Wolkenschieberin Lieselotte Pulverfass

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Protestbewegungen in Deutschland – von Einigkeit keine Spur!


11. Februar 2015

von Lieselotte Pulverfass

Seit Beginn der Ukrainekrise wächst in der Bevölkerung der Widerstand gegen die herrschende Politik. Ob nun im Internet auf Presseportalen den Journalisten vorgeworfen wird, einseitig zu berichten bzw. gar Lügen zu verbreiten; ob es die Verweigerung von immer mehr Menschen ist, TV oder Zeitungen zu konsumieren oder ob die Unzufriedenheit in einem offenen Protest auf die Straße getragen wird: die Bevölkerung erkennt mehr und mehr, dass man ihre Sorgen und Ängste nicht wahrnimmt, ja dass absichtlich gegen die berechtigten Wünsche der Mehrheit Politik betrieben wird.

Warum sich Widerstand in der Bevölkerung regt

Die regierenden Parteien scheren sich nicht darum, dass ihre Wähler in sämtlichen Belangen eine andere Entscheidung wünschen. So setzt man gegen den Willen des Volkes Gesetze und Beschlüsse um, die – jedes einzelne – das Potential haben, den Frieden, die Freiheit, die Sicherheit, die Gesundheit, die Umwelt, den Wohlstand, die soziale Gerechtigkeit oder auch die Wirtschaft massiv zu beeinträchtigen oder zu gefährden. Die gewählten Abgeordneten scheinen sich tatsächlich darin einig, der deutschen (und europäischen) Bevölkerung alles zumuten zu können, was sich ein paar elitäre Globalisten für uns ausgedacht haben. Ohne die Zustimmung der Massen erdreisten sie sich z. B. die Steuergelder des Volkes für Bankenrettungen (ESM) in einer „Schuldenunion“ oder für die Lieferung von Kriegsgerät in Krisengebiete zu verschleudern, beschließen die Einführung von genmanipulierten Lebensmitteln oder Saatgut, fördern die umweltzerstörende Technologie des Fracking, setzen unsere Kinder dem Genderwahn und der Frühsexualisierung aus, schränken die Demonstrationsfreiheit durch Verbote ein, unterstützen die US-amerikanische Kriegspolitik mit der Nato, riskieren durch Lügenpropaganda einen Krieg mit Russland u.v.m.

Kein Wunder, dass die Leute es satt haben!

Warum eine Bewegung nach der anderen entsteht

Und so formieren sich seit Frühjahr 2014 – beginnend mit den Mahnwachen für den Frieden – in Deutschland Protestbewegungen, die eines gemeinsam haben: man zersplittert sich in Grüppchen, um anschließend neue Bewegungen zu gründen.

Nach der Unterwanderung durch trotzkistische Kräfte im Mai 2014 und der gezielten Zerschlagung und Neuausrichtung auf die Partei Die Linke der bis dato gut besuchten Mahnwachen, dämmert man jetzt im Halbschlaf unter einer gemeinsamen Bettdecke mit der alten Friedensbewegung und kommunistischen Parteien. Selbst der „crowdfinanzierte“ Ken Jebsen macht gefühlt nur noch Werbung für linke Politiker, ob beim Jahresauftakt der Linken oder bei der Demonstrationen gegen die Münchner Sicherheitskonferenz (zu der sich jetzt auch – ENDLICH! – der lang umworbene Konstantin Wecker gesellte), man kommt nicht umhin, die Propaganda für Die LINKE zu entlarven.

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Bildquelle

Die Mahnwachen in einigen Städten, die sich unabhängig vom Berliner Diktat fühlten und die ursprüngliche pluralistische Bewegung weiterführten, haben den hoch kochenden Protest der Bürger nicht für sich nutzen können. Sicher, ein wenig Zulauf hatten sie anfangs schon, aber was dann folgte, ließ selbst die optimistischsten Friedenskämpfer verzweifeln.

Mit HoGeSa (die schnell wieder von der Bildfläche verschwand) und PeGiDa entstanden Protestbewegungen, die sich statt Frieden den Kampf gegen die Islamisierung Europas auf die Fahnen geschrieben hatten. Fassungslos musste man mit anschauen, dass – bis zu Bachmanns Rücktritt Ende Januar – über 40.000 Menschen allein in Dresden auf die Straße gingen, während man zu den eigenen Demos ein paar hundert (bei Großveranstaltungen ein paar tausend) animieren konnte! Wie schon zu Beginn der Mahnwachenbewegung die Hatz auf vermeintlich „Rechte“ durch die linksextremen Unterwanderer erfolgte, so wurde nun die Orga der Mahnwachen, Ken Jebsen und Pedram Shahyar im Besonderen, nicht müde, sich gegen PeGiDa und den dort verorteten „braunen Sumpf“ einzuschießen. Etliche Mahnwachenbesucher ließen es sich trotzdem nicht nehmen, auf diese Demos zu gehen. Das Für und Wider hierüber setzte die Spaltereien innerhalb der Organisation fort, Befürworter von PeGiDa sahen sich massiven Angriffen von ehemals befreundeten Friedenskämpfern ausgesetzt. Der Umstand, dass sich auch Jürgen Elsässer für die Bewegung engagierte, machte den Disput noch gravierender.

Mit Stephane Simon – ein Sprecher, der schon von den Mahnwachen bekannt war und dem bei PeGiDa nach einer Rede weitere Auftritte verboten wurden – entstand eine Bewegung, den Mahnwachen sehr ähnlich, namentlich jedoch PeGiDa entlehnt – PeGaDa, jetzt in EndGame umbenannt.

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Bildquelle

Die Zielsetzung der Bewegung und der Aufruf zur ersten Demonstration von PeGaDa/EndGame am 24. Januar 2015 waren erfolgversprechend, so dass sich auch viele Teilnehmer der Mahnwachen von dieser Veranstaltung angesprochen fühlten und nach Erfurt reisten.

AK Berlin

Umso mehr verwunderte es die Sympathisanten, dass kurz nach diesem erfolgreichen Auftakt Stephane Simon – verärgert über seinen Ausschluss aus dem Orga-Team – eine weitere Bewegung mit dem Titel „Nicht mit uns“ gründete, mit – zugegeben – sehr sozialistisch angehauchten Forderungen wie bedingungsloses Grundeinkommen, dem Ruf nach mehr Verstaatlichung und Regulierungen von Banken und Wirtschaft.

Was sind die Ursachen für die Uneinigkeit?

Und so dümpeln die verschiedensten Friedens- oder Protestbewegungen (auch PeGiDa ist mittlerweise geteilt, nach Bachmann traten auch Oertel und weitere Orga-Mitglieder zurück und gründeten eine neue Bewegung) mit ein paar hundert Aktivisten – gelegentlich ein paar tausend – nebeneinander her. Einig ist man sich nur in Einem: dass man sich nicht einig ist. Das liegt offensichtlich nicht nur an unterschiedlichen Motiven oder Zielsetzungen der Organisationen, sondern vor allem – so scheints mir – an zwischenmenschlichen oder persönlichen Befindlichkeiten. Für manchen ist die Friedensbewegung zu einem lohnenden Geschäft geworden, ob es nun darum geht, die eigenen Bücher oder CD’s zu verkaufen, seine Bekanntheit zu vergrößern, sich als Selbstständiger neue Aufträge zu sichern, die politische Karriere voran zu treiben oder die Spendenbereitschaft der Kundschaft zu erhöhen. Andere wiederum gefallen sich in ihrer plötzlichen Popularität und bekämpfen jeden, der diesen Status gefährdet. Und nicht zuletzt sind da auch jene, die die Bewegung benutzen, um mit ihr eigene Interessen – die den Teilnehmern oft verborgen bleiben – voran zu treiben und die alles aus dem Weg räumen, was dieses Ziel gefährden könnte.

Solange diese Diskrepanzen in den Bewegungen nicht erkannt werden, wird es zu weiteren Spaltungen und Zersplitterungen kommen. Wem ist damit gedient? Sollte nicht jeder, der sich und seine Motivation in den oben beschriebenen Beispielen wieder findet, einmal in sich gehen und sich fragen, warum ihm (oder ihr) die Beteiligung an diesen Veranstaltungen so wichtig ist? Ist es dem deutschen Michel (ums mal pauschal zu formulieren, denn es sind beileibe nicht nur Deutsche) nicht möglich, gelegentlich über den eigenen egoistischen Schatten zu springen und auf andere zuzugehen? Ist der eigene Erfolg, Status oder Ruhm wichtiger als ein vereinter Kampf gegen einen gemeinsamen Feind?

Warum nur vereinter Widerstand etwas bewegen kann

Statt sich in den eigenen Reihen zu bekämpfen – Linke gegen Rechte, Deutsche gegen Asylbewerber, Wessis gegen Ossis – sollte es bei aller Gegensätzlichkeit doch möglich sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden (vor allem die Ursache statt einzelner Symptome) und geschlossen gegen die desaströse Politik zu demonstrieren. Steht der Krieg irgendwann auch bei uns vor der Tür, macht es keinen Unterschied, ob man bei der Antifa, den Linken oder bei PeGiDa war. Den Gegner wird nicht interessieren, welche Gesinnung man hat, auf welcher Friedensbewegung man sich engagierte oder welche Partei man gewählt hat.

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Oft hört man von Wortführern unter den Friedensaktivisten, dass es ihnen nicht so wichtig sei, Massen auf die Straße zu bringen – lieber Qualität als Quantität – und es vorrangig wäre, die Menschen aufzuklären. Dem halte ich entgegen, dass die Zeit erbarmungslos verstreicht, in der stündlich das Leid der ukrainischen Bevölkerung wächst, tausende sterben oder ihre Heimat verlassen müssen und der Krieg immer näher rückt, während ihr versucht aufzuklären. Nur mit einem vereinten Widerstand, mit hunderttausenden Menschen auf der Straße, kann sich das Volk Gehör verschaffen und den Wahnsinn – eventuell – beenden. Warum soll das, was in Spanien, Italien, Belgien oder Griechenland bspw. inzwischen alltäglich ist, in Deutschland nicht möglich sein, nämlich geschlossen gegen die Politik zu demonstrieren? Gehen wir auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und nicht danach, was uns trennt!

Die Entstehung der vielen kleinen „Mini“proteste amüsiert die Politikerkaste, denn gefährlich werden sie ihr nicht. So kann die Regierung weiter ihr geplantes Programm fahren, während die Bewegungen damit beschäftigt sind, sich zu bekämpfen und sich so gegenseitig zu neutralisieren.

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Zitat Jean-Claude Juncker

Die Ukrainekrise mit den unzähligen menschlichen Tragödien, Flüchtlingen und Todesopfern, dazu die unaufhörliche Kriegsrhetorik in Politik und Medien, sollte uns vor Augen führen, dass es um viel mehr geht als um persönliche Befindlichkeiten und Wünsche. Es geht um unser aller Freiheit und um Krieg oder Frieden!

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6 Kommentare

  1. Udo Meurer sagt:

    Seit wann haben Lohnabhängige die sich 2005 ohne Widerstand das Portmonnaie abnehmen lassen, was zu sagen?

    Lohnabhängig und ohne Lohntüte und nur ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis, dann ist das so als wenn mein Portmonnaie bei der Bank irgend ein X-beliebiger Dritter hat, den ich nicht kenne und jeder Gangster sieht rein ob noch was zu holen ist.

    Am 1. April 2005 verschwand das Bankgeheimnis in Deutschland nun vollständig.

    Hauptbetroffene sind Rentner, Erben, Studierende, Empfänger von ALG I+II, Sozialgeld, BAföG, Kindergeld und Wohngeld.

    Ein Anfangsverdacht oder ein richterlicher Beschluss sind dann nicht mehr nötig.

    Fünf Tage vor Weihnachten, am 19. Dezember 2004 wurde dieses Gesetz heimlich still und leise von Hans Eichel im Bundestag eingebracht und vollzogen.

    Wenn damals nur mit der Lohnabhängigkeit Adolf Hitler alles machte, um wieviel mehr lässt sich mit der Kontoabhängigkeit für Regierungen erreichen?

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  2. Udo Meurer sagt:

    Lohnabhängigkeit ist gleich Versklavung.

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  3. Christian Schüler sagt:

    Statt sich zunächst auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, groß und einflussreich zu werden und dann evtl. Differenzierungen zu bilden, zerfleischten sich die verschiedenen Bewegungen sowie die Teilnehmer einer Bewegung untereinander. Obwohl es doch einen ganz großen, kleinsten gemeinsamen Nenner gab und gibt. Das ist wirklich sehr traurig.

    Folgende Formulierung von Dir finde ich extrem passend:

    [Für manchen ist die Friedensbewegung zu einem lohnenden Geschäft geworden, ob es nun darum geht, die eigenen Bücher oder CD’s zu verkaufen, seine Bekanntheit zu vergrößern, sich als Selbstständiger neue Aufträge zu sichern, die politische Karriere voran zu treiben oder die Spendenbereitschaft der Kundschaft zu erhöhen.]

    Das Gefühl habe ich auch, Namen musst Du nicht nennen, wer in der Materie drin steckt, weiß wen Du meinst.

    Letztendlich wiederholt sich die Geschichte immer und immer wieder. Mangelnde Kooperationsbereitschaft hat schon viele Bewegungen auseinander dividiert.

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    • Hallo Christian,
      wer in der Friedensbewegung längere Zeit aktiv ist, benötigt auch keine Namen der Profitierer. Jeder kennt sie, nur aussprechen mags niemand. Ich hab bewusst auf Namen verzichtet, damit sich die Leser selbst fragen können, wen ich damit wohl meine.
      Zur mangelnden Kooperationsbereitschaft: hier ist man offensichtlich nur willig, wenn die Kooperation nützlich ist. Das eigene Ego und auch hier wieder der eigene Vorteil scheint vielen wichtiger als die Sache an sich.

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  4. ilona_aix sagt:

    Hallo Lieselotte,
    mit Deinem Beitrag zur Protestbewegung bringst Du die Sache so auf den Punkt. Ich habe diese Woche gerade eine Diskusion gehabt zu einem FB-Post bezüglich einer geplanten Rede von Elsässer auf einer Demo und dazu die direkte Ausgrenzung da doch nicht teilnehmen zu wollen/dürfen. Ich bin es so Leid! Auf meine sachliche, freundliche Reaktion, kam dann die Aussage, er stellt sich nicht als Prügelknabe zur Verfügung. Sollen die Anhänger der Bewegungen wie Lemminge des TOP-Rednern hinterher rennen? Es ist eine Minute vor 12 und wir reden über Ausgrenzung von Rednern………….
    Viele Grüße
    Ilona

    Gefällt 1 Person

    • Danke für deinen Kommentar Ilona,
      deine Erfahrungen bezüglich entsprechender Diskussionen kann ich nur teilen. Auch ich habe, mit vielen anderen zusammen, lange versucht, dieses Thema zu entschärfen und darauf hinzuweisen, dass Ausgrenzung nicht hilfreich ist, wenn man geschlossen auf die Straße gehen will.
      Die Friedensaktivisten müssen sich meiner Meinung nach endlich frei machen von den Bevormundern der Bewegung! Ihr alle seid erwachsene Menschen und habt ein Recht auf eure freie Entscheidung. Ihr braucht keine „Ersatzeltern“, die euch vor den Unbilden des Lebens warnen oder „beschützen“ wollen, die euch erklären, was gut und was böse ist.
      Lass die „Propheten des Friedens“ lamentieren und tu das, was sich für dich richtig und gut anfühlt!
      Immer mehr der Mahnwachenteilnehmer, die anfänglich die Einflussnahme der linken Protagonisten begrüßt haben, stellen jetzt fest, wie weit die Einflussnahme geht und stellen sich gegen diese Entwicklung der aufgepropften Meinungsmache.
      Und das ist auch gut so!
      Ich wünsch dir einen schönen Tag.
      Liebe Grüße
      Lieselotte

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