzter auftritt

Auf die vielen Fragen, was Shahyar mit dieser Aussage meint, bleibt er eine Antwort schuldig. Auch ein weiterer linker Aktivist, ein „Rechtsanwalt“, wie er von sich selbst behauptet, orakelt furchtbare „Konsequenzen“ für Xavier Naidoo:

Zitat:

“Der Herr Naidoo wird bald einen offenen Brief vieler bekannter Musiker bekommen, die sagen wir distanzieren uns, wie u.a. mein Freund Tim Bendzko, mit dem ich vorhin telte … und auch BMJ Musik wird da was vorbereiten …”.

Dieses Geschehen rund um die Auftritte am Kanzleramt und deren Folgen beschreibt Jean Benedicte in einem Beitrag: EIN GROSSARTIGER MENSCH UND KÜNSTLER SOLL FERTIGGEMACHT WERDEN!!! Empört schreibt er über die Vorkommnisse:

„Wage es nicht, unsern Freund Xavier Naidoo anzugreifen, Du falscher Prophet und falscher Führer. Wer hier stört sind nicht Leute wie Naidoo, der uns alle als Vorbild für Liebe und Menschlichkeit beschämend übertroffen hat, stören tust Du und die Deiner Gesinnung sind.“

Ein paar Tage später lädt Pedram Shahyar den Sänger auf seinem Blog mit folgenden Worten ein:

Xavier, lass uns reden!

Die Heuchelei und Überheblichkeit des Linksextremisten trieft aus jedem Satz seines Beitrags. Vor allem vergisst er geflissentlich zu erwähnen, dass Naidoo auf zwei Veranstaltungen sprach. Statt dessen liest man in seinem Blogeintrag nur von der Demo der „Reichsdeutschen“

„Doch stattdessen ist Dein erster Demoauftritt bei sogenannten „Reichsdeutschen“ vor dem Reichstag, eine merkwürdige Sekte, die sich nach alten deutschen Reichen sehnt, die Grenzen von Bundesrepublik Deutschland nicht akzeptieren und in deren Szene sich ne Menge Faschisten rumtummeln. Die geistige Saat von Horst Mahler!“

von der Mahnwachenveranstaltung kein Wort. Gute politische Agitation, trotzdem sind die Mahnwachenbesucher sicher, dass Shahyar auch ihre Veranstaltung meint. Denn dieser Satz, der so gar nicht zu dem „Reichsdeutschen“ Klasen passt, zielt eindeutig in Richtung Mahnwachenveranstaltung:

„Aber ist Dir nicht bewusst, dass Du den NATO-Freunden in der Presse eine Steilvorlage geliefert hast? Die Springer-Presse ließ sich diesen Steilpass nicht nehmen. Nun können sie Friedensaktivismus mal wieder in die rechte Ecke stellen, und hunderttausenden Menschen, die sich um Frieden Sorgen machen davon abhalten, auf Demos zu gehen, weil sie zurecht keine gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen machen wollen.“

Und am Ende kommt dann die wirkliche Motivation des Trotzkisten zu Tage:

„Am selben Tag standen wir zu Hunderten vor der NATO Kommandozentrale in Kalkar, wo sie Drohenkriege der Zukunft planen, sie Automatisieren die Drohnen. Ernsthaft! Das erinnert an Terminator 2! In Hannover störten wir friedlich Merkel und Gauck, und in Hamburg zogen wir vor den großen Pressehäusern gegen ihre einseitige Berichterstattung. Wäre das nicht vielleicht eher ein Besuch wert gewesen?“

Nein, nicht Freude darüber, dass Naidoo sich mit den Friedensdemos solidarisch zeigt, sondern der pure Neid auf die Parallelveranstaltung und ihre Organisatoren klingt in diesen Worten. Ein prominenter Sänger wäre ein Zugpferd für die Mahnwachen, völlig egal, was er über die Souveränität der BRD denkt oder sagt! Und dann diese Schmach: Naidoo geht statt dessen auf die Demo der von der linksextremen Gesinnungsdiktatur vertriebenen „Abtrünnigen“!

Nun hat man sich also getroffen, in trauter Dreier-Runde mit dem schon auf links gebürsteten Ken Jebsen.

Die Friedensfreude fragen sich besorgt, ob Naidoo nun das gleiche Schicksal ereilt wie den „crowdfinanzierten“ Journalisten und dieser dann ebenso mit Kommunisten und Moaisten auf die Straße geht?

Warten wir ab, was die nächsten Entwicklungen bringen werden.

Und wem der politische Background von Pedram Shahyar noch unbekannt sein sollte, dem empfehle ich die Lektüre des Artikels „Pedram Shahyar – Friedensaktivist oder Trojanisches Pferd“ auf diesem Blog.

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3 Kommentare

  1. alberich sagt:

    Danke

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  2. Monika Escobar sagt:

    Hey Rockstar, komm ruf mich mal an ….. hahahaha!!!!!!! Mährholz was du dir heraus nimmst ….

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  3. Christian Schüler sagt:

    Interessant Frau Pulverfass. Ich verfolge Ihren Blog in Zukunft. Sachlich, nicht polemisch und mit genügender Trennschärfe aber dennoch polarisierend, wirklich lesenswert.

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