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EndGame in Erfurt – Nazidemo oder Friedensveranstaltung?

Berichte jenseits des Mainstreams


28. Januar 2015

von Lieselotte Pulverfass

Am 24. Januar 2015 fand in Erfurt die erste Veranstaltung von PEGADA statt, eine Demo mit dem Namen EndGame (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas), die rund 1000 – 2000 Teilnehmer in die thüringische Hauptstadt lockte. In meinem Artikel Pegida, Mahnwachen und das Attentat von Paris hatte ich bereits darüber sinniert, dass sich in dieser Bewegung möglicherweise der ursprüngliche Spirit der Mahnwachenbewegung wieder finden könnte.

Kritisch scheint mir allerdings der Name PEGADA, der doch sehr an PEGIDA erinnert und Uninformierte vermuten lässt, dass es sich um einen von vielen Ablegern dieser Bewegung handelt. Dies erkennen nun auch die Veranstalter und man plant offensichtlich eine Umbenennung. Auch die zu den – von Parteien, Kirchen und Antifa organisierten – Gegendemos erschienenen ca. 200 Teilnehmer zeigten sich irritiert, dass der Protestzug so gar nicht (wie von den Aufrufern proklamiert) ausländerfeindliche, islamfeindliche oder gar rassistische Züge hatte.

Die Partei der Grünen beispielsweise rief auf ihrer Webseite zum Widerstand gegen Nazis auf!

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In Erwartung des angekündigten „Naziaufmarsches“ kochten bei den Gegnern der EndGame-Demo schnell die Emotionen hoch und die verbalen Schlachtrufe, Pfeifkonzerte, auf Krawall gebürstete Antifas und Sitzblockaden störten die Veranstaltung erheblich.

In den Mainstreammedien finden sich zuhauf Artikel über die Demo, wie üblich gespickt mit den bekannten Phrasen „kruder Zusammenschluss“, „Verschwörungstheoretiker“, „Neonazis“ und ähnlichem Vokabular, sowie eine voreingenommene Darstellung der stattgefundenen Auseinandersetzungen. Dem möchte ich mit Berichten von Demonstranten, die uns erzählen, was sie zu der Teilnahme bewegt hat und was ihrer Meinung nach vor Ort wirklich passierte, etwas entgegen setzen.

Jan Gulbinat schreibt in der Gruppe Aufruf zum friedlichen Widerstand:

„Die Antifa war wieder mal als Denunziant des Staates unterwegs und hat versucht das Demonstrationsrecht für eine Bürgerbewegung zu unterbinden. Sie waren sehr erstaunt, als sie auf ihre Slogan „Nazis raus!“ aus den Reihen der Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas (EnD GAmE) die Antwort „Nazis raus“ erhielten. Als die EnD GAmE skandierten „Hoch die internationale Solidarität!“ waren sie völlig verdutzt.
Mmmmh, doof wenn sich das Feindbild solidarisch mit einem zeigt, was einige Antifaschisten zum Anlass brachte, härtere Mittel einzusetzen, um diese angebliche „Nazidemo“ zu beenden. Wenn die Sprechchöre nicht mehr funktionieren, fliegen die Fäuste oder auch der eine oder andere Polenböller.

Link zum dazu gehörenden Video.

Der Ausruf der EnD GAmE „Wir sind friedlich, was seid ihr?“ hat sogar ein paar Gegendemonstranten erkennen lassen, dass sie irgendwie auf der falschen Seite stehen und mit diesen gewalttätigen und radikalen „Anti“Faschisten nichts mehr zu tun haben wollten.

Aber die Antifas sollten sich selbst mal fragen, wie stolz sie eigentlich auf ihre ehrenhafte antifaschistische Arbeit sind, wenn sie sich immer so gut wie möglich vermummen. Zeigt doch einfach Eure Gesichter und versteckt Euch nicht hinter Euren Kapuzen und Sonnenbrillen!

Vielen Dank für die professionelle Arbeit der Erfurter Polizei. Trotz der Gewalt der Antifa kam es zu keinen Verletzten, nur ein Polizist hatte Pfefferspray von der Antifa abbekommen.“

Jan Herold berichtet auf Facebook:

„+ + + + AUSSCHREITUNGEN IN ERFURT HEUTE + + + <<sorry, sonst liest es ja keiner…

Grad wieder rein von der wunderbar friedlichen PegAda-Endgame in Erfurt.

Was kann ich berichten: 13 Uhr dort angekommen, einige bekannte Gesichter von den Friedensmahnwachen wieder getroffen – Freude. Dann standen aber schon einige mit großen Transparenten auf dem Platz – es war die evangelische Kirche und die Antifa oder ähnliche, gemeinsam da. Die Kirche hatte ein Riesentransparent mit: EVANGELISCHE KIRCHE gegen Rechtsextremismus, auch Plakate wie VAGINA (Vaterlandslose Alkoholiker gegen islamophobe Nationalistische Arschlöcher – Anm. L.P.) und irgendwas im Text mit Idioten drauf und GRÜNE Jugendliche mit Fahnen und die schwarz gekleideten Antifaleute. Ich fragte mich ehrlich, ist das Plakat von der Kirche gegen die ukrainische Regierung – und wollten die VAGINA-Leute uns beipflichten, dass man nicht gegen den Islam sein sollte – oder ich ahnte auch, es könnte gegen uns sein?

Ich suchte den Dialog, ging zur Kirche, zu dem Mann, der da den Hut auf hatte – und fragte: seid ihr gegen das Geld geben für Kiew – also gegen den Krieg, gegen das nationalistische Treiben in der Ukraine und gegen Pegida mit eurem Transparent – oder meint ihr uns??? Als Antwort bekam ich, dass wir Reichsbürger, Nazis und Elsässer-Leute wären. Ich habe zurückgefragt, ob er weiß wofür wir hier stehen. Ich bekam die selbe Antwort. Ich sagte, wir stehen hier gegen den laufenden Krieg in Europa, gegen das Morden in der Ukraine, gegen menschenverachtende Sanktionen und gegen die sog. Freihandelsabkommen welche nur Gelder für weiteren Krieg freimachen und uns entdemokratisieren, entrechten sollen. Und dass er viele Bürger hier nicht wegen einer Elsässer-Rede am freien Mikro der Mahnwachen bzw. wegen Reichsbürger, die auch auf keine friedliche Mahnwache mehr gehen, nur kurz auch am FREIEN Mikro waren, also wegen 3-4 Leuten, die es gar nicht mehr hier gibt, Tausende Friedensleute blind verurteilen sollte. Er antwortete, dass sie auch gegen TTIP, Gen-Essen, Umweltverseuchung seien. Ich sagte, das ist aber nicht der Kern, der Kern der „Frei“handelsabkommen ist die Entdemokratisierung und Geld – unser Geld – für den Krieg abzuschöpfen. Während dem Gespräch immer mal ne Trillerpfeife von links rechts – von seinen Leuten um ihn herum. Er hat mir dann gesagt: sie hätten hier Demo angemeldet – eben 13 Uhr… (wir ja 14 Uhr) – und hat mich gebeten, nicht vor ihren (ich sag sinnlosen, am Thema vorbei) Transparenten zu stehen. Andere versuchten auch die vorgeschickten Gegendemonstranten aufzuklären, friedlich zu reden, zu erklären, dass wir nicht die seien, was sie dachten.

Jedenfalls stellten wir uns auf unserem „eigenen“ Platz VON ihren Transparenten WEG, friedlich und wie sie es forderten. Sie hatten ja auch angemeldet. Als unsere Veranstaltung begann, begannen sie mit Trillerpfeifen und Geschrei unseren Redner (alles innerhalb von 5-10 Metern) zu übertönen. Es war nicht möglich, dass Konstantin ordentlich für jeden hörbar die Sicherheitsvorschriften vom Ordnungsamt – und den geplanten Verlauf vorlesen konnte. Ich begab mich zur Polizei und sagte, ob sie nicht mal mit zum Mikro vor könnten, damit wir für Ruhe und Ordnung sorgen können. Sie verwiesen mich an eine Frau und Mann vom Ordnungsamt. Er fragte mich wiederum, wer ich sei – und da muss schon ein Ordner oder Veranstalter zu ihm kommen. ALSO es passierte nichts!!!! (also nichts vom Ordnungsamt, nicht von den Oberverantwortlichen der Polizei, die an das Ordnungsamt gebunden waren – sie hätten doch nur mal kurz zum Mikro – gegen eine womögliche Ausschreitung – mitgehen sollen)….

Konstantin und ein Berliner Friedenmahnwachler versuchten noch mit den Gegendemonstranten zu reden, ihnen zu erklären, dass wir keine DD-Pegida oder ähnliches sind, sondern für Frieden, gegen Sanktionen, gegen den Ausverkauf der Demokratie und natürlich gegen die Nato und ihr Treiben hier stehen. Völlig sinnlos – das Megaphon reichte keine 2 Meter weit gegen die Trillerpfeifen der … ehm Gegendemonstranten. Wir entschlossen uns, ihnen den Rücken zu kehren und das Mikro auf die andere Seite unserer Friedensdemonstranten zu verlegen, wir begrüßten uns friedlich und freuten uns, dass so viele gegen den Krieg, für den Frieden da sind.

Nun kurz, wir marschierten los – und wurden von Antifa, welche Amerikaflaggen und Israelflaggen (und warum diese beiden???) bei sich hatten, auf der Marschroute mehrmals heftig blockiert, zweimal musste die Polizei räumen – ich bin mir sicher sie taten das bestimmt sogar irgendwo gerne – für uns, für die Demokratie und gegen solche aggressiven Menschen…

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Zurück zum Anfang: nach dem Gespräch mit dem Mann mit dem Hut auf (von der Kirche) – stand ich mind. 15 min fassungslos da, ALSO wie Medien und die Aufrufer der Gegendemonstranten diesen wohl auch eigentlich nur friedlichen Menschen so derb in Hirn scheißen können, dass ihre Ohren für das, was wir friedlich sagten völlig ZU waren. Wie auch sie sich selbst mit ihren Trillerpfeifen die Ohren davor verschlossen, was wir dort gesagt haben, mit ihnen sprechen wollten.

Und es waren dann gute, liebe, handfeste, wundervolle Beiträge für den Frieden, gegen den Krieg, gegen unmenschliche und auch hier Arbeitsplätze vernichtende Sanktionen und dass die Freihandelsabkommen uns entdemokratisieren sollen, zu hören. Übrigens: Kein Vortrag über Islamgewalt oder dagegen wurde gehalten, sondern die Erkenntnis, wir sind alles nur Menschen – und die paar Gewalttäter, die die Presse aufbauscht nicht die Gefahr sind, sondern eben der laufende, teure Krieg, menschenverachtende Sanktionen und die sog. „Frei“handelsabkommen. wir alle Menschen lieben, egal welchen Glaubens, etc.

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Ein rüstiger Opi aus Magdeburg sprach und verwies darauf, dass es damals auch nur aus Konzern- und Banken-Interessen, um Ressourcen (ob Getreide in der Ukraine, ob Erz im Kaukasus oder weiter hinten in Richtung Osten) ging – wie jetzt auch im Interesse der „Amis“ – also der Konzerne des Westens (und da gehören auch hiesige dazu) schon wieder – und um nichts anderes!!! Auch ein junger Mann aus Jena fragte sich, wie man als Christ, er war selber Christ, für diesen Krieg stimmen kann – bzw. die Nato noch verteidigen kann – „Du sollst nicht töten“ – oder „liebe Deinen Nächsten…“
Doch DAS GEGENTEIL und sehr aggressiv haben wir von den „Gegen“demonstranten erfahren.

Nunja – weil wenige Leute der Hogesa auch da waren (welche damals ja nur den Staat aufforderten – auch friedlich – die Randalierer waren damals die Gegendemonstranten – also sie forderten, dass sich der Staat doch bitte um die auffällig aggressiven Redner der Salafisten kümmern sollen und natürlich auch gegen die amerikanische Besatzung aussprachen – aber die Medien verzerrten dies alles), so ist es auch kein Wunder, dass die Gegendemonstranten selbst friedlichste Leute hier heute so sahen.

Also was ich sagen wollte – morgen wird wieder die ON/OFF-Presse sicherlich berichten, dass „Elsässer-Anhänger und Hooligans“ da waren – sie werden berichten, dass diese von den Gegendemonstranten (da waren vor allem die Antifaleute und sie waren sehr massiv..- die Polizei kann das bestätigen!!!) mehrmals erfolgreich bei ihrem Marsch aufgehalten wurden. Also eine völlige Verdrehung der Realitäten. Und DLF und ZDF waren nicht mehr da, als die Gegendemonstranten weg waren bzw. dürfen morgen wieder nicht über unsere Kernthemen zu Frieden, gegen den Krieg in der Ukraine, gegen Sanktionen und Entdemokratisierungskritik durch die Freihandelsabkommen berichten…. eben on/OFF<Ausblenden der Wahrheit-…Presse.

Zum Schluss – da sah ich am Ende auch Gegendemonstranten der Kirche mit unter uns stehen – und sie hatten am Ende betroffene Gesichter, merkten dass wir gar nicht DIE sind, gegen die sie vorgeschickt wurden. Soweit erstmal. Achso – wir waren alle sehr froh und stolz auf uns am Ende, dass wir ALLE friedlich, trotz Falschanschuldigungen und unerhörtem aggressiven Gegenprotest, geblieben sind – ABER AUCH KEIN WUNDER, es waren nur Friedensmenschen oder Durchblicker und Verteidiger der Demokratie da!!!

… und die Gegendemonstranten wissen leider immer noch nicht, dass sie

  • dem Krieg,
  • den teuren und Menschenleben vernichtenden und den menschenverachtenden bzw. auch hier Arbeitplätze vernichtenden Sanktionen
  • und mit ihrer einseitigen Sicht auf die Freihandelsbkommen, also dort nur gegen Schiedsgerichte, Gen oder Fracking sind

VOLL IN DIE HÄNDE spielen. Also genau DEN 3 wahren Bedrohungen für uns ALLE hier bzw. auch für alle Europäer.

PS: und gut fand ich den allertollsten Peter (Wingender) – extra aus Essen angereist, durch ihm wurde aus Ami go home …ARMY go home.“

Ein weiterer Bericht kommt von Achim:

Ankunft gegen 12:45 Uhr im Bahnhof von Erfurt. Der Aktivistenkreis Berlin hatte sich mit 15 Friedensaktivisten/innen auf den Weg gemacht. Auf den Weg für den Frieden. Zugegeben, in erster Linie ging es bei der Demonstration von PEGADA/ENDGAME um die Amerikanisierung des Abendlandes. Trotz der negativen Presse wollten wir uns dennoch ein Bild von der Veranstaltung machen und uns mit den Menschen dort unterhalten.

Als wir mit unserer Laufbox und unseren Flyern zu TTIP, Fluorid, Monsanto, Geldsystem und Krieg in der Ukraine auf dem Bahnhofsplatz ankamen, waren nur vereinzelt nach Demonstranten aussehende Menschen zu erkennen und so stellten wir uns mitten auf den Platz und ließen die Musik laufen. ProtestRap von Kilez More, Photon, Bandbreite und andere Songs waren zu hören. Keiner der Anwesenden machte den Eindruck, als wären die in den Songtexten angesprochen Themen für ihn/sie etwas Neues. Alle wippten mit und freuten sich scheinbar, sich hier zu treffen. 20-30 Meter entfernt baute sich eine kleine Menschengruppe mit USA- und Israelfahnen auf, die sich dann schnell als Gegendemonstranten ausmachen ließen.

AK BerlinDer Platz füllte sich langsam und es gab nette Gespräche zwischen den Menschen. Um 14.00 Uhr nahm der Veranstalter das Megaphon dann in die Hand, begrüßte alle Teilnehmer und wollte die Verordnungen vorlesen, die als Auflage gegeben wurden…

Das war dann der Punkt, wo viele sich – teilweise erschreckt – ansahen und feststellten, dass sie wohl auf der falschen Seite standen. Es gab ein kleines Gewusel, weil sich Einige wohl mit den „Falschen“ unterhalten hatten. Aber dann war die „Ordnung“ hergestellt und der Protest gegen die PEGADA/ENDGAME konnte beginnen. Die eigentliche Demo leider nicht, denn die Gegendemonstranten ließen nicht einmal die Verlesung der Auflagen zu und störten durch Trillerpfeifen, Pfiffe und Rasseln. „Vive la liberté de parole“

Auch tauchten auf der Demo einige Anhänger der Hooligans auf, die sich in einem kleinen Grüppchen, schon etwas isoliert von anderen Teilnehmern, umschauten und sich ein Bild zu machen schienen, was da gerade um sie herum passiert. Von den ENDGAME- Demonstranten war jetzt nicht direkte Angst zu spüren vor diesen Menschen, doch etwas suspekt wirkte es doch auf einige, da sie gegen Gewalt und Krieg auf die Straße gingen und natürlich schon einiges über „Hools“ in den Medien gelesen hatten. Aber nach kurzer Skepsis und etwas Beäugen war schnell klar, dass die Hooligans nicht hier waren, um die Veranstaltung zu sprengen oder Krawall zu provozieren.

Dann machte sich leider Unruhe breit, denn die „Antifa“, schwarz gekleidet mit dunklen Sonnenbrillen ging mit einem 3- 4 m langen Transparent und ca. 10 Menschen dahinter, langsam aber sicher auf die Hooligans zu, bis man fast Nase an Nase stand. Das war dann wohl doch zu viel der Provokation, es kam zu einem kleinen Gerangel, welches die Polizei aber innerhalb von Sekunden im Griff hatte. Alles in Allem muss man sagen, dass die Polizei an dem Tag einen wirklich guten Job gemacht hat, was ich so aus Berlin leider nicht gewohnt bin.

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Heikel wurde es, als der Demonstrationszug durch eine enge Gasse musste, an dessen Ende die Gegendemonstranten mit einer Sitzblockade den Weg belagerten. Die Polizei war offensichtlich etwas überfordert mit der Situation und war nicht wirklich bereit, diese Menschen jetzt mit Nachdruck zum Aufstehen zu bewegen. Ein Bild, das in Berlin normal ist, von daher war ich eigentlich darauf eingestellt, dass es gleich heißen würde, der Zug dreht um. Doch dann schoben sich einige der angesprochenen „Hools“ weiter nach vorne und signalisierten, dass sie gerne weiter gehen würden. Das schien dann auch die Polizisten beeindruckt zu haben (ich glaube im positiven Sinne, da sie dadurch Rückenstärkung hatten), so wurden also die Gegendemonstranten zur Seite gedrängt und der Zug konnte sich wieder in Bewegung setzen.

Anzumerken sei noch eine Szene aus dieser Situation, welche in den Medien kursiert, wo ein Polizist mit Pfefferspray auf Demonstranten sprüht. Ich habe nur aus dem Augenwinkel mitbekommen, wie plötzlich Gegendemonstranten mit einem Bauzaun versucht haben, in die Demonstration zu brechen und daraufhin hat die Polizei durchgegriffen. Ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne und sage, dass ich sehr positiv überrascht war von der Arbeit der Polizei.

Was ich bei der ganzen Sache nicht verstanden habe ist, warum Menschen, die sich vorher noch nett unterhalten haben, plötzlich so gegeneinander hetzen. Ein weiteres Rätsel wird es für mich wohl immer bleiben, warum Demonstranten und Gegendemonstranten so dicht nebeneinander laufen gelassen werden, abgesehen davon, warum Menschen sich überhaupt auf diese Weise auseinander setzen. Ein Gespräch mit den Gegendemonstranten war nach dem Start der Veranstaltung nämlich leider nicht mehr möglich, nachdem sie ihre „Feindbilder“ identifizieren konnten… „Klingt komisch, ist aber so!“

„Live for a better world!““

Auch die inzwischen zahlreich verfügbaren Videos von der Veranstaltung zeichnen ein völlig anderes Bild als das, das den Interessierten in offiziellen Medienberichten vermittelt wird.

Ein sehr aufschlussreiches Video unter dem Titel (EnDgAmE 24.01.) Reportage zur PEGADA-Demo mit Erklärungen mit einer ausführlichen Beschreibung des Ablaufs, der Geschehnisse vor Ort und Übersichten zu der – durch Blockade der Antifa verursachten – geänderten Route des Demonstrationszuges findet man hier, .

Weiteres gutes Videomaterial gibt es zum Umzug und zur Kundgebung auf dem Bahnhofsplatz.

Ein Redner, bereits bekannt von Auftritten bei den Mahnwachen und Kundgebungen von Frieden Jetzt!, Stephan Bartunek aus Wien, hatte für die Demo einen längeren Vortrag vorbereitet, den er – bedingt durch die Störungen der Gegendemonstrationen – nur ansatzweise zum Besten konnte. In dem Video Je ne suis pas votre Charlie! Ich bin nicht euer Karli! hat er deswegen die gesamte Rede nachträglich noch einmal veröffentlicht. Seine Ausführungen haben mich zutiefst berührt, bewegende und aufrüttelnde Worte, die nachdenklich stimmen und bei den Friedensaktivisten eine breite Zustimmung finden dürften.

In einem Artikel mit dem Titel Erfurt: Natofaschisten hetzen gegen Antifaschisten und Friedensbewegung auf der Seite „Die Rote Fahne“ – wohlgemerkt ein sozialistisches Magazin – wird die Aktion der Demogegner scharf verurteilt.

Zitat:

„Am 24.01.2015 kam es in Erfurt zu unerfreulichen Szenen; NATO-Faschisten hetzten unter dem Schwenken von US- und Israel-Fahnen gegen Antifaschisten und Friedensaktivisten.
Hier wurde einmal mehr deutlich, wie sich der Imperialismus auf die Auseinandersetzung mit der wachsenden Friedensbewegung und dem antiimperialistischen Widerstand vorbereitet; durch Eskalation der Gewalt auf der Strasse.

Dabei versucht die NATO-Desinformation eine Querfront zwischen globalem Imperialismus einerseits und demokratischen und linken Kreisen herzustellen. An diesem Konzept wirken auch die NATO-Parteien im BRD-Bundestag und Teile des systemtreuen DGB mit.“

In dem Online-Artikel findet sich ebenfalls ein Video von der EndGame-Veranstaltung.

Vielleicht hätten die Auseinandersetzungen bei dieser Demo vermieden werden können: durch eine klügere Wahl des Veranstaltungsnamens, durch wahrheitsgemäße Aufklärung der Gegendemonstranten über die Ziele der Bewegung, die man im Positionspapier nachlesen kann oder auch durch gezielteres Durchgreifen der Polizei gegen Störaktionen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass seitens der Aufrufer zu den Gegendemos (aus Politik, Kirchen und Antifa) gezielt mit Provokationen Stimmung gegen eine Friedensdemo gemacht werden sollte, die unangenehme Wahrheiten auf die Straße trägt.

Hoch interessant dürfte auch sein, wie sich die links-angestrichene Mahnwachenbewegung zu PEGADA positionieren wird, denn hier steht eine ernsthafte Konkurrenz am Start, die die jetzt schon enorm geschrumpfte Teilnehmerzahl bei den Mahnwachen noch weiter reduzieren könnte.


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2 Kommentare

  1. Frieden statt Krieg sagt:

    Wie gesagt, die Wahrheit ist sehr umbequem. Das die Gegendemostranten sich so von imperialistische System ausnutzen lassen. Diese Gegendemostranten haben ihr Gehirn (falls eins vorhanden ist) weggeschmissen. Das war eine geile Aktion von der PEGADA. Ich gehe jeden Montag auf eine Friedebsdemo. Von den Mainstreammedien kann man nichst anderes erwarten, die verbreiten über die PEGADA und Mahnwachen Lügen.

    Gefällt 1 Person

  2. Entwicklungen sagt:

    Liebe Wolkenschieberin, vielleicht hast Du es bereits gemerkt. Schau Dir mal das an:

    [ https://www.youtube.com/watch?v=ayAWkMDSOuM&feature=youtu.be ]

    Wäre doch ein netter Artikel, oder?

    Heuchler, Lügner, Betrüger, Falschspieler versuchen den Friedenswillen ALLER für sich (links) zu reklamieren.
    Dabei haben sie doch eher hinderlich gehandelt (Montagsmahnwachen).
    Nicht Links war es, welche z.B. eine Kommentarflut in der Lügenpresse auslösten. Auch und vor allem der böse böse rechte (nazi) Anonymous (kollektiv) hat da sicher seinen Anteil an den Aufrufen zum Widerstand.
    Ja, jener welcher von typisch? links seit jeher diffamiert wird. Die GROßE Anzahl seiner Fans (über 0,5 MIO), natürlich alles gekauft (so Anti-Fa).
    Sie diffamieren die Großzahl jener, herablassend und will nicht wahhrnehmen, dass z.B. in Leipzig und anderswo ZEHNTAUSENDE “Ami go home” srufen, oder Friede mit Russland.
    Die vielen Teilnehmer der Kundgebungen vor dem Bundestag oder Bundeskanzleramt an mehreren Terminen, egal.
    Dann wundern sie sich darüber hinaus, das so wenige zu Kundgebungsaufrufen der ‘Linken’ kommen, die anderen diffamieren Sie als ‚Nazi‘.
    Jetzt wollen sie die Aktivitäten als ihre ausgeben. Wie pervers ist das denn?
    Gemeinsam geht anders.
    Hat der Widerstand der deutschen Bevölkerung, zu einem Umdenken Merkels geführt?
    Wenn ja, dann waren es sicher nicht die paar sichtbaren von ‚links‘, um in ihrem Sprachgebrauch zu bleiben.
    Sie wollen die ‚Früchte‘ des Widerstands an ihre Weste heften.
    Held des (friedlichen) Widerstands, auch über die Lügenpresse.
    Oh, Oh das ist ja Nazi.
    Schade, schade liebe Linke, wenn man sich so in seiner Demagogie in Widersprüche verstrickt.
    Mir wird übel, wenn ich solche Leute höre, die so gesehen parasitenhaft, das Wirken aller abschöpfen, mit einer ‚Branche‘ verknüpfen, von der sie glauben nur ihr ‚Label‘ haben darf, die wahre Macht (Mehrzahl im Volk) aber diffamieren. So ein Handeln ist zutiefst charakterlos, respektlos und zeigt den inneren Antrieb unter den Linken?
    Vergleiche z.B. Teilnehmer am ‚Friedenswinter‘ und Potsdamer Platz 21.04.
    Rede u.a. Popp/Elsässer.
    Herr Braun hatte seine Chance und war beratungsresistent.
    Aus diesem Grund kann ich mich nur auf die Seite des Volkes schlagen. Seien sie bei Pegida, Legida oder Endgame etc. anzutreffen.
    Die sog. Linke, ob (alte) Friedensbewegung oder nicht, da ist eher Heuchelei, Lüge (Selbstbetrug), Demagogie und Täuschung zu finden.
    Man halte sich von.
    Wieviel Niedertracht muß in solchen Leuten stecken?

    Gefällt 1 Person

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