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GeKENtert? Von der APO in den PO – eine Satire!

25. November 2014

von Lieselotte Pulverfass

Eigentlich ist alles gesagt und geschrieben zu den Mahnwachen … dachte ich.

Inspiriert durch eine Facebook-Unterhaltung zu aktuellen Geschehnissen rund um die Mahnwachen, über die verbliebenen Protagonisten und deren Anhänger, spulte sich in meinem Geist ein gewaltiges Kopfkino ab. Eine „Vision“ ergriff mich, wohin das Schiff der Mahnwachen® (wohlgemerkt der Originalbewegung um Lars Mährholz) segeln wird. Ich muss diese „Zukunftsschau“ einfach niederschreiben, auch auf die Gefahr hin, dass niemand sie lesen will.

Zuvor noch ein Hinweis an all die begriffstutzigen Konsumierer und Schnell-Leser meiner „Hetzartikel“: dies hier ist, mit Ausnahme der Beschreibung tatsächlich stattgefundener Aktionen – erkennbar an Quellennachweisen – reine Satire.

Für den unbedarften Leser, der sich bisher kaum oder noch gar nicht mit den Ereignissen rund um die Mahnwachen® beschäftigt hat, empfehle ich vor der Lektüre dieses Artikels den 6-teiligen Aufsatz über Pedram Shahyar.

GeKENtert? Von der APO in den PO!

Mahnwachen im Friedenswinter oder die Krux mit der kognitiven Dissonanz

Vorab will ich noch kurz ein paar Fakten zum aktuellen Geschehen rund um die Mahnwachen® ansprechen.

Da ist sie also wieder im Raum, die böswillige Unterstellung, Ken Jebsen – seines Zeichens freier Journalist und charismatischer Sprecher der Mahnwachen® – sei Antisemit. Diesmal kommt der Vorwurf aus einer ungewohnten Ecke – dem Musikgenre. Eine Rapband namens Antilopengang singt davon in ihrem Song „Beate Zschäpe hört U2“. Da mir wirklich jeglicher Sinn für diese Musikrichtung fehlt, verzichte ich darauf, mir den Titel anzuhören. Es geht wohl – so liest man in der Berliner Zeitung – um folgende Aussagen des Liedes:

„(…) Sie können sagen was sie wollen, sie sind schlicht Antisemiten

All die Pseudo-Gesellschaftskritiker

Die Elsässer, KenFM-Weltverbesserer

Nichts als Hetzer in deutscher Tradition

Die den Holocaust nicht leugnen, sie deuten ihn um (…)“

Dass Jebsen empört ist und die Band nun verklagen will, wer mag es ihm verübeln.

Doch nicht nur ihn fordert diese Provokation zu einer Reaktion heraus, nein. Auch der uns schon bekannte und als „Bewegungsmitarbeiter“ entlarvte Pedram Shahyar zwitschert unverhohlen seine Wut über die Musiker in die Welt hinaus. Er steigert sich bei seinen Verbalattacken bis hin zu „Vernichtungsphantasien“:

antilopen

Das kommt mir irgendwie bekannt vor, mir schwant, ich hab ein Déjà-vu! Wie war noch gleich sein Kommentar zu Xavier Naidoos Auftritt bei der Friedensdemo in Berlin am 03. Oktober diesen Jahres?

letzter auftritt

Pedram Shahyar wär nicht der, der er ist, wenn da nicht noch mehr ginge!

Also bitte Pedram, noch einmal so richtig hochfahren bitte:

shahyar twitter

Wieder einmal gewohnt professionell in Vokabularauswahl und Grammatik unser Literaturwissenschaftler und Trotzkist!

Nichts desto Trotz (kleiner Witz am Rande) – allen Widrigkeiten mutig entgegen sehend – muss es weiter gehen. Man hat ja schließlich „Großes“ für den Winter vor und da sind solche Schlagzeilen so unnötig wie ein Kropf.

Da hatte man die Mahnwachen® doch nun endlich soweit von

Zitat:

„rechtsesoteriker, nationalchauvenisten, kryptonazis“

„bereinigt“ und den „braunen Sumpf“ erfolgreich ausgetrocknet, dass man Hand in Hand und Schulter an Schulter mit den alten Friedensgenossen verschiedenster Organisationen kooperieren konnte. Aktuell plant man gemeinsam einen Friedenswinter 2014/2015 mit diversen Aktionen, bspw. eine Demo gegen Bundespräsident Gauck am Schloss Bellevue.

Wohlklingende Namen haben den Demo-Aufruf gegen den Bundespräsidenten unterschrieben, neben Mitgliedern von ATTAC, DGB und der Partei Die LINKE auch (Polit-)Prominenz wie Sarah Wagenknecht, Reinhard Mey, Eugen Drewermann, Konstantin Wecker (der alternde Liedermacher und Chef von Prinz Chaos, der monatelang gegen die „Demagogen“ auf den Mahnwachen schwadronierte!), Sabine Leidig u.v.m.

Nicht auszudenken, was diese bekannten Personen tun, wenn die Presse die Mahnwachen® nun dank neuer Schlagzeilen wieder in die „rechte“ Ecke rückt! Scheitert gar das gesamte Konzept der Zusammenarbeit?

Bei Facebook fand ich eine sehr lesenswerte Kritik zur Beteiligung der Mahnwachen® an dem Aufruf zum Friedenswinter. Ich denke, dieser Beitrag beantwortet die vorige Frage. Nur ein kurzes Zitat, weiterlesen kann der Interessierte hier:

„FRIEDENSWINTER UND EINE STIMME / BEDENKEN AUS KÖLN
von Hans Joachim (…)

Wir sind derzeit mit einem Projekt konfrontiert, welches mit dem Namen ‚Friedenswinter 2014‘, das explizit schon im Namen auf die Friedensbewegung 2014 bezug nimmt, ohne die Mahnwachen zu bennennen. Man will also an ihre Erfolge anknüpfen, ohne sie zu würdigen.

In der Zeitung der beschlossenen Kampagne heißt es ‚gemeinsam für den ‚Frieden‘. Nach der unsäglichen Hetze gegen die Mahnwachen in diesem Sommer in denen von ’neurechten Tendenzen‘ und ‚Querfront‘ und von ‚Unterwanderung‘ der alten Friedensbewegung durch die Mahnwachen die Rede war, könnte man erwarten, dass vielleicht bei einigen dieser Mitglieder vielleicht ein Umdenken stattgefunden haben könnte.
Nun praktiziert man vielleicht gerade das, was man zuvor den Mahnwachen unterstellt hat.“

Hier zeigt sich auch wieder deutlich die Krux mit der kognitiven Dissonanz: man will unbedingt mit der alten Friedensbewegung kooperieren (oder sie vereinnahmen?), die – auch wenn ich nur ungern wieder auf dem Thema rumreite – größtenteils aus linken Organisationen, Parteien und Personen besteht. Warum eigentlich? Was ist so erstrebenswert an diesen alten verkrusteten Strukturen, die sich seit den 60er Jahren um ihre eigene Mitte (links?) drehen und so gut wie nichts erreicht haben?

Andererseits triggert man in den Forderungen der Mahnwachen® und auch durch die Sendung KenFM Themen, mit denen diverse Friedensaktivisten der alten Schule durchaus ihre Probleme haben. Denken wir nur an das Thema Israel oder die Geldkritik rund um die FED. Es scheint fast so, als gäbe es keinen Ausweg aus diesem ideologischen Dilemma. Will man nicht völlig die Mahnwachen® und ihre Forderungen assimiliert sehen in einer – vom Aussterben bedrohten – „alten“ Friedensbewegung, muss man als Mahnwachen®-Aktivist extrem um die Ecke denken können.

Sich ständig fragen zu müssen, ob man nun ein „Kryptonazi“ oder ein „reingewaschener“ Linker ist, und ob die eigenen Ideen noch konform gehen mit den Kooperationspartnern, kann auf Dauer eigentlich nur zu emotionalen Störungen führen. Deshalb sind die – zwar nicht einfalls-, dafür aber wortreichen – Ausbrüche des Pedram Shahyar für mich zum Teil sogar nachvollziehbar und verständlich.

Um diesem Zwiespalt zu entkommen, müssten neue Wege gegangen werden. Nur welche? Darüber ist man sich offensichtlich noch nicht im Klaren.

Da plant man einzelne Protestaktionen mit marginaler Teilnehmerzahl und Parteibeteiligung. Statt Solidarität und Unterstützung für die Friedensveranstaltungen am 09.11. zu zeigen, erfolgt von Mährholz und Anhang ein weiteres Mal eine Distanzierung und der Aufruf, diesen Veranstaltungen fern zu bleiben. Eine Aktion Lichterkette für den Frieden am 09.11. von Eva-Maria Pfeifer für die vor Angst zu Hause gebliebenen, geht nun in die zweite Runde, weil sie so „erfolgreich“ war …

Kerzenfotos für den Frieden? Die Kriegsopfer in der Ukraine und anderen Krisengebieten sind bestimmt außerordentlich angetan und dankbar. Europa und deren Einwohner – vor allem auch in den südlichen Ländern – versinken dank „Reformpaketen“ der Troika im finanziellen Elend und gesellschaftlichen Chaos mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Dank der US-Strategen und ihrer Hintermänner findet mit Hilfe der NATO auf dem gesamten Globus ein Angriffskrieg nach dem anderen statt.

Und die Mahnwachen® rufen zu Kerzenfotos auf?

Kerzen

Die Krönung des Einfallsreichtums kredenzt uns Olav Mueller (Mitglied der SPD);  spontane Videoclips mit bizarren bucket challenge Aktionen scheinen sein Faible. Da schüttet er sich schon mal den Kaffee von Starbucks über den Kopf oder – noch einfältiger – Apple-Geräte, um gegen die „Großkonzerne“ zu protestieren, die in Deutschland keine Steuern zahlen.

Sorry aber noch alberner geht’s wirklich nicht mehr! Ändert so ein schwachsinniger Aktionismus irgendetwas an der Politik und den Gesellschaftsproblemen? Warum engagiert sich dieser Politiker nicht dort, wo er Mitglied ist – nämlich in seiner Partei – für ein gerechteres System und eine Abkehr vom Kriegskurs der Regierung?

Derartig abstruse „Friedensaktivitäten“ forderten meinen Geist heraus, sich detailliert vorzustellen, wo sich die „neue APO“ – laut Ken Jebsen die Mahnwachen® – mit ihrer „Schwarmintelligenz“ wohl in den nächsten Monaten/Jahren sieht.

APO — Abkürzung für Außerparlamentarische Opposition

Der Schulterschluss zwischen Mahnwachen® und alter Friedensbewegung scheint gelungen, auch wenn sich einige alteingesessene Aktivisten – z. B.  Ottmar Steinbicker von aixpax – damit so gar nicht anfreunden können und dem Bündnis die Zusammenarbeit verweigern.

Bei so viel Engagement und Einfallsreichtum der Mahnwachen®-Protagonisten wäre der nächste logische Schritt zwangsläufig dieser: von der APO in den PO (Parlamentarische Opposition). Entsprechend den aktuellen Entwicklungen nach Zeitz kann dies folgerichtig nur mit der Partei Die LINKE funktionieren, die eh schon von ehemaligen Linksruckkadern unterwandert ist. Und zukünftig – wer weiß – schafft man es vielleicht sogar in die Koalition.

Pedram Shahyar als Mitarbeiter von Sabine Leidig MdB Die LINKE und Lea Frings, ebenfalls in selbiger Partei aktiv, sind schon mal ein guter Anfang. Mir schwebt da – im Zusammenhang mit der derzeitigen Konstellation im Thüringer Landtag, wo es erstmals möglich erscheint, dass die Partei Die LINKE den Ministerpräsident stellt – ein bundesweiter Siegeszug der Linken bei Wahlen vor.

Und dann? Gregor Gysi als Kanzler? Nee nicht nach der Kloaffäre, zu anrüchig ist der Mann mit der Stasivergangenheit und der feigen Flucht aufs Männerklo.

Aber die schöne Sarah Wagenknecht als neue Kanzlöse, das wär doch was! Da deren Parteigenossen jedoch fast ausnahmslos unscheinbar sind, bieten sich charismatische Hauptakteure der Mahnwachen® doch gerade zu an für die Pöstchen im Kabinett. Vor der Platznahme im Bundestag ist auf jeden Fall sicher zu stellen, dass die Kandidaten, insbesondere auch der Regierungssprecher, in allen Parteipunkten auf Linie sind. Ausnahmen werden keinesfalls toleriert, d. h. auch von den letzten noch verbliebenen Systemkritikpunkten der Mahnwachen®, die nicht mit der Parteipolitik konform sind, muss sich öffentlich und per Pressemitteilung distanziert werden.

Man bedenke, dass bei Machtergreifung der Linken der marxistische Kommunismus angestrebt wird, somit braucht es vielleicht einige zusätzliche Ämter! Wie wäre es also mit dieser Besetzung (Achtung Genderismus)?

  • KanzlerIn Sarah Wagenknecht
  • RegierungssprecherIn Ken Jebsen
  • AußenministerIn Lars Mährholz
  • MinisterIn für Sport und Kultur Rüdiger Lenz
  • FamilienministerIn Prinz Chaos alias Florian Kirner
  • FinanzministerIn Franz Hörmann
  • PropagandaministerIn Pedram Shahyar
  • JustizmininsterIn der alle Kritiker verklagende Rechtsanwalt M. V.
  • BundesinnenministerIn Eva-Maria Pfeifer
  • Kriegs- (äh Verteidigungs-)MinisterIn Florian Hauschild
  • WirtschaftsministerIn Olav Mueller (der vorher die Partei wechseln müsste)
  • GesundheitsministerIn Marsili Cronberg
  • LandwirtschaftsmininsterIn Lea Frings

Selbstverständlich verfolgt und unterstützt man, wenn die Machtergreifung gelungen ist, das hehre Ziel der globalen Agenda: die Errichtung einer kommunistischen Weltregierung. Vorgesehen sind dann u. a. kommunistische Errungenschaften wie die komplette Enteignung der Bevölkerung, die Deindustrialisierung zur Umsetzung der Klimaziele, Verbot von Fleischkonsum zur Verringerung der CO2-Belastung. Für „Intolerante“ errichtet man Umerziehungslager, Arbeitslager für Systemkritiker, wichtig ist auch die Vollbeschäftigung beider Elternteile und Ganztagsbetreuung inkl. ideologischer Indoktrinierung und Frühsexualisierung der Kinder.

fick


Noch mal zur Erinnerung, diese Zukunftsschau ist reine Satire. Die Erfüllung dieser Visionen und deren Auswirkungen wünsche ich niemandem in diesem Lande oder weltweit, vor allem nicht unseren Kindern und Enkeln. Wollen die Mahnwachen® ernsthaft in diese Richtung?

Ich bin in einer kommunistischen Diktatur groß geworden, Meinungsdiktate und Sprechverbote sind mir noch gut in Erinnerung. Auf eine Weiterführung dieser menschenverachtenden Ideologie in einer EUdSSR können wir alle gern verzichten.

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3 Kommentare

  1. Rüdiger sagt:

    Der Gysi als Kanzler – na und?
    Anläßlich der Vereinigung flog er erst einmal in die VSA.
    Kamingespräche mit dem VSA-Botschafter ist er gewohnt.
    Sein heftiger Kampf gegen Antisemitismus spaltet seine Partei, entspricht aber der Staatsräson.
    Wie staatstragend seine Partei sonst, auch in Brüssel, agiert, erfährt man auf radio-utopie.de, wenn man „die linke“ in die Suchmaske eingibt.

    Obwohl…- eigentlich wäre mir die Wagenknecht etwas sympathischer.
    Ihr „Freiheit statt Kapitalismus“ (hat einen Wikipediaartikel) läßt zumindest etwas Hoffnung zu. Da hat sie ein Zuckerle verdient.

    Als Pessimist bin ich nicht wählerisch.
    Gewöhnlich empfehle ich, die Grünen zu wählen.
    Wenn schon, denn schon.

    Gefällt mir

    • Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.
      Meiner Meinung nach ist keine der Parteien im Bundestag wählbar. Die Koalition reitet mit wehenden Fahnen einem Krieg mit Russland entgegen, mit der deutschen Bundeswehr als „Speerspitze“. Am Ende des Debakels ist es wieder mal der böse Deutsche, der schuld am ausgebrochenen Krieg ist.

      Die Grünen sind inzwischen als Kriegspartei dabei und daher nicht besser.

      Und die Linken?
      Nur zu! Dann sehen wir uns demnächst in der DDR 2.0 mit Meinungs- und Sprechverboten, Wahlpflicht, Mangel und Schlangen in den Läden. Kinder werden ganztags betreut, natürlich gendergerecht, ab dem Kindergarten mit sexueller Vielfalt konfrontiert und ihrer Kindheit beraubt. Statt dessen ideologisch getrimmt und dem pädophilen Kindergärtner oder Lehrer/Vater/Onkel hilflos ausgesetzt.

      Eigentlich eine aussichtslose Situation, solange die Politik nicht den Wähler vertritt, sondern die Machtinteressen der globalen Finanz- und Wirtschaftsindustriellen.

      Gefällt 1 Person

  2. Entwicklungen sagt:

    Wenn auch reichlich spät hier kommentiert:

    trotz allem, muß man jedoch gestehen, das er jetzt noch ‚Bodenhaftung‘ besitzt und viele zu einem (auch persönlichen) KENne ich kommen kann, doch man darf auch über ihn und sein Wirken nachdenKEN … so kommen einige (viele?), wie ‚Frau Wolkenschieberin‘ eher zur ErKENntnis – geKENtert.
    Danke, schade das die einzige Honorierungsmöglichkeit ihrer Texte der Kommentar ist.

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