Wolkenschieberin Lieselotte Pulverfass

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Aufreger der Woche bei den „sauberen“ Friedensaktivisten

oder

Wie ein Foto die linken „Gutmenschen“ zu Gesinnungsjägern macht!

22. April 2015

von Lieselotte Pulverfass

Entgegen meinem Entschluss, die Beobachtung und Analyse der Friedens-/Protestbewegungen an den Nagel zu hängen, komme ich nicht umhin, wieder einmal die Tastatur meines Rechners zu bemühen. Anlass ist ein Foto von der EndGame-Veranstaltung in Chemnitz, das für reichlich Zündstoff und unsäglichen Tumult unter den „sauberen“ Friedensaktivisten der Mahnwachen sorgt. (Für die Leser, die nicht wissen, wen ich mit den „sauberen“ Friedensaktivisten meine und die den Artikel über die Mahnwachenunterwanderung noch nicht kennen, sei dieser zum besseren Verständnis der Hintergründe zum Lesen empfohlen.)

In meinem letzten Artikel kritisierte ich im Kontext um die EndGame-Veranstaltung in Hannover die Ausladung von Kathrin Oertel – ehemalige Mitbegründerin von Pegida Dresden – durch Wojna von der Gruppe „Die Bandbreite“. In seiner Videoeinladung (die er nun mittlerweile gelöscht hat*), bat er Frau Oertel – die ihr Erscheinen in Hannover angekündigt hatte – explizit, der Veranstaltung fern zu bleiben.

* Auf der Facebookseite von „Die Bandbreite“ ist das Video noch zu finden.

Nun fand am Samstag, den 18. April 2015 in Chemnitz eine weitere EndGame-Veranstaltung statt. Die verschwindend geringe Teilnehmerzahl (Die Teilnehmerzahl schwankte während der Versammlung zwischen 50 und 120 Personen. Meldung der Polizeidirektion Chemnitz. Andere Schätzungen gehen von 200 aus.) schien meine negative Prognose für die Bewegung vom März zu bestätigen.

Wäre da nicht die überzogene und teils menschenverachtende Reaktion diverser „Mahnwachenpromis“ auf das Treffen von Frank Geppert mit Kathrin Oertel, auf ein veröffentlichtes Foto und auf den von Geppert geteilten Beitrag von Frau Oertel, hätte ich der Veranstaltung keine Aufmerksamkeit gewidmet.

Geppert OertelBildquelle

Geppert schreibt zum Text von Frau Oertel:

„Kathrin Oertel, die Mitbegründerin von Pegida kritisiert deren zunehmende Radikalisierung, fordert, Ursachen anzusprechen und nennt lobend die Mahnwachen, Endgame, KenFM und Daniele Ganser.
Sie kritisiert den ESM, das Freihandelsabkommen und bittet um Einigkeit unter den politischen Aktivisten unter den gemeinsamen Dachthemen Frieden, neutrale Medien und Demokratie.“

Nun kann man sicher heftig darüber diskutieren, ob diese völlige Abkehr vom in Hannover eingeschlagenen Weg (der Ausladung Oertels), die gegenseitige Sympathiebezeugung durch das gemeinsame Foto und die nach außen getragene Unterstützung Gepperts von oder durch Frau Oertel ein kluger Schachzug oder einfach nur Naivität in Reinkultur war.

Fakt ist, dass die Reaktionen der Friedensaktivisten aus den eigenen Reihen und bei den Mahnwachen für den Frieden auf diese Zusammenkunft und vor allem auf das Foto vorhersehbar waren: Zustimmung für den Mut von der einen Seite, Ablehnung, Verurteilung und blanker Hass von der anderen Seite.

Die meiner Meinung nach übelste Polemik verbreitet der Trotzkist und Unterwanderer „Prinz Chaos II“ alias Florian Kirner, der sich schon vor Monaten aus dem „Friedensgeschäft“ zurück gezogen hat. Auf seinem Facebookprofil und in der Mahnwachengruppe bezeichnet er Frank Geppert als „rechte Kanaille“.

Kirner schreibt:

„Frank Geppert .., hat sich als genau die rechte Kanaille herausgestellt, für die ich ihn von Anfang an gehalten habe. Spätestens jetzt sollten das auch Leute einsehen, die bis zuletzt an „Missverständnisse“ geglaubt haben, wenn in seinem Umfeld Faschos rumgeturnt sind. Widerlich!“

Hier ein Screenshot:

Chaos

Die auf den Beitrag folgende Diskussion zeigt das wahre Gesicht mancher „Friedensaktivisten“ und linker „Menschenfreunde“.

Auch Marsili Cronberg, seines Zeichens Veganer und Autor, lässt es sich nicht nehmen, seinen Unmut über das Treffen zum Besten zu geben, nicht ohne zu beteuern, dass Frau Oertel sich nur den Anschein der Umkehr gebe und er geflissentlich ihre Chronik überprüft habe, die sie jetzt von allem „Kompimitierendem“ gesäubert habe.

Zitat:

„Meine Meinung zu den Annäherungsversuchen von Kathrin Oertel und anderen „ehemals“ rechts oder nationalistisch Denkenden an die Friedensbewegung:

ALARM!!!

Warum?

Ich finde es oft wertvoll, in die Geschichte zu blicken, um gegenwärtige Entwicklungen zu beurteilen. Nehmen wir mal das Jahr 1932. Damals wurde ein relativ unbekannter Politiker der Zentrumspartei zum Reichskanzler ernannt: Franz von Papen. Papen war vor allem deshalb interessant, weil er offen für Nazis war. Es ging nicht darum, Nazis an die Macht zu bringen, es ging vielmehr darum, sie zu zähmen (d.h. sich ihrer Unterstützung zu sichern und sie gleichzeitig harmlos zu machen). Noch im Januar 1933 dachte von Papen, Hitler einrahmen und in die Ecke drängen zu können, indem er ihm einen Zipfel der Macht gab. Er sagte damals: „In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht!“

Dann kam der Reichstagsbrand …

Rechtsgerichteten, reaktionären, nationalistischen Kräften die Türen zu öffnen, nur weil sie mal Kreide gefressen haben, kann ein Spiel mit dem Feuer sein. Ich bin immer dafür, mit Menschen solidarisch zu reden und sie ernst zu nehmen – wenn sie auch ehrlich sind und bereit, Irrtümer einzugestehen. Doch wenn jemand wie Oertel feinsäuberlich alles Kompromitierende was sie damals von sich gab, von ihrer facebookseite löscht und eine Kehrtwende hinlegt, die mich schaudern lässt, um sich dann an im Grunde demokratisch und friedlich Gesinnte, aber hoffnungslos Naive heranzumachen, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken!!!“

Cronberg scheut sich hier nicht, einen Vergleich von Oertel mit Nazis im 3. Reich zu ziehen. Aber der gute Mann ist ja bekannt für seine paranoide Angst vor allem, was nicht stramm links ist. Oft genug hat er gegen konkurierende Bewegungen Stimmung gemacht und über rechte Gesinnung von Teilnehmern oder Veranstaltern orakelt.

Auch in der KenFM-Diskussionsgruppe finden die Gesinnungsjäger „klare Worte“ zu dem Foto von Geppert und Oertel. Da liest man in den Kommentaren u. a. Folgendes:

„Frank Geppert zeigt da endlich sein wahres rechtsextremistisches fremdenfeindliches manipulatives unehrliches widerliches Gesicht! PEGADA, ENDGAME, es ist nichts anderes als Franks eigenes PeGiDa experiemnt, nur heiß es anders!“ (Rechtschreibfehler stammen vom Autoren des Kommentars, Anm. L.P.)

Aber es gibt auch unter diesem Beitrag vernunftbegabte und differenzierende Schreiber:

„Ich war auf der PEGADA-Demo in Hannover und kann dazu nur sagen, dass ich keinerlei Hinweise auf irgendeine rechte Gesinnung feststellen konnte! Es wurde dort zwar die israelische Aggressionspolitik kritisiert (vollkommen zu Recht, wie ich finde) aber nicht im entferntesten in einer antisimitischen Art und Weise!
Von der Ausrichtung her ist PEGADA eher auf der Linie der Mahnwachen für den Frieden, und wer die für rechts hält, dem ist auch nicht mehr zu helfen!“

Diesem Text kann ich nur zustimmen, auch ich war in Hannover und ich muss ehrlich gestehen, mir als eher konservativ fühlende Interessentin wars schon viel zu links-lastig.

Die Anfeindungen aus allen Richtungen der sogenannten „Freunde“ veranlassten Frank Geppert (wieder einmal) zu einem Videostatement.

Der inzwischen wohl bekannten und in üblicher Manier durchgeführten Hetze der linken „Gesinnungselite“ stehen selbstverständlich auch diejenigen entgegen, die die Gesprächsbereitschaft Gepperts gutheißen und loben. Beispielhaft möchte ich Stefan Böhme zitieren, der Gepperts Video kommentiert:

„Frank, das ist einfach nur mutig! Danke!

Menschlich auf jemanden zu zugehen muss ja schließlich nicht heißen, dass man mit ihm in allen Punkten übereinstimmt. Aber er bleibt doch ein Mensch! Und außerdem hat man ja immer vom abzulehnenden Personenkult geredet. Nun, das könnte ja auch heißen, dass man auch die liebe Oertel einfach als Mensch sieht und nicht nur als öffentliche Person, deren Wirkung man taxieren müsse. Dieses Verhalten könnte man sogar aufrecht erhalten, wenn man der Meinung ist, dass sie im Auftrag handelt…
Auch ein Agent ist ein Mensch.

Mit Deinem Beitrag sprichst Du ja den Kernpunkt der linken „Krankheit“ an, von Humanismus zu reden um dann damit die Hälfte der Menschen zu entmenschen und sie am liebsten von der Erdkugel zu schubsen, weil man ja die richtige Weltanschauung hat.Das Gegenmodell wäre, mit der menschlichen, humanen Gesellschaft jetzt anzufangen. Es ist ein organisches Modell, welches im kleinen damit konkret beginnt, was es im Großen zu erreichen trachtet.

Aber eigentlich wirkt dieses organische Prinzip immer: Denn so wie sich ein Mensch im Kleinen erhält, wird es später immer im Großen aussehen. Darum ist ja die Entwicklung des einzelnen, die Selbsterziehung so unabdingbar wichtig. Die langsame Beherrschung des Gefühlslebens, und da wo es unentwickelt ist, dessen Ausbildung. Darum brauchen wir so dringend die Kunst in allen Facetten. die Menschen, die diesen Weg gehen möchten, können dann Vorbildcharakter haben für jene, die ihn noch nicht gehen können/ wollen. Also für jene Linke genauso wie für die Ausländerfeindlichen.“

Ganz gleich, wie man zu Kathrin Oertel und ihrer damaligen Rolle bei Pegida steht, ob ihre Umkehr echt ist oder nicht, der Gesprächsbereitschaft Gepperts auch für „kritische“ Personen ist Respekt zu zollen. Seiner Bewegung hat er mit diesem Schritt vermutlich jedoch geschadet, denn selbst unter Sympathisanten von EndGame finden sich vermehrt ablehnende Meinungen. Klüger wäre meiner Meinung nach ein eher vorsichtiger Umgang – mit privatem Treffen – Gepperts mit der ehemaligen Pegida-Frontfrau gewesen. Die voreilig zur Schau gestellte Einigkeit musste zwangsläufig zu massiven Gegenreaktionen führen. Hier fehlt es Frank Geppert ein wenig an Vorausschau auf mögliche Reaktionen von Kritikern.

Man wird abwarten müssen, wie die Resonanz bei zukünftigen Veranstaltungen sein wird.

Auch die wirklichen Motive und Ziele einer Frau Oertel werden sich erst in den nächsten Wochen und Monaten offenbaren. Es ist gut möglich, dass sie tatsächlich erkannt hat, dass die Bewegung Pegida der falsche Ansatz für systemkritische Bewegungen ist. Möglich ist auch – wir erinnern uns an die Anfänge der Mahnwachen – ein Unterwanderungsversuch seitens der von Jürgen Elsässer unterstützten Pegida-Bewegung. Vorsicht und Zurückhaltung sind sicher angebracht, eine totale Verweigerung der Kommunikation und Ausschluss von Veranstaltungen – wie von den linken Friedensaktivisten gefordert – halte ich allerdings für völlig übertrieben.

Die Offenheit einer Friedens-/Protestbewegung für alle Menschen, gleich welche Weltanschauung sie auch haben mögen (solange sie nicht radikal menschenverachtend ist), ist das, was die Kritiker der Mahnwachen recht früh eingefordert haben. Wenn sich die Interessenten mit den Zielen der Bewegung identifizieren können und sie unterstützen wollen, so kann es doch egal sein, ob man eher links oder eher konservativ denkt.

Gerade eine Friedensbewegung sollte für alle Menschen offen sein und – vor allem – frei von Ideologien jeglicher Coleur. Denn seien wir mal ehrlich: ein wirklicher Nazi oder Rassist hat kein Interesse an Frieden, denn für diesen stehen die Unterschiede zwischen ihm und den „Anderen“ im Fokus.

Die linken Gesinnungsprüfer und Gutmenschen möchte ich bitten, Folgendes zu bedenken: eure Hatz gegen Andersdenkende und eure pauschale Verurteilung von „Abweichlern“ als Nazis, Faschos oder Rechte ist im Grunde nicht besser als die Hetze von Rassisten gegen Ausländer.

Bleiben wir miteinander im Gespräch, frei von jeglichen Vorurteilen und nur die gemeinsamen Ziele vor Augen, öffnet sich der Weg für wirkliches Verstehen und Menschlichkeit.

In diesem Sinne

bis demnächt (vielleicht)

Eure Lieselotte Pulverfass

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Game Over für EnDgAmE?

Impressionen von der Demo in Hannover

17. März 2015

von Lieselotte Pulverfass

Letzten Samstag, am 14. März, machte ich mich auf die Reise in die niedersächsische Hauptstadt Hannover, um mir die neu entstandene Bewegung EnDgAmE (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas) einmal live anzusehen. Die Rednerliste las sich vielversprechend, sogar Christoph Hörstel – ehemaliger ARD-Korrespondent für den Nahen Osten – hatte zugesagt.

Ich muss gestehen, dass ich von der Veranstaltung etwas anderes erwartet hatte, als das was mir dann geboten wurde. Mit einem eher unguten Gefühl fuhr ich am Abend wieder nach Hause.

EnDgAmE entstand aus der Unzufriedenheit einiger Teilnehmer und Organisatoren der Mahnwachen für den Frieden mit der Unterwanderung von linken Kräften und dem daraufhin erfolgten Kurswechsel der Bewegung mit Meinungsdiktaten. Ursprünglich nannte man sich PeGaDa, in Anlehnung an PeGiDa, jedoch nicht aus Solidarität, sondern um sich von diesen ganz klar abzuheben und einen Gegenpol zu diesen darzustellen. PeGaDa steht für „Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes“. Zugegeben, beide Namen – PeGaDa wie auch EnDgAmE  – sind für eine Friedensbewegung völlig unpassend, jedoch sind die Ziele stimmig und so sieht man über die unglückliche Wahl des Namens auch mal hinweg. Zumal sich die Organisatoren auf ihren Veranstaltungen auch immer klar positionieren, dass sie nicht gegen das amerikanische Volk oder in Europa lebende Amerikaner sind, sondern gegen die imperialistischen Großmachtsphantasien der US-Regierung und deren Hintermänner.

Ich muss zugeben, schon im Vorfeld fielen mir bei den Organisatoren und in der Facebook-Gruppe Entwicklungen auf, die mich an eine wirkliche Alternative zu den Mahnwachen zweifeln ließ. Darauf komme ich später noch einmal zu sprechen. Da ich von Natur aus erst mal abwartend und analysierend an neue Themen gehe, bin ich hoffnungsfroh und völlig unvoreingenommen nach Hannover gefahren.

Gegen 13.00 Uhr erblickte ich den geplanten Versammlungsort und fragte mich, ob die winzige Ecke, die von Polizeiwagen am Busbahnhof (ZOB) abgeriegelt war, ausreichen würde, die Demonstrierenden aufzunehmen. Da sich allein auf der Veranstaltungsseite auf Facebook über 500 Leute angemeldet hatten, rechnete ich mit mindestens 800 bis 1000 Teilnehmern. Das könnte eng werden, dachte ich.

Es war noch ein wenig Zeit bis zum Beginn der Demo, also liefen mein Mann und ich zum Hauptbahnhof. Ein ansehnliches Aufgebot an Polizeipräsenz war auch hier vorhanden. Wir gingen weiter Richtung Bahnhofsvorplatz, dem ursprünglichen Veranstaltungsort. Dieser wäre für die Demo weitaus attraktiver gewesen, laufen hier doch wesentlich mehr Passanten vorbei als beim abgelegenen ZOB.

Als wir wieder am Busbahnhof ankamen, hatten sich schon vereinzelt Teilnehmer eingefunden. Wir mussten um die fast vollständige Polizeiabriegelung des Platzes herumlaufen, um zur Veranstaltung zu kommen. Versteckt hinter Polizeiwagen und einer hohen Mauer stand der Pavillon der Organisatoren.

Langsam trudelten immer mehr Demonstranten ein. Großzügig geschätzt waren wohl ca. 200 bis 250 Menschen anwesend. Auch ein paar Gegendemonstranten von Antifa und Linksjugend (etwa 30 bis 50) hatten sich eingefunden, wurden später aber von der Polizei aufgefordert, sich zu entfernen, da sie keinen Verantwortlichen ihrer Zusammenkunft vorweisen konnten.

DSCF5479Die Veranstaltung begann mit der Eröffnungsrede von Frank Geppert, dem Hauptverantwortlichen der Demo. Nach ca. 8 Minuten Redezeit liest er ein Zitat von Sophie Scholl, spricht sich gegen Faschismus aus und meint: „deswegen kann es passieren, dass hier die echten, die wahren Antifaschisten stehen. Nicht die da drüben (damit meint er die Gegendemonstranten), das hier sind die Antifaschisten“ und zeigt auf eine mitgebrachte Flagge der Antifa. Spätestens hier beschlich mich ein ungutes Gefühl.

Gleich im nächsten Satz ergreift er eine Fahne der Partei „Die Linke“ und sagt, das wäre eigentlich nicht üblich, man wäre eigentlich kritsch mit dem Parteiensystem. Dann erzählt er den Zuhörern, dass er bisher die Linke als vermeintliche Friedenspartei gewählt habe, jetzt aber über die Entwicklungen der Partei enttäuscht sei, da sich viele Genossen für Macht missbrauchen ließen. Aber so Leute wie Dieter Dehm und Sarah Wagenknecht solle man unterstützen. Es wäre eben schwierig mit den Parteien, aber es gäbe dort auch Menschen, die Rückgrat besäßen und mit denen solle man sich solidarisch zeigen.

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Konstantin Stößel und Frank Geppert

Anschließend ergreift Rapper Wojna (Marcel Wojnarowicz) von der Band „Die Bandbreite“ – ein gern gesehener Gast auf den Mahnwachen – das Wort und erzählt stolz, man hätte Gäste von der Linkspartei, von der SPD und von der Antifa. Und was ihn ganz besonders freut, von der „echten Antifa“ und fordert sie auf, die Flaggen hoch zu halten. Das wäre die wahre antifaschistische Aktion und der „wollen wir auch gerecht werden„. Interessant!

DSCF5491

Nachdem er versichert, man sei solidarisch mit dem amerikanischen Volk übergibt er das Mikro an Konstantin Stößel, einen weiteren Organisatoren der Veranstaltung. Dieser äußert Kritik an der US-amerikanischen Politik, an der Nato und den Zuständen in Europa. Ein wenig unprofessionell die Rede, aber das ist zu entschuldigen.

Nachdem Wojna wieder das Mikro zur Hand (bei min 8:20) genommen hat, verweist dieser auf die Flagge der Linkspartei und spricht sich dafür aus, den Leuten Stütze zu geben, „die versuchen, die Freiheiten zu erhalten„. Anschließend verliest er ein Grußwort vom SPD-Genossen Olav Müller, der einen wichtigen Parteitag heute hat. Wojna zieht seine Jacke aus und präsentiert der Menge sein T-Shirt mit einem SPD-Aufdruck!

Als nächster Sprecher betritt der Palästinenser Fuad Afane vom PNC (Palestine Network Communication) die Bühne und hält eine emotionale Rede zur Situation seiner Landsleute und über seinen Kampf für die Freiheit seines Volkes. Man kann die Gefühle der Trauer und Wut des Sprechers nachempfinden. Leider lässt er sich am Ende seiner Rede zu einer grenzwertigen Aussage hinreißen: „Die Opfer des 2. Weltkriegs sind die Palästinenser. Aus den Opfern von damals sind die Täter von heute geworden.“ Die Opfer von damals waren Juden, will er damit sagen, dass die Juden verantwortlich sind für die Zustände in Gaza und Westbank? Hat er zuvor noch differenziert von Zionisten und Juden gesprochen, so ist diese Aussage eigentlich nicht mehr falsch zu verstehen!*

DSCF5505Fuad Afane

Was sagen die Verantwortlichen zu diesem Statement? Bis jetzt noch nichts, wir müssen abwarten.

*(Nachtrag: Fuad Afane äußert sich hierzu auf seinem Facebookprofil)

Christoph Hörstel hält eine ungewohnt scharfe Rede, in der er die Politiker der BRD und auch den US-Präsidenten als Faschisten und Verbrecher bezeichnet. Er berichtet über aktuelle Entwicklungen in der Weltpolitik und die mafiösen Strukturen, die daran verdienen.

DSCF5522Christoph Hörstel

Ich will nicht auf alle Reden bzw. Sprecher eingehen, sondern nur auf die für diesen Artikel relevanten Personen und Aussagen. Nach weiteren Redebeiträgen erfolgte ein kurzer Marsch durch Hannover.

Am Platz wieder angekommen, hört man aus den Reihen der Demonstranten Rufe wie Alerta Antifaschista – übliche Kampfrufe der kriminellen Antifa-Vereinigung und Wojna freut sich: „der wahre Antifaschismus steht hier“.

Auch Martin Hylla hat man eine Antifa-Flagge in die Hand gedrückt, auf der Bühne bläst er ins gleiche Horn wie seine Vorredner: hier ständen die wahren Antifaschisten. Er erzählt von Gestalten, die hinter den Absperrungen ständen und die die wahren Faschisten und Rassisten seien, weil sie gegen Friedensaktivisten Hetze betreiben.

DSCF5533Martin Hylla

Weiter meint er, er hätte sich inzwischen den Lotusblüteneffekt angeeignet, so etwas würde an ihm abprallen. Warum er es dennoch zum Thema macht, ist schwer nachzuvollziehen. Und eine seiner Aussagen zu den Antifa-Leuten scheint mir überaus befremdlich, nämlich: „die sind ja ganz lieb, die sind ja ganz nett. Das sind junge Leute, die sind ein bisschen verblendet…“

Nein Martin, die sind nicht lieb und nett!

Diese Leute gehören einer kriminellen Gruppierung an, die Steine und Flaschen auf friedliche Demonstranten, auf Mütter mit Kindern und auf alle vermeintlichen Feinde werfen. Die sich im schwarzen Block zusammen rotten, um zu randalieren, die Jagd auf vermeintliche „Nazis“ machen und teils sogar online die Adressdaten dieser Menschen veröffentlichen! Diese Gruppierung darf man nicht verniedlichen oder unterschätzen, nur weil vielleicht ein paar naive Kinder und Jugendliche sich für deren Zwecke einspannen lassen. Mit denen darf man sich auch nicht solidarisieren, denn die gehören, genauso wie die Rechten von NPD u. ä. zu den Extremisten!

Wojna kündigt Jens Beschel an, der sofort nachdem er auf der Bühne ist, seine Jacke öffnet, um ein T-Shirt mit dem Aufdruck der Linkspartei zu präsentieren. Zu Beginn erzählt Beginn von einer Demo in Krefeld gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall. Nun öffnet auch Wojna seine Jacke und zum Vorschein kommt wieder das SPD-T-Shirt. Wojna spricht Jens Beschel auf das T-Shirt an, der gesteht, dass er 11 Jahre Mitglied der Linken war, jedoch sei er 2014 wegen der Hetze in der Partei gegen die Montagsmahnwachen ausgetreten. Nun will er aber wieder eintreten, Wojna habe ihn überzeugt. Man müsse die Parteien infiltrieren und unterwandern. Spätestens hier überkam mich ein Déjà-vu.

Er könne sich vorstellen, diese Bewegung (Endgame) zu unterstützen, na gut ein paar Formulierungen würde er ein bisschen ändern.

DSCF5537Jens Beschel

Eine kraftvolle und emotionale Rede kommt von Jenny Friedheim aus Bremerhaven. Sie spricht sich klar und deutlich gegen ein Verständnis für die Gegendemonstranten aus, die die Deutungshohheit beanspruchen und Friedensdemonstranten bekämpfen wollen. Scharf kritisiert sie auch die Demoverweigerer (gemeint sind wohl vor allem Friedensaktivisten aus den Mahnwachen), die aus fadenscheinigen Gründen nicht teilnehmen wollen und sogar massiv gegen die Teilnehmer Stimmung machen (vor allem online), sowie die sogenannten Sauber- oder Gutmenschen. Im zweiten Teil der Rede prangert sie die politischen Verhältnisse und die permanente Kriegstreiberei an.

DSCF5541Jenny Friedheim

Diese Ausführungen sollen zu den Redebeiträgen der Veranstaltung reichen.

Wie ist nun diese Demo und die Bewegung im Allgemeinen einzuschätzen?

Ich kann hier natürlich nur meine eigenen Eindrücke wieder geben, anderen Teilnehmern mag es völlig anders ergangen sein.

Als PeGaDa an den Start ging mit der ersten Demonstration in Erfurt waren ca. 1000 bis 1500 Menschen mit dabei. Vielleicht war das der Neugier an einer neuen Bewegung geschuldet, überdurchschnittlich viele Mahnwachenteilnehmer waren vor Ort.

Zur zweiten Veranstaltung in Halle am 21.02. konnten gerade mal noch 300-400 Menschen auf die Straße bewegt werden. Auf dieser Demo äußerte Frank Geppert: „Wir gehören keiner Partei an. Daher wünschen wir auch keine Parteiwerbung.“

Wo war diese Entschlossenheit in Hannover?

DSCF5475Frank Geppert und Wojna

Aber schauen wir weiter auf Wojna, der auch in Halle dabei war, was er dort zu den Teilnehmern von Pegida zu sagen hatte: „Wir müssen mit diesen Menschen, die in Dresden auf die Straße gehen, reden.“

Wo war das Verständnis für diese Menschen, als er Kathrin Oertel per Videobotschaft von der Teilnahme in Hannover ausschloss? Man mag von Frau Oertel halten, was man will, aber man kann ihr zugute halten, sich von Lutz Bachmann und Pegida offiziell distanziert zu haben und dass sie – im Gegensatz zum eingeladenen Sprecher Taylan Can (der seine Teilnahme kurzfristig absagte) – nicht vorbestraft ist. Sollte man nicht wenigstens versuchen, ins Gespräch zu kommen? Sollten sich unvereinbare Positionen zeigen, kann man immer noch dankend ablehnen.

Auch seine Aussage, alle „Menschenfeinde, Nazis, Antisemiten etc.“ sollen weg bleiben oder man werde sie polizeilich von der Veranstaltung entfernen lassen, erinnert den enttäuschten konservativen Mahnwachenbesucher stark an die massiven Angriffe und Meinungsdiktate der trotzkistischen Unterwanderer. Jeder, der bei den Mahnwachen eine zur linken Ideologie abweichende Meinung hatte, wurde über kurz oder lang als „Nazi“, „Rechter“ oder „Homophober“ zur persona non grata erklärt und ausgeschlossen.

Statt dessen freut er sich in dieser Videobotschaft über die Zusage von Politikern aus den etablierten Parteien, sowie von der roten, der „echten“ Antifa und bittet, gemeinsam mit den „wahren Antifaschisten“ kommunistische Lieder zu singen. Als auf der Demo in Hannover das Lied „Die Einheitsfront“ von Bertolt Brecht erklingt, kann ich mich eines abfälligen Kommentars nicht erwähren. Diese Form von Kampfliedern musste unsereins in den „Bildungsanstalten“ der DDR auswendig lernen und bis zum Erbrechen singen.

Spätestens nach dem Ansehen dieses Videos geht einem ein Licht auf, warum in Hannover so viel Wert auf die „wahren Antifaschisten“ gelegt wurde.

Ich weiß wirklich nicht (naja ich hab vielleicht ne Ahnung), was die Veranstalter geritten hat, diese Demo derart ins linke Fahrwasser abdriften zu lassen! Lag es an den massiven Angriffen aus den eigenen (Mahnwachen-) Reihen oder an der unglückseligen Begebenheit in Halle, wofür sich Frank Geppert per Video entschuldigte?

Du liebe Güte, da schickte jemand einen NPD-Genossen zur Demo, mit dem man sich – da man diesen nicht kannte – unterhielt und huch, da war auch noch ganz zufällig ein Fotograf, der das Geschehen aufnahm. Na und, was solls? Will man erst Gesinnungstests machen, bevor man sich mit Fremden unterhält? Außerdem riecht die Aktion ganz stark nach einer Inszenierung.

In den aufs Video folgenden Kommentaren wurde Geppert u. a. von Lea Frings (Linke und RT-Mitarbeiterin) übelst nieder gemacht. Sie behauptet dort allen Ernstes, es sei doch möglich, solche Menschen (sie meint sogenannte Rechte oder Nazis) an der Kleidung zu erkennen und die müsse man des Platzes verweisen. Vielleicht wünschte sich Geppert in diesem Moment seinen alten Freund Pedram Shahyar als Berater an seiner Seite, der ja ausgezeichnete Erfahrung in dem Entlarven von Anhängern des „braunen Sumpfs“ besitzt.

Die Videobotschaft von Rapper Wojna und der verzweifelte Versuch Gepperts auf seinem Facebookprofil, den Vorwürfen rechtsoffen zu sein, entgegen zu treten, erhellen dem aufmerksamen Beobachter auch endlich die mysteriösen Geschehnisse in Hannover. Man wollte – wie schon Lars Mährholz zu Beginn der Mahnwachen – auf keinen Fall als Organisatoren einer rechten Bewegung gelten. Und wie Lars Mährholz glaubte man, zwanghaft beweisen zu müssen, die „letzten und einzig wahren Linken und Antifaschisten“ zu sein, ja ging sogar noch weiter als dieser, indem man hinter Fahnen der Antifa marschierte!

Dabei hatte Geppert offensichtlich völlig vergessen, was mit den Mahnwachen geschah, als Mährholz sich auf diesen Kurs einließ: die Bewegung begann sich zu spalten und versank in der Bedeutungslosigkeit.

Zusammenfassung und Fazit

Was als Versuch des Reinwaschens vom Vorwurf einer rechtsoffenen Bewegung als vermeintlich gute Idee galt, hatte für mich – und sicher auch für viele Besucher ohne Hintergrundinformationen zu den vorherigen Vorgängen – den Anstrich einer linken Demo mit Wahlkampfwerbung für Parteien wie die Linke und die SPD. Sprach Frank Geppert in Halle nicht davon, dass die Bewegung keine Parteiwerbung wünsche? Erstaunlich, wie schnell man die eigenen Forderungen über Bord wirft, wenn man unter Druck gerät!

DSCF5518Wojna von „Die Bandbreite“

Die permanente Wiederholung der Parole „Wir sind die echten Antifaschisten“ klang in meinen Ohren wie ein Hohn. Ja – sachlich mag die Aussage richtig sein! Aber mit den Horden der Antifa zu sympathisieren, deren Fahne zu schwenken, muss jeden Teilnehmer, der das letzte Jahr als Friedensaktivist von dieser faschistischen und extremistischen Organisation als „Nazi“, „Rechter“, „Verschwörungstheoretiker“, „Reichsdepp“ o. ä. verunglimpft wurde, zutiefst verstört haben!

Ich sehe hier eine Bewegung, die jetzt genau die gleichen Fehler macht wie die Mährholzveranstaltung. Um aus dem Teufelskreis des – wie zu erwartenden – Angriffs durch Medien, Parteien und von anderen Friedensbewegungen heraus zu kommen, versucht man sich den Anstrich des sauberen linken Friedensaktivisten zu geben. Und schaut man sich die Mahnwachen und den Friedenswinter an, dann sollte auch dem letzten Zweifler klar werden, dass man dieses Ansehen nie erreichen wird. Weil man versucht, es dem System recht zu machen, das kann niemals gelingen!

Es ist nicht zu erwarten, mit einer so ausgerichteten Veranstaltung die Masse der Bevölkerung zu mobilisieren. Wir brauchen keine Mahnwachenbewegung 2.0, wir brauchen eine echte Alternative, von der sich Menschen jenseits von Ideologien für Wahrheit und Frieden engagieren. Das Einzige, was man ausgrenzen muss, ist Extremismus, egal ob er von links oder von rechts kommt.

Ich will ehrlich sein, es ist nachvollziehbar, ja menschlich, sich verteidigen zu wollen und den Vorwurf, eine „rechte“ Vereinigung zu sein, nicht auf sich sitzen lassen zu wollen. Doch ist bei dieser Veranstaltung wirklich der Bogen überspannt worden. Zu inszeniert und abgesprochen kamen die „antifaschistischen“ Aktionen und Sprüche der Organisatoren und Sprecher beim Publikum an. Der konservative Teilnehmer wird sich fragen, ob er bei der nächsten Demo noch erwünscht ist, wenn er nach diesem Tag nicht schon vollends das Interesse verloren hat. Die Veranstalter sollten sich ernsthaft fragen, ob sie eine rein linke Bewegung wollen oder eine Bewegung, die die Masse der Bevölkerung anspricht.

DSCF5530

Auch über die Organisationsstruktur sollte man nochmal nachdenken. Alle paar Wochen eine Veranstaltung in einer anderen Stadt wird kaum für Zuwachs bei den Teilnehmerzahlen sorgen. Eine Vernetzung in viele Städte und Vereinigungen vor Ort könnten wesentlich mehr Publikum aktivieren. Das hieße aber auch, Verantwortung abgeben zu können. Ob das die Veranstalter können oder wollen, scheint mir zweifelhaft.

Meine anfängliche Zuversicht in diese Bewegung ist schwer enttäuscht worden. Ich hoffe inständig, dass sich die Verantwortlichen besinnen auf ihre ursprünglichen Ziele und sämtliche Ideologie und Parteiwerbung außen vor lassen. Vielleicht sind sie ja – anders als Lars Mährholz und Co. – in der Lage, konstruktiv mit Kritik umzugehen und erkennbare Fehlentwicklungen aufzuhalten. Andernfalls prophezeie ich EnDgAmE das Game Over in absehbarer Zeit.

Und das fände ich wirklich schade!

Liebe Grüße

Eure Lieselotte Pulverfass

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Endgame-Demo in Hannover am 14.03.2015

Veröffentlicht auf Friedensdemo Halle

am 11.03.2015

von Frank Geppert

endgame-hoerstel-lenzBildquelle

Am 14.03. ist in Hannover die dritte Endgame-Demo geplant. Es werden diesmal wieder großartige Redner und Teilnehmer dabei sein. Wir haben es geschafft, den ehemaligen ARD-Auslandskorrespondent und aktiven Publizisten Christoph Hörstel als Redner zu begeistern. Er berichtete aktiv u.a. aus Afghanistan, Pakistan und Kaschmir.

Der Autor und Gewalttherapeut Rüdiger Lenz wird anwesend sein. Die Publizistin und Friedensaktivisten Evelin Pietza redet erneut, wie Fuad Afane, der sich aktiv für die Freiheit der Palästinenser einsetzt. Auch Taylan Can ist kein Unbekannter. Er ist Künstler und Aktivist und betrachtet “alle 73 Nationen mit gleichen Augen, …”. Doch weil er alle Menschen mit gleichen Augen sieht, kritisiert er natürlich die Ungerechtigkeit derjenigen, die ihre Nachbarn unterdrücken, Land rauben oder imperialistische Kriege in die Welt tragen.

Wir stehen für Völkerveständigung, Solidarität, Frieden und Gerechtigkeit, mit Euch gemeinsam! 14 Uhr, am Hauptbahnhof in Hannover. Und wir werden auch laufen, demonstrieren, umarmen, rufen, singen und lachen.

Wir freuen uns auf Euch!

– – – – – – – –

Auch ich werde am Samstag in Hannover sein.

Liebe Grüße

Eure Lieselotte Pulverfass


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Konspirative Kräfte gegen Auftritt von Elsässer beim Sternmarsch?

Was plant eine Facebook-Gruppe für die Demo am 28.02.2015 in Berlin?

24. Februar 2015

Ein Beitrag auf Facebook veranlasst mich, diese beunruhigenden Informationen zu verbreiten.

Da möglicherweise Gefahr im Verzug ist und die Zeit zu kurz für mich, die Angaben – insbesondere zu den Gruppenmitgliedern – gründlich zu recherchieren, gebe ich die Meldung im Originallaut und ohne eigene Kommentare weiter.

Text des Beitrags:

Wir sehen uns veranlasst, die Existenz einer Facebook-Gruppe bekannt zu geben.

Vielsagender Titel der Gruppe: “Jürgen Elsässer am 28.2. in Berlin”.

Ein Konglomerat an Kräften, zusammengeballt aus Vertretern von Medien, Politik und gewaltbereiter Antifa? Mit gemeinsamer Stoßrichtung? Nach unserem Verständnis ist das mit einem demokratischen Rechtsstaat nicht vereinbar.

Wir möchten über die konkreten Ziele dieser Gruppe an dieser Stelle nicht weiter spekulieren. Es soll jedem selbst überlassen sein, sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen und zu eigenen Schlussfolgerungen zu gelangen. Wir informieren lediglich über die Existenz dieser Gruppe.

Zur Gruppe: https://m.facebook.com/groups/730065197107993?view=info  *(siehe PS unter dem Artikel)

Initiiert wurde die Gruppe von Herrn Bastian Borstell, selbsternannter “alliierter Trümmerspecht und Attentäter”. Seines Zeichens Autor beim “Freitag” und Dittfurth Freund.

https://m.facebook.com/bastian.borstell?fref=pb

Einige weitere, durch Borstell hinzugefügte Mitglieder:

Martin Niewendick

Schreibt nach eigenen Angaben für die “Jungle World” und den “Tagesspiegel”.

https://m.facebook.com/zahalgoy?fref=pb

Alexander Nabert

Schrieb für die “Jungle World” und spendete sein Autorenhonorar an Jutta Dittfurt.

https://m.facebook.com/alexander.stachlig?fref=pb

Elke Wittich

Eine Autorin dieses Namens schreibt sowohl für die “Jüdische Allgemeine”, als auch für die “Jungle World”. Es ist derzeit nicht bekannt, ob diese Autorin identisch mit der Person hinter diesem Facebookprofil ist.

https://m.facebook.com/elke.wittich?fref=pb

Daniel Kulla

Betreiber des “Classless Kulla Blog”. Nach eigenen Angaben sozialisiert durch die autonome Antifa.

https://m.facebook.com/classlesskulla?fref=pb

Anetta Kahane

Ihres Zeichens Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung und Nähe zu “Ruhrbarone”.

https://m.facebook.com/anetta.kahane?fref=pb

Klaus Lederer

Ob es sich hier um den MdB der Linkspartei handelt? Gewisse Indizien deuten zwingend darauf hin.

https://m.facebook.com/klaus.lederer.121?fref=pb

Oliver Höfinghoff

Deutscher Politiker und ehemaliges Mitglied der “Piratenpartei”. Er trägt gern einen Antifa-Button am Revers und ist laut Spiegel Online gern auf “antifaschistischen Putzspaziergängen unterwegs”. Ebenfalls laut Spiegel Online, „verpflichtete (Höfinghoff) sich nach seiner Ausbildung acht Jahre als Zeitsoldat. Zwei Einsätze führten ihn ins Kosovo, technischer Dienst. […] arbeitete während des Wahlkampfs 2011 in Berlin für die Website der “Bild”-Zeitung.“

http://www.spiegel.de/…/portraet-des-berliner-piraten-frakt…

Wikipedia berichtet:
“Zusammenarbeit mit verfassungsfeindlichen Gruppen
Höfinghoff engagiert sich in der Roten Hilfe und bei verschiedenen Antifa-Gruppen, deren Berliner Gruppen vom zuständigen Landesverfassungsschutz als linksextreme Organisationen eingeschätzt werden.[5]

[….]

Höfinghoff stellte sich zunächst hinter seine Mitarbeiterin und Lebensgefährtin, Mareike Peter, nachdem diese bei Twitter schrieb, Berlins Polizeichef Klaus Kandt solle „angezündet“ werden.

[….]

Am 10. September 2014 entzog der Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses Höfinghoff die parlamentarische Immunität, um Ermittlungen gegen Höfinghoff wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu ermöglichen. Höfinghoff wurde vorgeworfen, im Mai 2013 gemeinsam mit einem 25-jährigen Begleiter in Berlin-Buch drei Männer aus der rechten Szene mit Fahnenstangen und Glasflaschen attackiert zu haben, wobei einer der Männer eine Schnittverletzung erlitten habe. Polizeiangaben zufolgen sollen Höfinghoff und sein Begleiter einen Imbiss, in dem die Opfer Zuflucht gesucht hatten, mit Stühlen und Flaschen beworfen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Höfinghoff zudem am 3. Oktober 2013 bei einer Demonstration in Hellersdorf einen Beamten bei einer Festnahme behindert haben. Höfinghoff bestritt die Vorwürfe.[10][11]”

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Oliver_Höfinghoff

Stefan Lauer

Ein Redakteur gleichen Namens ist für das “Vice Magazin” tätig. Ob es sich bei diesem Redakteur um die Person hinter folgendem Facebook-Profil handelt, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

https://m.facebook.com/stefanlauer79?fref=pb

“Die Antifa” ist auch durch Roland Rieger vertreten.

https://m.facebook.com/penny.wise.16144?fref=pb

Sowie durch das sich selbst “Konstantin Rothschild” nennende Gruppenmitglied. Laut seinem Facebookprofil selbsternannter CEO bei Antifa e.V.

https://m.facebook.com/konstantin.Allende?fref=pb

Insgesamt besteht die Gruppe gegenwärtig aus 23 Personen.

Als der ungarische Gesellschaftswissenschaftler und Politiker, István Bibó sagte: “Demokrat sein heißt, keine Angst haben“, wollte er damit entweder ausdrücken, dass man Mut dazu braucht, um ein Demokrat zu sein. Oder aber, er wollte damit ausdrücken, dass die Demokratie jene Staatsform ist, in der ein Mensch ohne Furcht laut denken darf.

Sollte er Ersteres gemeint haben, käme man nicht umhin, ihm heute Recht zu geben. Wollte er aber Letzteres ausdrücken, so haben wir offenbar bereits ein großes Stück lebendiger Demokratie eingebüßt.

Mit freundlichen Grüßen, A. R.

……….

* PS: Der Link zur Gruppe funktioniert offensichtlich nicht mehr, ich nehme an, weil die Einstellungen von geschlossen auf geheim geändert wurden. Ich hab sie jedenfalls gestern Nacht noch auf Facebook sehen können.

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Unterdrückung durch Spaltung – Widerstand durch Einigkeit

17. Februar 2015

Gastbeitrag von Isa Marquardt

Hiermit möchte ich einen dringenden Appell an alle Friedensbewegten und Aufgewachten richten. Ich möchte das Augenmerk auf einen Aspekt lenken, der nach meinem Empfinden immer wieder zur Spaltung der sich entwickelnden, geistigen Gemeinschaft in Deutschland führt.

Wen verorte ich in dieser Gemeinschaft?

Die rasant wachsende Anzahl derer, die erkannt haben, dass alles, was in den nächsten Jahren geschieht, uns alle betreffen wird, egal wo und wie wir leben, und egal, ob wir die Anstrengung auf uns genommen haben, uns mit diesen Vorgängen auseinanderzusetzen oder nicht.

Die Welt ist zu klein geworden und die Macht von lebensfeindlichen Systemstrukturen zu groß, um sich in irgendeinen Winkel der Erde zurückziehen und alles „irgendwie aussitzen“ zu können. Alleine kann keiner von uns mehr bestehen. Wir müssen endlich zusammenfinden und uns verbinden. Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden oder gemeinsam – als Menschheit – untergehen.

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So dringlich empfinde ich die derzeitige Lage und ich gehe davon aus, dass jeder, der in den letzten Monaten und Jahren (freiwillig und unbezahlt) an einer der themenübergreifenden Demos, Kundgebungen o. ä. teilgenommen hat, eine ähnliche Dringlichkeit empfindet.

An diese Menschen wende ich mich.

Von dem Moment an, da eine Bedrohung erkannt wird, bis zum Punkt der Positionierung und Handlungsinitiative wird ein sehr persönlicher Weg beschritten. Dass es auf diesem Weg auch zu hitzig ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten unter eigentlich Gleichgesinnten kommt, wirkt normalerweise günstig auf Selbstfindung und Erkenntnisgewinn und kann eine Verbindung sehr stärken. Bei einer so stabilen gemeinsamen Motivationsgrundlage, wie sie in unserem Fall vorliegt, hätte sich ein konstruktiver Minimalkonsens eigentlich längst finden müssen.

Aber an diesem Punkt wird die geistige Gemeinschaft in Deutschland wieder und wieder in unversöhnliche Fragmente zersplittert, und dieses Phänomen ist absolut nicht natürlichen Ursprungs, sondern wird künstlich und gezielt herbeigeführt. Man bedient sich dazu des erwähnten Spaltpilzes, in letzter Zeit allerdings so schlampig und willkürlich, dass man sich wundern muss, warum er überhaupt funktioniert. Deshalb ist es mir das allergrößte Anliegen, diese Problematik der Gemeinschaft zur Auseinandersetzung vorzulegen.

Ich habe mich mein Leben lang links geglaubt. Bis ich aus den Qualitätsmedien erfahren musste, dass ich aufgrund der Tatsache, an Mahnwachen teilgenommen zu haben, als rechts zu gelten habe, als Antisemit, zumindest jedoch als „Querfrontler“.

Warum?

Weil

a) kurzrasierte Menschen und sogar echte NPDler beigewohnt haben sollen und

b) die Geldpolitik sowie die Eigentumsverhältnisse der FED kritisiert wurden.

Meiner Erinnerung nach waren es im Wesentlichen diese beiden „Indizien“, die die Deutungshoheitler der Qualitätsmedien dazu veranlassten, sofort ihr vernichtendes Urteil über die Mahnwachen zu fällen. So ähnlich, wie die gefundenen Personalausweise in einem Pariser Kfz und in einer Straße nahe des World Trade Centers den jeweiligen Behörden dazu dienten, sofort diverse Terroristen zu identifizieren …

Und all das im Jahr 2014, im selben Jahr, in dem sich eine unverhohlene Nazi-Regierung in der Ukraine an die Macht putscht und großflächige Nazi-Säuberungen im eigenen Land betreibt und dafür nicht nur staatliche Finanzierungshilfen, sondern auch noch die rückhaltlose Unterstützung unserer Qualitätsmedien genießt!

Als die ersten Veranstalter der Mahnwachen damit anfingen, sich von irgendwem „ausdrücklich zu distanzieren“, war schon abzusehen, dass der Drops gelutscht ist. Die Bewegung hatte enorme Schubkraft, war so stark im Wachsen – doch ein paar gezielte Kampfbegriffe in den Medien und das Ganze fiel wieder auseinander. Es war den Mahnwachen nicht mehr möglich, sich vom Makel des Rechtsseins oder – vielleicht noch schlimmer – des „Möglicherweise-Rechtsseins“ reinzuwaschen. Ihrem unaufhaltsamen Siechtum konnte man von da an förmlich zuschauen.

TransparenteFoto: „minimalkaminski“

Wo ursprünglich eine erstaunlich durchmischte, harmonische und zielgerichtete Basisbewegung sich zu formieren und eine gewisse gesellschaftliche Schlagkraft zu entwickeln begann, waren nunmehr alle Teilnehmer damit beschäftigt, ihre Energie gegeneinander zu richten und sich gegenseitig auf ihre Gesinnung abzuklopfen – deren Einsortierung in „wert“ und „unwert“ sie dem Gutdünken der Qualitätsmedien überließen …

Warum in aller Welt sind die Organisatoren der Mahnwachen auf diesen schäbigen Trick hereingefallen?

Nun möchte ich Pegida miteinbeziehen, weil sich dort im Großen abgespielt hat, was die Mahnwachen im Kleinen erlebt haben.

Ob Pegida als eine Art Überlaufventil und damit als natürliche Folge u. a. aus dem Zerfall der Mahnwachen in Erscheinung getreten ist, oder ob sie, wie manche glauben, künstlich hochgezogen wurde, um weiteres Protestpotential kanalisieren und steuern zu können, sei dahingestellt. Entscheidend ist in meinen Augen, wie die Bewegung von den Qualitätsmedien begleitet wurde, was daraus als Fazit in der öffentlichen Wahrnehmung entstanden ist und welche Folgen das für die Bewegung hatte.

Bei den Pegidas musste man nicht lange bohren, um ihnen das Nazi-Etikett anheften zu können. Allein das Wort „Migration“ in die öffentliche Debatte hineinzutragen, qualifiziert hinreichend für die Nazi-Keule. Da konnten die Veranstalter sich noch so sehr bemühen, menschenfreundliche und mit dem Grundgesetz vereinbare Positionspapiere herauszubringen. Auch auf Mahnwachen wurde sich ausgiebig distanziert und dazu aufgerufen, nicht mit denen zu laufen.

Wie viele Gegendemonstranten wirklich dazu engagiert oder verdonnert wurden, gegen die Pegidas anzuschreien, lässt sich nicht sagen, aber sicher waren es verhältnismäßig wenige. Nicht nur in der traditionellen Linken, sondern auch in weiten Teilen des deutschen Mainstreams ist ein starker Reflex wirksam gegen alles, was nur ansatzweise rechts sein könnte. Ich kenne diesen Reflex von mir selbst und inzwischen frage ich mich sogar, ob es mir jemals gelungen wäre, mich als links zu verstehen, wenn es die Rechten nicht gegeben hätte.

Die Gegenaktionen zu Pegida waren in punkto Masse, Gebaren und Lautstärke jedenfalls überwältigend und ganz Deutschland freut sich jetzt, dass es so bunt ist und keinen Platz für Nazis hat – während die Nazis in der Ukraine weiter Krieg führen, von unserer Regierung finanziell unterstützt und von unseren Qualitätsmedien getätschelt. Und Pegida?

Wo ursprünglich mal sage und schreibe fünfundzwanzigtausend (!) Menschen es fertig gebracht haben, einen gemeinsamen Protest gegen den Status Quo auf die Straßen zu tragen und damit eine in Deutschland lange nicht mehr gesehene Geschlossenheit zu demonstrieren, waren zuletzt wieder alle damit beschäftigt, sich gegenseitig der Gesinnungsprüfung zu unterziehen und sich voneinander zu distanzieren. Ergebnis: Zersplitterung, Fragmentierung. Zerfall auf ganzer Linie.

Ich möchte den Blick der geistigen Gemeinschaft auf das Muster hinter all diesen Begebenheiten lenken:

  1. Die Qualitätsmedien legen nach einem sehr eigenen Maßstab fest, was „rechts“ und „links“ ist und entscheiden anhand dessen, wie die Bevölkerung damit umzugehen hat.
  2. Die Deutschen sind aufgrund ihrer Geschichte und der Art, wie sie aufgearbeitet wird, für die Rechts-Links-Sortierung anfällig wie kein anderes Volk. Der Vorwurf, rechts, also ein Nazi zu sein, trifft gerade den politisch bewussten Durchschnittsdeutschen oft bis ins Mark, egal ob er stimmt oder nicht.
  3. Der Inhalt der geäußerten Meinung – die enthaltene Information – wird daraufhin irrelevant.

Dieser dritte Punkt ist das, worum es mir hier geht. Es kann und wird keinen fruchtbaren Austausch und erst recht keine Einigung geben, solange das Rechts-Links-Modell in Deutschland noch so vital und wirksam ist. Wir können nicht über Inhalte sprechen, solange die Etiketten so übermäßig viel Aufmerksamkeit beanspruchen, solange mit ihnen eine so unnachgiebige Wertung in unseren eigenen Köpfen einhergeht und solange wir die Etikettierung den Qualitätsmedien überlassen.

Der Nazi ist für jeden Deutschen ein wunder Punkt, seine Achillesferse.

Der Nazi-Vorwurf führt bei den meisten dazu, dass sie umgehend zurückrudern, in Verteidigungshaltung gehen und nach einer Rechtfertigung suchen. Der Nazi-Vorwurf ist eine Waffe, die in Deutschland einfach unfehlbar trifft. Dabei geht es gerade in diesen schwierigen Zeiten wohl kaum um eine Armee von kleinen Hitler-Reinkarnationen in der Mitte der Gesellschaft, denen man auf die Köpfe hauen muss, um sie am Aufstehen zu hindern. Es geht um nichts anderes als um Menschen, die sich Gedanken machen, die Beobachtungen machen und ihre Schlüsse daraus ziehen, so gut sie eben können. Warum sollten sie sich rechtfertigen müssen für ihre Wahrnehmungen und die Gefühle, die diese in ihnen hervorrufen? Das wäre so, als sollten wir uns dafür rechtfertigen, dass wir an heißen Sommertagen durstig werden!

Die Einteilung gesellschaftlicher Strömungen in Rechts oder Links schien mal Sinn zu machen und hat sicher bei vielen politisch bewussten Menschen zu ihrem Selbst- und Weltverständnis beigetragen. Heute sehe ich die Willkür, mit der sie vorgenommen wird, ich sehe den nahezu religiösen Eifer, mit dem der jeweils andere Teil verachtet und verunglimpft wird und ich sehe das der Einteilungs-Ideologie innewohnende Zerstörungspotential für alle neuen und alten Bewegungen in Deutschland, die über das Larvenstadium oder die Bedeutung einer lokalen Freizeitveranstaltung hinauskommen wollen.

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Bildquelle

Ich sehe, wie geradezu genüsslich Einzelpersonen und Gruppen von den Qualitätsmedien mit der Nazi-Munition in Fetzen geschossen werden, während ihre eigentliche, wichtige Botschaft im Geknatter untergeht und nie wieder zu hören ist, obwohl sie so dringend geteilt werden müsste. Ich empfinde diese Vorgehensweise als psychologische Kriegsführung.

Ich habe keine Lust mehr, links zu sein, wenn das nur bedeutet, dass ich mich in entscheidenden Momenten gegen Menschen positionieren soll, die sich in derselben misslichen Lage befinden wie wir alle, die aber von den „Qualitätsmedien“ als rechts etikettiert werden.

Der zunehmende Druck, den wir spüren, weil so gut wie alles in globalem Ausmaß katastrophal falsch läuft und der Wunsch, die eigene Zeit und Energie für eine Verbesserung der Allgemeinsituation aufzuwenden, eint die Mitglieder der geistigen Gemeinschaft über alle Ländergrenzen, Schichten und politische Lager hinweg.

Die Definition der Ursachen und die Erörterung sinnvoller Vorgehensweisen wären Sache der Gemeinschaft als Ganzes und bergen an sich schon genug Stoff für anständige Streitereien. Kommt aber noch eine künstlich orchestrierte und derart verhärtete Links-Rechts-Spaltung dazu, dann wird noch auf Jahre hinaus das Potential für Bürgerkriegsszenarien in Deutschland weitaus größer sein als die Fähigkeit, auf breiter gesellschaftlicher Basis einen Minimalkonsens zu erarbeiten, der es – wie in anderen Ländern Europas und der Welt schon reichlich praktiziert – Vertretern sämtlicher Lager ermöglichen würde, sich gemeinsam zu bewegen.

Es kostet mich nicht viel Überwindung zu denken, dass es genau so gewollt ist.

Ich rufe daher alle Mitglieder der geistigen Gemeinschaft in Deutschland dazu auf, dem Gedanken der Konsensfindung den Vorzug zu geben vor dem antrainierten Reflex, „rechtes Gedankengut zu bekämpfen“, ob man es nun im eigenen Kopf, in den eigenen Reihen oder in einem vermeintlich gegnerischen Lager vorzufinden glaubt. Wie soll überhaupt Gedankengut bekämpft werden außer in der Person des Denkenden? Wie lässt sich der Kampf gegen denkende Menschen vereinbaren mit dem linkem Gedanken von Freiheit, Würde und gleichem Recht für alle, mit den hohen Idealen der Friedensbewegung und nicht zuletzt mit den angeblichen Werten der von den Qualitätsmedien rauf und runter bejubelten EU? Und warum zum Teufel sollte man sich in Bezug auf politische Fragen an einem von außen aufgezwungenen Bewertungsschema orientieren, postuliert von einem lebensfeindlichen System, das sich nicht einmal selbst daran hält?

Zieht die Etiketten ab und betrachtet den Inhalt!

Diskutiert über die Information und nicht über den äußeren Anstrich, den die Qualitätsmedien dem Informationsträger verleihen! Wir alle sind in erster Linie Menschen, die aus gegebenem Anlass Angst um unser aller Zukunft haben und sich nach bestem Wissen und Gewissen um Lösungen und Antworten bemühen. Dass wir zu unterschiedlichen Antworten kommen, liegt in der Natur der Sache und erfordert nichts als unsere Bereitschaft zu Gespräch und Verständigung. Dass aber ein Gutteil dieser Antworten mitsamt den sie äußernden Menschen als „rechts“ unter den Tisch geschubst wird, ohne auch nur einmal ausführlich gehört zu werden, ist allein der hinterlistigen Propaganda unserer Qualitätsmedien zu verdanken.

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Foto: „minimalkaminski“

Die deutschen Grundschulkinder früherer Jahrzehnte haben noch regelmäßig die Nationalhymne gesungen. Die heutigen Kinder wissen nicht einmal mehr, dass es eine solche überhaupt gibt. Das erste Wort daraus ist EINIGKEIT. Vielleicht ist das ja der Grund.

…………

Hinweis:

Gastbeiträge spiegeln die Ansichten des jeweiligen Autoren wieder und müssen nicht zwangsläufig mit denen der Blogbetreiberin übereinstimmen.

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Die Kundgebungen der PEGIDA – Monolog mit Paul Frolov

16. Februar 2015

Gastbeitrag von Paul Frolov

Einer Katastrophe können wir nur friedlich widerstehen.

Die Kundgebungen der PEGIDA, LEGIDA, MVGIDA sind eine Nagelprobe für den Zustand unserer Gesellschaft.

Über viele Jahre wurde ein Klima der Konfrontation zwischen gesellschaftlichen Strömungen erzeugt und in den letzten Monaten massiv durch die Medien verschärft.

Angela Merkel hat die Bürger aufgerufen, sich GEGEN den friedlichen Protest der Menschen in Dresden zu stellen.

Vertreter von Parteien, Verbänden und Kirchen inszenieren Kampagnen und Demonstrationen gegen Bürger, die die Zuwanderungspolitik und die militärische Konfrontation mit Russland kritisieren.

Demonstranten werden in den Medien als Trottel oder gefährliche Nazis vorgeführt.

Die Wortführer fast aller politischen Lager mobilisieren massiv gegen die gegenwärtigen Protestbewegungen.

All jene, die gegen friedliche Demonstrationen hetzen, haben in verantwortungsloser Weise Menschen in eine gefährliche Konfrontation getrieben und damit den „KAMPF DER KULTUREN“ genau dort entfesselt, wo Verantwortung aller Menschen füreinander den DIALOG und die Würdigung der jeweiligen Positionen gebraucht hätte.

Mittlerweile ist es auch einigen unserer Journalisten klar geworden … der Protest in Dresden und anderswo richtet sich gegen ein Versagen unserer Politik, den Menschen Perspektiven aus der gegenwärtigen Krise zu vermitteln.

Was, wenn IMMER MEHR MENSCHEN DEN BETRUG NICHT MEHR MITMACHEN WERDEN?

Die kommenden Kundgebungen werden unser Land erfassen und Teil einer weltweiten Bewegung werden, die sich im friedlichen Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse richtet.

NIEMAND, der verantwortlich denkt, lehnt die Aufklärung über die Gefahren von Fremdenfeindlichkeit oder einer Eskalation der Gewalt durch aufgehetzte Menschen oder PROVOKATEURE ab.

Das grundgesetzlich garantierte Recht auf die Freiheit friedlicher Demonstrationen beugte sich am 19. Januar in Dresden einer Morddrohung.

Es kann im Weiteren zerschlagen werden von hassenden Menschen oder Kräften, die eine weitere Destabilisierung in Deutschland brauchen, um der Politik und damit den Menschen ihre Agenda der totalen Kontrolle und der Konfrontation mit Russland aufzuzwingen.

Unsere Beamten, sowie die Teilnehmer der Kundgebungen stehen vor einer gewaltigen Herausforderung.

FRIEDLICHER WIDERSTAND gegen jede Äußerung von Gewalt.

Ich hoffe auf einen Impuls, sich zur Würde ANDERSDENKENDER zu bekennen.

…………

Hinweis:

Gastbeiträge spiegeln die Ansichten des jeweiligen Autoren wieder und müssen nicht zwangsläufig mit denen der Blogbetreiberin übereinstimmen.

Link zu Pauls Blog

Zum Beitrag gehörendes Video

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Warum du deine Geschichte erzählen solltest


15. Februar 2015

von Lieselotte Pulverfass

Seit April letzten Jahres verfolge ich intensiv die Entwicklungen rund um die Mahnwachen und die – aus den Spaltungen hervor gegangenen – Alternativbewegungen.

Nachdem ich auf diesem Blog seit Oktober 2014 über meine Eindrücke zur Friedensbewegung geschrieben habe, wird es Zeit, den Blick auf die Geschehnisse zu erweitern. Meine Beiträge entstanden aus der Sicht des Beobachters, daher findet der Leser hier nur meine Sicht auf die Dinge.

Warum dieser Aufruf?

Um den Friedensaktivisten und den Lesern dieses Blogs und ein umfassendes, objektives und neutrales Bild zu ermöglichen, möchte ich die Teilnehmer von Mahnwachen, Friedenswinter, Endgame etc. hiermit aufrufen, ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen.

Die Motivation für diesen Aufruf ist der Wunsch nach Verstehen und Verständigung, nach Austausch und Kommunikation. Viele Friedensaktivisten haben sich in verschiedensten Foren wie z. B. in den Facebook-Gruppen mit geschriebenen Texten an Mitstreiter und Organisatoren gewandt. Damit versuchten sie, ihre Wünsche, Erwartungen, Enttäuschungen oder auch ihre Freude, ihren Ärger, ihre Erlebnisse mitzuteilen. Oft entstanden dann lebhafte Diskussionen, aber genauso oft gingen diese geschriebenen Gedanken in dem Überfluss an Informationen unter.

Meine Hoffnung ist, mit dieser Aktion das Tor für Verständigung wieder zu öffnen, das durch diverse Geschehnisse zugeschlagen scheint.

Vielleicht besteht ja durch das Lesen von Erfahrungsberichten die Aussicht, dass die gezogenen Gräben wieder kleiner werden, weil man den Anderen plötzlich ein Stück weit versteht und dessen Entscheidungen nachvollziehen kann.

Selbst wenn das nicht gewünscht ist, weil man Gewissheit hat, jetzt den richtigen Weg zu gehen und es kein Zurück mehr zu den Anfängen gibt, so sind doch deine Erkenntnisse hilfreich für neue Friedensaktivisten.

Außerdem bietet diese Aktion die Chance, (wieder) miteinander ins Gespräch zu kommen und/oder über wichtige Themen zu diskutieren.

Frieden

An wen richtet sich dieser Aufruf?

Da diese Aktion die Möglichkeit bieten soll, ein objektives Bild der Friedensbewegung zu zeichnen, darf sich ausnahmslos jeder aufgerufen fühlen, ob er/sie nun bei den ursprünglichen Mahnwachen für den Frieden, bei den abgespalteten Alternativ-Mahnwachen, bei Frieden Jetzt, EndGame oder woanders aktiv ist.

Worüber könntest du berichten?

Du kannst schreiben, was immer du möchtest, das Thema bleibt dir überlassen.

Folgende Fragen sollen nur beispielhaft sein, um dir über Inhalt und Umfang deiner Geschichte klar zu werden:

  • Was ist die Motivation für deine Teilnahme an der Bewegung?
  • Warum ist es gerade diese Bewegung?
  • Was liegt dir besonders auf dem Herzen, welche Wünsche und Erwartungen hast du?
  • Wie schätzt du die Entwicklung der Bewegung ein?
  • Welche Erlebnisse und Erfahrungen möchtest du mit uns teilen?
  • Was läuft deiner Meinung nach gut und was könnte besser laufen?
  • Verfolgt die Bewegung die richtigen Ziele?
  • Läuft es mit der Kommunikation und Transparenz für dich optimal oder gibt es Mängel?
  • Identifizierst du dich voll und ganz mit der Bewegung? Was könnte besser sein?
  • Hast du das Gefühl, dass die Bewegung etwas bewirken kann?
  • Wo hat die Bewegung ihre Stärken, wo ihre Schwächen?

Wie du deine Geschichte gestaltest, bleibt dir überlassen. Du kannst dich einem speziellen Thema, das dir auf der Seele brennt, widmen. Du kannst auch gern einen Erlebnisbericht über deine Teilnahme an der Bewegung schreiben, über deine Eindrücke, Gefühle, Gedanken oder über die Geschehnisse, die dich beschäftigen.

Du hast eine schöne Rede geschrieben?

Viele Friedensaktivisten stehen jede Woche am Mikrofon und halten wundervolle Reden. Manche werden aufgezeichnet und als Video hochgeladen, manche aber auch nicht.

AK Berlin

Wenn du das Gefühl hast, eine besonders wichtige, kraftvolle oder schöne Rede geschrieben zu haben, von der nur wenige (z. B. die Teilnehmer deiner Mahnwache) gehört haben, darfst du mir gern dein Manuskript schicken, damit ich es hier veröffentliche. Auf diese Weise ermöglichst du vielen Lesern, an deinen Gedanken teil zu haben.

Wie dein Gastbeitrag entsteht

Hast du deine Erzählung, deinen Erfahrungsbericht fertig geschrieben, schickst du ihn mir per Email. Ich werde zeitnah mit dir Kontakt aufnehmen und dir mitteilen, ob der Beitrag so ok ist oder was für Änderungen/Ergänzungen evtl. nötig sind. Bist du dir über die Ausrichtung, den Inhalt oder das Thema unsicher, kannst du mich gern auch vorab kontaktieren.

Teile mir mit, ob du deinen Bericht unter deinem bürgerlichen Namen oder unter einem Pseudonym (oder FB-Name) veröffentlichen möchtest und vergiss wichtige Daten nicht, z. B. wo du aktiv bist, seit wann usw.

Selbstverständlich unterstütze ich dich – sofern das gewünscht ist – bei der Formulierung und dem Korrekturlesen deines Textes.

So und nun ran an die Tastatur, ich freu mich auf deinen Beitrag!

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Protestbewegungen in Deutschland – von Einigkeit keine Spur!


11. Februar 2015

von Lieselotte Pulverfass

Seit Beginn der Ukrainekrise wächst in der Bevölkerung der Widerstand gegen die herrschende Politik. Ob nun im Internet auf Presseportalen den Journalisten vorgeworfen wird, einseitig zu berichten bzw. gar Lügen zu verbreiten; ob es die Verweigerung von immer mehr Menschen ist, TV oder Zeitungen zu konsumieren oder ob die Unzufriedenheit in einem offenen Protest auf die Straße getragen wird: die Bevölkerung erkennt mehr und mehr, dass man ihre Sorgen und Ängste nicht wahrnimmt, ja dass absichtlich gegen die berechtigten Wünsche der Mehrheit Politik betrieben wird.

Warum sich Widerstand in der Bevölkerung regt

Die regierenden Parteien scheren sich nicht darum, dass ihre Wähler in sämtlichen Belangen eine andere Entscheidung wünschen. So setzt man gegen den Willen des Volkes Gesetze und Beschlüsse um, die – jedes einzelne – das Potential haben, den Frieden, die Freiheit, die Sicherheit, die Gesundheit, die Umwelt, den Wohlstand, die soziale Gerechtigkeit oder auch die Wirtschaft massiv zu beeinträchtigen oder zu gefährden. Die gewählten Abgeordneten scheinen sich tatsächlich darin einig, der deutschen (und europäischen) Bevölkerung alles zumuten zu können, was sich ein paar elitäre Globalisten für uns ausgedacht haben. Ohne die Zustimmung der Massen erdreisten sie sich z. B. die Steuergelder des Volkes für Bankenrettungen (ESM) in einer „Schuldenunion“ oder für die Lieferung von Kriegsgerät in Krisengebiete zu verschleudern, beschließen die Einführung von genmanipulierten Lebensmitteln oder Saatgut, fördern die umweltzerstörende Technologie des Fracking, setzen unsere Kinder dem Genderwahn und der Frühsexualisierung aus, schränken die Demonstrationsfreiheit durch Verbote ein, unterstützen die US-amerikanische Kriegspolitik mit der Nato, riskieren durch Lügenpropaganda einen Krieg mit Russland u.v.m.

Kein Wunder, dass die Leute es satt haben!

Warum eine Bewegung nach der anderen entsteht

Und so formieren sich seit Frühjahr 2014 – beginnend mit den Mahnwachen für den Frieden – in Deutschland Protestbewegungen, die eines gemeinsam haben: man zersplittert sich in Grüppchen, um anschließend neue Bewegungen zu gründen.

Nach der Unterwanderung durch trotzkistische Kräfte im Mai 2014 und der gezielten Zerschlagung und Neuausrichtung auf die Partei Die Linke der bis dato gut besuchten Mahnwachen, dämmert man jetzt im Halbschlaf unter einer gemeinsamen Bettdecke mit der alten Friedensbewegung und kommunistischen Parteien. Selbst der „crowdfinanzierte“ Ken Jebsen macht gefühlt nur noch Werbung für linke Politiker, ob beim Jahresauftakt der Linken oder bei der Demonstrationen gegen die Münchner Sicherheitskonferenz (zu der sich jetzt auch – ENDLICH! – der lang umworbene Konstantin Wecker gesellte), man kommt nicht umhin, die Propaganda für Die LINKE zu entlarven.

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Bildquelle

Die Mahnwachen in einigen Städten, die sich unabhängig vom Berliner Diktat fühlten und die ursprüngliche pluralistische Bewegung weiterführten, haben den hoch kochenden Protest der Bürger nicht für sich nutzen können. Sicher, ein wenig Zulauf hatten sie anfangs schon, aber was dann folgte, ließ selbst die optimistischsten Friedenskämpfer verzweifeln.

Mit HoGeSa (die schnell wieder von der Bildfläche verschwand) und PeGiDa entstanden Protestbewegungen, die sich statt Frieden den Kampf gegen die Islamisierung Europas auf die Fahnen geschrieben hatten. Fassungslos musste man mit anschauen, dass – bis zu Bachmanns Rücktritt Ende Januar – über 40.000 Menschen allein in Dresden auf die Straße gingen, während man zu den eigenen Demos ein paar hundert (bei Großveranstaltungen ein paar tausend) animieren konnte! Wie schon zu Beginn der Mahnwachenbewegung die Hatz auf vermeintlich „Rechte“ durch die linksextremen Unterwanderer erfolgte, so wurde nun die Orga der Mahnwachen, Ken Jebsen und Pedram Shahyar im Besonderen, nicht müde, sich gegen PeGiDa und den dort verorteten „braunen Sumpf“ einzuschießen. Etliche Mahnwachenbesucher ließen es sich trotzdem nicht nehmen, auf diese Demos zu gehen. Das Für und Wider hierüber setzte die Spaltereien innerhalb der Organisation fort, Befürworter von PeGiDa sahen sich massiven Angriffen von ehemals befreundeten Friedenskämpfern ausgesetzt. Der Umstand, dass sich auch Jürgen Elsässer für die Bewegung engagierte, machte den Disput noch gravierender.

Mit Stephane Simon – ein Sprecher, der schon von den Mahnwachen bekannt war und dem bei PeGiDa nach einer Rede weitere Auftritte verboten wurden – entstand eine Bewegung, den Mahnwachen sehr ähnlich, namentlich jedoch PeGiDa entlehnt – PeGaDa, jetzt in EndGame umbenannt.

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Bildquelle

Die Zielsetzung der Bewegung und der Aufruf zur ersten Demonstration von PeGaDa/EndGame am 24. Januar 2015 waren erfolgversprechend, so dass sich auch viele Teilnehmer der Mahnwachen von dieser Veranstaltung angesprochen fühlten und nach Erfurt reisten.

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Umso mehr verwunderte es die Sympathisanten, dass kurz nach diesem erfolgreichen Auftakt Stephane Simon – verärgert über seinen Ausschluss aus dem Orga-Team – eine weitere Bewegung mit dem Titel „Nicht mit uns“ gründete, mit – zugegeben – sehr sozialistisch angehauchten Forderungen wie bedingungsloses Grundeinkommen, dem Ruf nach mehr Verstaatlichung und Regulierungen von Banken und Wirtschaft.

Was sind die Ursachen für die Uneinigkeit?

Und so dümpeln die verschiedensten Friedens- oder Protestbewegungen (auch PeGiDa ist mittlerweise geteilt, nach Bachmann traten auch Oertel und weitere Orga-Mitglieder zurück und gründeten eine neue Bewegung) mit ein paar hundert Aktivisten – gelegentlich ein paar tausend – nebeneinander her. Einig ist man sich nur in Einem: dass man sich nicht einig ist. Das liegt offensichtlich nicht nur an unterschiedlichen Motiven oder Zielsetzungen der Organisationen, sondern vor allem – so scheints mir – an zwischenmenschlichen oder persönlichen Befindlichkeiten. Für manchen ist die Friedensbewegung zu einem lohnenden Geschäft geworden, ob es nun darum geht, die eigenen Bücher oder CD’s zu verkaufen, seine Bekanntheit zu vergrößern, sich als Selbstständiger neue Aufträge zu sichern, die politische Karriere voran zu treiben oder die Spendenbereitschaft der Kundschaft zu erhöhen. Andere wiederum gefallen sich in ihrer plötzlichen Popularität und bekämpfen jeden, der diesen Status gefährdet. Und nicht zuletzt sind da auch jene, die die Bewegung benutzen, um mit ihr eigene Interessen – die den Teilnehmern oft verborgen bleiben – voran zu treiben und die alles aus dem Weg räumen, was dieses Ziel gefährden könnte.

Solange diese Diskrepanzen in den Bewegungen nicht erkannt werden, wird es zu weiteren Spaltungen und Zersplitterungen kommen. Wem ist damit gedient? Sollte nicht jeder, der sich und seine Motivation in den oben beschriebenen Beispielen wieder findet, einmal in sich gehen und sich fragen, warum ihm (oder ihr) die Beteiligung an diesen Veranstaltungen so wichtig ist? Ist es dem deutschen Michel (ums mal pauschal zu formulieren, denn es sind beileibe nicht nur Deutsche) nicht möglich, gelegentlich über den eigenen egoistischen Schatten zu springen und auf andere zuzugehen? Ist der eigene Erfolg, Status oder Ruhm wichtiger als ein vereinter Kampf gegen einen gemeinsamen Feind?

Warum nur vereinter Widerstand etwas bewegen kann

Statt sich in den eigenen Reihen zu bekämpfen – Linke gegen Rechte, Deutsche gegen Asylbewerber, Wessis gegen Ossis – sollte es bei aller Gegensätzlichkeit doch möglich sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden (vor allem die Ursache statt einzelner Symptome) und geschlossen gegen die desaströse Politik zu demonstrieren. Steht der Krieg irgendwann auch bei uns vor der Tür, macht es keinen Unterschied, ob man bei der Antifa, den Linken oder bei PeGiDa war. Den Gegner wird nicht interessieren, welche Gesinnung man hat, auf welcher Friedensbewegung man sich engagierte oder welche Partei man gewählt hat.

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Oft hört man von Wortführern unter den Friedensaktivisten, dass es ihnen nicht so wichtig sei, Massen auf die Straße zu bringen – lieber Qualität als Quantität – und es vorrangig wäre, die Menschen aufzuklären. Dem halte ich entgegen, dass die Zeit erbarmungslos verstreicht, in der stündlich das Leid der ukrainischen Bevölkerung wächst, tausende sterben oder ihre Heimat verlassen müssen und der Krieg immer näher rückt, während ihr versucht aufzuklären. Nur mit einem vereinten Widerstand, mit hunderttausenden Menschen auf der Straße, kann sich das Volk Gehör verschaffen und den Wahnsinn – eventuell – beenden. Warum soll das, was in Spanien, Italien, Belgien oder Griechenland bspw. inzwischen alltäglich ist, in Deutschland nicht möglich sein, nämlich geschlossen gegen die Politik zu demonstrieren? Gehen wir auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und nicht danach, was uns trennt!

Die Entstehung der vielen kleinen „Mini“proteste amüsiert die Politikerkaste, denn gefährlich werden sie ihr nicht. So kann die Regierung weiter ihr geplantes Programm fahren, während die Bewegungen damit beschäftigt sind, sich zu bekämpfen und sich so gegenseitig zu neutralisieren.

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Zitat Jean-Claude Juncker

Die Ukrainekrise mit den unzähligen menschlichen Tragödien, Flüchtlingen und Todesopfern, dazu die unaufhörliche Kriegsrhetorik in Politik und Medien, sollte uns vor Augen führen, dass es um viel mehr geht als um persönliche Befindlichkeiten und Wünsche. Es geht um unser aller Freiheit und um Krieg oder Frieden!

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EndGame in Erfurt – Nazidemo oder Friedensveranstaltung?

Berichte jenseits des Mainstreams


28. Januar 2015

von Lieselotte Pulverfass

Am 24. Januar 2015 fand in Erfurt die erste Veranstaltung von PEGADA statt, eine Demo mit dem Namen EndGame (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas), die rund 1000 – 2000 Teilnehmer in die thüringische Hauptstadt lockte. In meinem Artikel Pegida, Mahnwachen und das Attentat von Paris hatte ich bereits darüber sinniert, dass sich in dieser Bewegung möglicherweise der ursprüngliche Spirit der Mahnwachenbewegung wieder finden könnte.

Kritisch scheint mir allerdings der Name PEGADA, der doch sehr an PEGIDA erinnert und Uninformierte vermuten lässt, dass es sich um einen von vielen Ablegern dieser Bewegung handelt. Dies erkennen nun auch die Veranstalter und man plant offensichtlich eine Umbenennung. Auch die zu den – von Parteien, Kirchen und Antifa organisierten – Gegendemos erschienenen ca. 200 Teilnehmer zeigten sich irritiert, dass der Protestzug so gar nicht (wie von den Aufrufern proklamiert) ausländerfeindliche, islamfeindliche oder gar rassistische Züge hatte.

Die Partei der Grünen beispielsweise rief auf ihrer Webseite zum Widerstand gegen Nazis auf!

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In Erwartung des angekündigten „Naziaufmarsches“ kochten bei den Gegnern der EndGame-Demo schnell die Emotionen hoch und die verbalen Schlachtrufe, Pfeifkonzerte, auf Krawall gebürstete Antifas und Sitzblockaden störten die Veranstaltung erheblich.

In den Mainstreammedien finden sich zuhauf Artikel über die Demo, wie üblich gespickt mit den bekannten Phrasen „kruder Zusammenschluss“, „Verschwörungstheoretiker“, „Neonazis“ und ähnlichem Vokabular, sowie eine voreingenommene Darstellung der stattgefundenen Auseinandersetzungen. Dem möchte ich mit Berichten von Demonstranten, die uns erzählen, was sie zu der Teilnahme bewegt hat und was ihrer Meinung nach vor Ort wirklich passierte, etwas entgegen setzen.

Jan Gulbinat schreibt in der Gruppe Aufruf zum friedlichen Widerstand:

„Die Antifa war wieder mal als Denunziant des Staates unterwegs und hat versucht das Demonstrationsrecht für eine Bürgerbewegung zu unterbinden. Sie waren sehr erstaunt, als sie auf ihre Slogan „Nazis raus!“ aus den Reihen der Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas (EnD GAmE) die Antwort „Nazis raus“ erhielten. Als die EnD GAmE skandierten „Hoch die internationale Solidarität!“ waren sie völlig verdutzt.
Mmmmh, doof wenn sich das Feindbild solidarisch mit einem zeigt, was einige Antifaschisten zum Anlass brachte, härtere Mittel einzusetzen, um diese angebliche „Nazidemo“ zu beenden. Wenn die Sprechchöre nicht mehr funktionieren, fliegen die Fäuste oder auch der eine oder andere Polenböller.

Link zum dazu gehörenden Video.

Der Ausruf der EnD GAmE „Wir sind friedlich, was seid ihr?“ hat sogar ein paar Gegendemonstranten erkennen lassen, dass sie irgendwie auf der falschen Seite stehen und mit diesen gewalttätigen und radikalen „Anti“Faschisten nichts mehr zu tun haben wollten.

Aber die Antifas sollten sich selbst mal fragen, wie stolz sie eigentlich auf ihre ehrenhafte antifaschistische Arbeit sind, wenn sie sich immer so gut wie möglich vermummen. Zeigt doch einfach Eure Gesichter und versteckt Euch nicht hinter Euren Kapuzen und Sonnenbrillen!

Vielen Dank für die professionelle Arbeit der Erfurter Polizei. Trotz der Gewalt der Antifa kam es zu keinen Verletzten, nur ein Polizist hatte Pfefferspray von der Antifa abbekommen.“

Jan Herold berichtet auf Facebook:

„+ + + + AUSSCHREITUNGEN IN ERFURT HEUTE + + + <<sorry, sonst liest es ja keiner…

Grad wieder rein von der wunderbar friedlichen PegAda-Endgame in Erfurt.

Was kann ich berichten: 13 Uhr dort angekommen, einige bekannte Gesichter von den Friedensmahnwachen wieder getroffen – Freude. Dann standen aber schon einige mit großen Transparenten auf dem Platz – es war die evangelische Kirche und die Antifa oder ähnliche, gemeinsam da. Die Kirche hatte ein Riesentransparent mit: EVANGELISCHE KIRCHE gegen Rechtsextremismus, auch Plakate wie VAGINA (Vaterlandslose Alkoholiker gegen islamophobe Nationalistische Arschlöcher – Anm. L.P.) und irgendwas im Text mit Idioten drauf und GRÜNE Jugendliche mit Fahnen und die schwarz gekleideten Antifaleute. Ich fragte mich ehrlich, ist das Plakat von der Kirche gegen die ukrainische Regierung – und wollten die VAGINA-Leute uns beipflichten, dass man nicht gegen den Islam sein sollte – oder ich ahnte auch, es könnte gegen uns sein?

Ich suchte den Dialog, ging zur Kirche, zu dem Mann, der da den Hut auf hatte – und fragte: seid ihr gegen das Geld geben für Kiew – also gegen den Krieg, gegen das nationalistische Treiben in der Ukraine und gegen Pegida mit eurem Transparent – oder meint ihr uns??? Als Antwort bekam ich, dass wir Reichsbürger, Nazis und Elsässer-Leute wären. Ich habe zurückgefragt, ob er weiß wofür wir hier stehen. Ich bekam die selbe Antwort. Ich sagte, wir stehen hier gegen den laufenden Krieg in Europa, gegen das Morden in der Ukraine, gegen menschenverachtende Sanktionen und gegen die sog. Freihandelsabkommen welche nur Gelder für weiteren Krieg freimachen und uns entdemokratisieren, entrechten sollen. Und dass er viele Bürger hier nicht wegen einer Elsässer-Rede am freien Mikro der Mahnwachen bzw. wegen Reichsbürger, die auch auf keine friedliche Mahnwache mehr gehen, nur kurz auch am FREIEN Mikro waren, also wegen 3-4 Leuten, die es gar nicht mehr hier gibt, Tausende Friedensleute blind verurteilen sollte. Er antwortete, dass sie auch gegen TTIP, Gen-Essen, Umweltverseuchung seien. Ich sagte, das ist aber nicht der Kern, der Kern der „Frei“handelsabkommen ist die Entdemokratisierung und Geld – unser Geld – für den Krieg abzuschöpfen. Während dem Gespräch immer mal ne Trillerpfeife von links rechts – von seinen Leuten um ihn herum. Er hat mir dann gesagt: sie hätten hier Demo angemeldet – eben 13 Uhr… (wir ja 14 Uhr) – und hat mich gebeten, nicht vor ihren (ich sag sinnlosen, am Thema vorbei) Transparenten zu stehen. Andere versuchten auch die vorgeschickten Gegendemonstranten aufzuklären, friedlich zu reden, zu erklären, dass wir nicht die seien, was sie dachten.

Jedenfalls stellten wir uns auf unserem „eigenen“ Platz VON ihren Transparenten WEG, friedlich und wie sie es forderten. Sie hatten ja auch angemeldet. Als unsere Veranstaltung begann, begannen sie mit Trillerpfeifen und Geschrei unseren Redner (alles innerhalb von 5-10 Metern) zu übertönen. Es war nicht möglich, dass Konstantin ordentlich für jeden hörbar die Sicherheitsvorschriften vom Ordnungsamt – und den geplanten Verlauf vorlesen konnte. Ich begab mich zur Polizei und sagte, ob sie nicht mal mit zum Mikro vor könnten, damit wir für Ruhe und Ordnung sorgen können. Sie verwiesen mich an eine Frau und Mann vom Ordnungsamt. Er fragte mich wiederum, wer ich sei – und da muss schon ein Ordner oder Veranstalter zu ihm kommen. ALSO es passierte nichts!!!! (also nichts vom Ordnungsamt, nicht von den Oberverantwortlichen der Polizei, die an das Ordnungsamt gebunden waren – sie hätten doch nur mal kurz zum Mikro – gegen eine womögliche Ausschreitung – mitgehen sollen)….

Konstantin und ein Berliner Friedenmahnwachler versuchten noch mit den Gegendemonstranten zu reden, ihnen zu erklären, dass wir keine DD-Pegida oder ähnliches sind, sondern für Frieden, gegen Sanktionen, gegen den Ausverkauf der Demokratie und natürlich gegen die Nato und ihr Treiben hier stehen. Völlig sinnlos – das Megaphon reichte keine 2 Meter weit gegen die Trillerpfeifen der … ehm Gegendemonstranten. Wir entschlossen uns, ihnen den Rücken zu kehren und das Mikro auf die andere Seite unserer Friedensdemonstranten zu verlegen, wir begrüßten uns friedlich und freuten uns, dass so viele gegen den Krieg, für den Frieden da sind.

Nun kurz, wir marschierten los – und wurden von Antifa, welche Amerikaflaggen und Israelflaggen (und warum diese beiden???) bei sich hatten, auf der Marschroute mehrmals heftig blockiert, zweimal musste die Polizei räumen – ich bin mir sicher sie taten das bestimmt sogar irgendwo gerne – für uns, für die Demokratie und gegen solche aggressiven Menschen…

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Zurück zum Anfang: nach dem Gespräch mit dem Mann mit dem Hut auf (von der Kirche) – stand ich mind. 15 min fassungslos da, ALSO wie Medien und die Aufrufer der Gegendemonstranten diesen wohl auch eigentlich nur friedlichen Menschen so derb in Hirn scheißen können, dass ihre Ohren für das, was wir friedlich sagten völlig ZU waren. Wie auch sie sich selbst mit ihren Trillerpfeifen die Ohren davor verschlossen, was wir dort gesagt haben, mit ihnen sprechen wollten.

Und es waren dann gute, liebe, handfeste, wundervolle Beiträge für den Frieden, gegen den Krieg, gegen unmenschliche und auch hier Arbeitsplätze vernichtende Sanktionen und dass die Freihandelsabkommen uns entdemokratisieren sollen, zu hören. Übrigens: Kein Vortrag über Islamgewalt oder dagegen wurde gehalten, sondern die Erkenntnis, wir sind alles nur Menschen – und die paar Gewalttäter, die die Presse aufbauscht nicht die Gefahr sind, sondern eben der laufende, teure Krieg, menschenverachtende Sanktionen und die sog. „Frei“handelsabkommen. wir alle Menschen lieben, egal welchen Glaubens, etc.

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Ein rüstiger Opi aus Magdeburg sprach und verwies darauf, dass es damals auch nur aus Konzern- und Banken-Interessen, um Ressourcen (ob Getreide in der Ukraine, ob Erz im Kaukasus oder weiter hinten in Richtung Osten) ging – wie jetzt auch im Interesse der „Amis“ – also der Konzerne des Westens (und da gehören auch hiesige dazu) schon wieder – und um nichts anderes!!! Auch ein junger Mann aus Jena fragte sich, wie man als Christ, er war selber Christ, für diesen Krieg stimmen kann – bzw. die Nato noch verteidigen kann – „Du sollst nicht töten“ – oder „liebe Deinen Nächsten…“
Doch DAS GEGENTEIL und sehr aggressiv haben wir von den „Gegen“demonstranten erfahren.

Nunja – weil wenige Leute der Hogesa auch da waren (welche damals ja nur den Staat aufforderten – auch friedlich – die Randalierer waren damals die Gegendemonstranten – also sie forderten, dass sich der Staat doch bitte um die auffällig aggressiven Redner der Salafisten kümmern sollen und natürlich auch gegen die amerikanische Besatzung aussprachen – aber die Medien verzerrten dies alles), so ist es auch kein Wunder, dass die Gegendemonstranten selbst friedlichste Leute hier heute so sahen.

Also was ich sagen wollte – morgen wird wieder die ON/OFF-Presse sicherlich berichten, dass „Elsässer-Anhänger und Hooligans“ da waren – sie werden berichten, dass diese von den Gegendemonstranten (da waren vor allem die Antifaleute und sie waren sehr massiv..- die Polizei kann das bestätigen!!!) mehrmals erfolgreich bei ihrem Marsch aufgehalten wurden. Also eine völlige Verdrehung der Realitäten. Und DLF und ZDF waren nicht mehr da, als die Gegendemonstranten weg waren bzw. dürfen morgen wieder nicht über unsere Kernthemen zu Frieden, gegen den Krieg in der Ukraine, gegen Sanktionen und Entdemokratisierungskritik durch die Freihandelsabkommen berichten…. eben on/OFF<Ausblenden der Wahrheit-…Presse.

Zum Schluss – da sah ich am Ende auch Gegendemonstranten der Kirche mit unter uns stehen – und sie hatten am Ende betroffene Gesichter, merkten dass wir gar nicht DIE sind, gegen die sie vorgeschickt wurden. Soweit erstmal. Achso – wir waren alle sehr froh und stolz auf uns am Ende, dass wir ALLE friedlich, trotz Falschanschuldigungen und unerhörtem aggressiven Gegenprotest, geblieben sind – ABER AUCH KEIN WUNDER, es waren nur Friedensmenschen oder Durchblicker und Verteidiger der Demokratie da!!!

… und die Gegendemonstranten wissen leider immer noch nicht, dass sie

  • dem Krieg,
  • den teuren und Menschenleben vernichtenden und den menschenverachtenden bzw. auch hier Arbeitplätze vernichtenden Sanktionen
  • und mit ihrer einseitigen Sicht auf die Freihandelsbkommen, also dort nur gegen Schiedsgerichte, Gen oder Fracking sind

VOLL IN DIE HÄNDE spielen. Also genau DEN 3 wahren Bedrohungen für uns ALLE hier bzw. auch für alle Europäer.

PS: und gut fand ich den allertollsten Peter (Wingender) – extra aus Essen angereist, durch ihm wurde aus Ami go home …ARMY go home.“

Ein weiterer Bericht kommt von Achim:

Ankunft gegen 12:45 Uhr im Bahnhof von Erfurt. Der Aktivistenkreis Berlin hatte sich mit 15 Friedensaktivisten/innen auf den Weg gemacht. Auf den Weg für den Frieden. Zugegeben, in erster Linie ging es bei der Demonstration von PEGADA/ENDGAME um die Amerikanisierung des Abendlandes. Trotz der negativen Presse wollten wir uns dennoch ein Bild von der Veranstaltung machen und uns mit den Menschen dort unterhalten.

Als wir mit unserer Laufbox und unseren Flyern zu TTIP, Fluorid, Monsanto, Geldsystem und Krieg in der Ukraine auf dem Bahnhofsplatz ankamen, waren nur vereinzelt nach Demonstranten aussehende Menschen zu erkennen und so stellten wir uns mitten auf den Platz und ließen die Musik laufen. ProtestRap von Kilez More, Photon, Bandbreite und andere Songs waren zu hören. Keiner der Anwesenden machte den Eindruck, als wären die in den Songtexten angesprochen Themen für ihn/sie etwas Neues. Alle wippten mit und freuten sich scheinbar, sich hier zu treffen. 20-30 Meter entfernt baute sich eine kleine Menschengruppe mit USA- und Israelfahnen auf, die sich dann schnell als Gegendemonstranten ausmachen ließen.

AK BerlinDer Platz füllte sich langsam und es gab nette Gespräche zwischen den Menschen. Um 14.00 Uhr nahm der Veranstalter das Megaphon dann in die Hand, begrüßte alle Teilnehmer und wollte die Verordnungen vorlesen, die als Auflage gegeben wurden…

Das war dann der Punkt, wo viele sich – teilweise erschreckt – ansahen und feststellten, dass sie wohl auf der falschen Seite standen. Es gab ein kleines Gewusel, weil sich Einige wohl mit den „Falschen“ unterhalten hatten. Aber dann war die „Ordnung“ hergestellt und der Protest gegen die PEGADA/ENDGAME konnte beginnen. Die eigentliche Demo leider nicht, denn die Gegendemonstranten ließen nicht einmal die Verlesung der Auflagen zu und störten durch Trillerpfeifen, Pfiffe und Rasseln. „Vive la liberté de parole“

Auch tauchten auf der Demo einige Anhänger der Hooligans auf, die sich in einem kleinen Grüppchen, schon etwas isoliert von anderen Teilnehmern, umschauten und sich ein Bild zu machen schienen, was da gerade um sie herum passiert. Von den ENDGAME- Demonstranten war jetzt nicht direkte Angst zu spüren vor diesen Menschen, doch etwas suspekt wirkte es doch auf einige, da sie gegen Gewalt und Krieg auf die Straße gingen und natürlich schon einiges über „Hools“ in den Medien gelesen hatten. Aber nach kurzer Skepsis und etwas Beäugen war schnell klar, dass die Hooligans nicht hier waren, um die Veranstaltung zu sprengen oder Krawall zu provozieren.

Dann machte sich leider Unruhe breit, denn die „Antifa“, schwarz gekleidet mit dunklen Sonnenbrillen ging mit einem 3- 4 m langen Transparent und ca. 10 Menschen dahinter, langsam aber sicher auf die Hooligans zu, bis man fast Nase an Nase stand. Das war dann wohl doch zu viel der Provokation, es kam zu einem kleinen Gerangel, welches die Polizei aber innerhalb von Sekunden im Griff hatte. Alles in Allem muss man sagen, dass die Polizei an dem Tag einen wirklich guten Job gemacht hat, was ich so aus Berlin leider nicht gewohnt bin.

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Heikel wurde es, als der Demonstrationszug durch eine enge Gasse musste, an dessen Ende die Gegendemonstranten mit einer Sitzblockade den Weg belagerten. Die Polizei war offensichtlich etwas überfordert mit der Situation und war nicht wirklich bereit, diese Menschen jetzt mit Nachdruck zum Aufstehen zu bewegen. Ein Bild, das in Berlin normal ist, von daher war ich eigentlich darauf eingestellt, dass es gleich heißen würde, der Zug dreht um. Doch dann schoben sich einige der angesprochenen „Hools“ weiter nach vorne und signalisierten, dass sie gerne weiter gehen würden. Das schien dann auch die Polizisten beeindruckt zu haben (ich glaube im positiven Sinne, da sie dadurch Rückenstärkung hatten), so wurden also die Gegendemonstranten zur Seite gedrängt und der Zug konnte sich wieder in Bewegung setzen.

Anzumerken sei noch eine Szene aus dieser Situation, welche in den Medien kursiert, wo ein Polizist mit Pfefferspray auf Demonstranten sprüht. Ich habe nur aus dem Augenwinkel mitbekommen, wie plötzlich Gegendemonstranten mit einem Bauzaun versucht haben, in die Demonstration zu brechen und daraufhin hat die Polizei durchgegriffen. Ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne und sage, dass ich sehr positiv überrascht war von der Arbeit der Polizei.

Was ich bei der ganzen Sache nicht verstanden habe ist, warum Menschen, die sich vorher noch nett unterhalten haben, plötzlich so gegeneinander hetzen. Ein weiteres Rätsel wird es für mich wohl immer bleiben, warum Demonstranten und Gegendemonstranten so dicht nebeneinander laufen gelassen werden, abgesehen davon, warum Menschen sich überhaupt auf diese Weise auseinander setzen. Ein Gespräch mit den Gegendemonstranten war nach dem Start der Veranstaltung nämlich leider nicht mehr möglich, nachdem sie ihre „Feindbilder“ identifizieren konnten… „Klingt komisch, ist aber so!“

„Live for a better world!““

Auch die inzwischen zahlreich verfügbaren Videos von der Veranstaltung zeichnen ein völlig anderes Bild als das, das den Interessierten in offiziellen Medienberichten vermittelt wird.

Ein sehr aufschlussreiches Video unter dem Titel (EnDgAmE 24.01.) Reportage zur PEGADA-Demo mit Erklärungen mit einer ausführlichen Beschreibung des Ablaufs, der Geschehnisse vor Ort und Übersichten zu der – durch Blockade der Antifa verursachten – geänderten Route des Demonstrationszuges findet man hier, .

Weiteres gutes Videomaterial gibt es zum Umzug und zur Kundgebung auf dem Bahnhofsplatz.

Ein Redner, bereits bekannt von Auftritten bei den Mahnwachen und Kundgebungen von Frieden Jetzt!, Stephan Bartunek aus Wien, hatte für die Demo einen längeren Vortrag vorbereitet, den er – bedingt durch die Störungen der Gegendemonstrationen – nur ansatzweise zum Besten konnte. In dem Video Je ne suis pas votre Charlie! Ich bin nicht euer Karli! hat er deswegen die gesamte Rede nachträglich noch einmal veröffentlicht. Seine Ausführungen haben mich zutiefst berührt, bewegende und aufrüttelnde Worte, die nachdenklich stimmen und bei den Friedensaktivisten eine breite Zustimmung finden dürften.

In einem Artikel mit dem Titel Erfurt: Natofaschisten hetzen gegen Antifaschisten und Friedensbewegung auf der Seite „Die Rote Fahne“ – wohlgemerkt ein sozialistisches Magazin – wird die Aktion der Demogegner scharf verurteilt.

Zitat:

„Am 24.01.2015 kam es in Erfurt zu unerfreulichen Szenen; NATO-Faschisten hetzten unter dem Schwenken von US- und Israel-Fahnen gegen Antifaschisten und Friedensaktivisten.
Hier wurde einmal mehr deutlich, wie sich der Imperialismus auf die Auseinandersetzung mit der wachsenden Friedensbewegung und dem antiimperialistischen Widerstand vorbereitet; durch Eskalation der Gewalt auf der Strasse.

Dabei versucht die NATO-Desinformation eine Querfront zwischen globalem Imperialismus einerseits und demokratischen und linken Kreisen herzustellen. An diesem Konzept wirken auch die NATO-Parteien im BRD-Bundestag und Teile des systemtreuen DGB mit.“

In dem Online-Artikel findet sich ebenfalls ein Video von der EndGame-Veranstaltung.

Vielleicht hätten die Auseinandersetzungen bei dieser Demo vermieden werden können: durch eine klügere Wahl des Veranstaltungsnamens, durch wahrheitsgemäße Aufklärung der Gegendemonstranten über die Ziele der Bewegung, die man im Positionspapier nachlesen kann oder auch durch gezielteres Durchgreifen der Polizei gegen Störaktionen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass seitens der Aufrufer zu den Gegendemos (aus Politik, Kirchen und Antifa) gezielt mit Provokationen Stimmung gegen eine Friedensdemo gemacht werden sollte, die unangenehme Wahrheiten auf die Straße trägt.

Hoch interessant dürfte auch sein, wie sich die links-angestrichene Mahnwachenbewegung zu PEGADA positionieren wird, denn hier steht eine ernsthafte Konkurrenz am Start, die die jetzt schon enorm geschrumpfte Teilnehmerzahl bei den Mahnwachen noch weiter reduzieren könnte.


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Aktuelle News zu Deutschlands Protestbewegungen

Mahnwachen, Friedenswinter, PEGIDA, PEGADA, HoGeSa



20. Januar 2015

von Lieselotte Pulverfass

Im vorliegenden Artikel fasse ich aktuelle Entwicklungen in den Protestbewegungen zusammen, völlig ohne Bewertung. Jeder möge sich dazu seine eigenen Gedanken machen.

Mahnwachen Friedenswinter

Nach der Ende letzten Jahres stattgefundenen gemeinsamen Demo der alten Friedensbewegung mit den Mahnwachen im Rahmen des Friedenswinters gegen den Bundespräsidenten Gauck kündigte Orga-Mitglied Eva-Maria Pfeifer – offensichtlich enttäuscht von dem Rückzieher der Partei Die LINKE für weitere finanzielle Unterstützung – in einer Videobotschaft die Rückkehr zu den Anfängen der Mahnwachen an.

Am 12. Januar 2015 schreibt Eva-Maria Pfeifer auf ihrem Facebookprofil folgenden Text, der auch auf der Seite „Mahnwachen in Deutschland“ geteilt wird:

Shahyar Jebsen

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„Die Mahnwachen LEBEN !!!

Ich wünsche Euch allen einen friedlichen Mahnwachen-Montag !!
In der nächsten Zeit werden einige Veränderungen passieren, über die ich Euch schon im Vorfeld im Groben informieren möchte…
Was haben wir vor ?

  • Neuaufstellung des Admin-Teams …. (wer sich berufen fühlt, bitte melden 
  • Konsequente Überarbeitung der Blockierliste in der großen Gruppe und persönliche Gespräche
  • Neuerarbeitung von Gruppenregeln
  • Neuaufbau der Gruppe zur großen Kommunikationsplattform der Mahnwachen
  • Aktualisierung der Mahnwachen-Städteliste, die im Moment gar nicht existiert
    (schon da könnt Ihr mir mit der Zusendung Eurer aktuellen Links sehr helfen)
  • wenn nötig Zuarbeit zum Orga – Treffen in Weimar Anfang März
  • Unterstützung der 2. Bundesweiten Mahnwache in Kassel am 02. MaiIdeen und Vorschläge immer gern zu mir… Wir haben bis zum Frühling noch ein paar Wochen Zeit und sollten die gemeinsam gut nutzen.
    Um wieder arbeitsfähig zu werden, ist es wichtig, dass ALLE ein Stück von ihrer Position abrücken, um dem Gegenüber dadurch näher zu kommen… Diese Bitte richte ich an JEDE/N !!
    Ken Jebsen und Pedram Shahyar haben es doch letztes Jahr vorgemacht …. Wir können das auch. Aufeinander zugehen, reden, auf einem Weg gemeinsam geh´n…. Und Leute… Lachen nicht vergessen. Die Mahnwachen sind das Beste, was uns passieren konnte. Also fangen wir wieder an ….!!“

Diese angekündigten Änderungen (und vermutlich im Hintergrund gelaufene Gespräche) veranlassten mehrere Mitglieder der Facebookgruppe AUFRUF ZUM FRIEDLICHEN WIDERSTAND! FÜR FRIEDEN! ihre Tätigkeit als Administratoren der Gruppe nieder zu legen. Zudem fühlte man sich veranlasst, auf der Seite der Aachener Friedensbewegung Aixpax.de ein rechtfertigendes Statement zu ihrer Entscheidung zu veröffentlichen:

„Ehemalige Admins der Facebook-Gruppe „Aufruf zum friedlichen Widerstand…“ und Freunde des Friedensfrühlings 2015

Warum die Friedensbewegung einen Friedensfrühling braucht oder: Es läuft nicht alles rund während des Friedenswinters
19.01.2015

Einerseits war es eine schöne Vorstellung: Die Friedensbewegung setzt mit einigen Teilen der Mahnwachen den Friedenswinter in Gang. Andererseits kam es leider von Teilen der Friedensbewegung wiederum zu einer klaren Abgrenzung von diesem Zusammenschluss, der für beide Seiten befruchtend sein sollte und es auch ist. Wir halten die Kritik der Teile der Friedensbewegung, denen einige Themen und Theorien der Mahnwachenbewegung suspekt und untragbar schienen, für berechtigt, auch wenn wir uns selbst als durchaus tragbare Bestandteile dieses Friedenswinters verstehen und ihn bisher mitgetragen haben.

Wir finden, dass Teile der Mahnwachenbewegung in manchen Orten und in Facebookgruppen immer noch zu sehr oder erneut nach Rechts offen sind. Wir haben den Eindruck, dass in einer der Facebookgruppe, in der wir selbst mitgearbeitet haben nun aus der Angst heraus, Mitglieder zu verlieren oder aus der Idee einer nicht gespaltenen Einheit all der Menschen, die etwas für den Frieden in der Welt tun wollen heraus, die scharfe Abgrenzung gegenüber rechtspopulistischen oder rassistischen Themen oder Personen aufgeweicht werden soll. Wir halten diese Entwicklung für völlig verkehrt und haben uns daher entschlossen die Mitarbeit dort zu beenden. Sicher lässt sich nicht aus der Beobachtung dieser einen Gruppe über alle Mahnwachen urteilen. Es gibt Unterschiede zwischen der Praxis vor Ort und den Diskussionen im Netz. Insofern ist dieser Text weniger eine Kritik der Idee des Friedenswinters an sich, sondern greift erneut die Punkte auf, die an den Mahnwachen problematisch sind. Das wollen wir in Zukunft ändern.

Einige Mahnwachen haben sich klar positioniert, und zwar politisch links, Einige gar nicht, Einige sind rechts offen, auch wenn sie das so nicht wahrhaben wollen. Es gibt Einzelpersonen und auch Wortführer die immer noch versuchen, die Idee, dass es kein Rechts und kein Links mehr gäbe, aufrecht zu erhalten. Das geht so nicht. Diese Idee ist falsch. Unter dem Deckmantel der eingeforderten Meinungsfreiheit werden damit Menschen in die Arme rechtsgerichteter, nationalistischer oder rassistischer Bewegungen und Haltungen getrieben.

Wenn man Humanismus will, muss man sich beständig …“  weiterlesen

Weitere Aussagen der Mahnwachenorganisatoren, die ein wenig Aufklärung in die derzeitige Entwicklung und die Bedeutung der Aussagen bringen könnten, fehlen derzeit. Wir müssen also abwarten, wie es mit den Mahnwachen und dem Friedenswinter weiter geht.

Die Auseinandersetzungen um den Friedenswinter in der Linkspartei nehmen derweil kein Ende. Wolfgang Gehrke, Mitglied des Parteivorstandes der Partei DIE LINKE, schreibt auf seiner Internetseite:

"16. JANUAR 2015

Wider denunziatorische Kommunikation – Volksfront statt Querfront

Von Wolfgang Gehrcke und Christiane Reymann

Wir widersprechen und wir wollen Widerspruch provozieren. Wir brauchen eine kritische Auseinandersetzung mit Aktionen der Friedensbewegung, ihren Schwächen, ihren Forderungen und Trägern, Trägerinnen. Wir wenden uns ganz entschieden gegen denunziatorische Züge, mit der diese Auseinandersetzung auch in linken Kreisen geführt wird, denn Denunziation zehrt (potenzielle) Bewegungen von innen auf. Reden wir also miteinander.

Wer im Kampf um politische Hegemonie mitmischen will, muss rechts von links, populistisch von populär unterscheiden lernen und vor allem genau hinschauen und hinhören. „Etwas platt zusammengefasst“ nennt Wolfgang Storz, ehemals Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, am 19.12. 2014 im Neuen Deutschland die aktuell in verschiedenen Protesten verbreiteten Meinungen:„Deutschland ist nicht souverän. Die USA sind das Gegenteil eines Vorbildes. Die Massenmedien lügen und manipulieren. Deutsche dürfen die israelische Regierung nicht kritisieren. Die EU-Bürokratie ist undemokratisch, der Euro ein Irrweg. Die Finanzmärkte beherrschen alles.“ Der Autor fragt, sind das Wahrnehmungen und Argumente von „Irren“ oder weichen sie „nur von Normalität und Mainstream“ ab?

Kritikern des Friedenswinters scheint eine ähnliche Nachdenklichkeit abhold. Für sie ist die Sache klar. „Seit’ an Seit’ mit den Weltverschwörern“ titelt ZEIT- ONLINE am 1. Dezember 2014 den Artikel zu „Überzogene Israelkritik, Putin-Verständnis und abstruse Friedensdemo:“  weiterlesen

PEGIDA

Die in der Öffentlichkeit stark umstrittene Protestbewegung PEGIDA ist zurzeit in sämtlichen Medien – neben dem Anschlag auf Charlie Hebdo – DAS vorrangige Thema. So wurde der Montagsspaziergang am 19. Januar 2015 von den Behörden verboten wegen einer vermeintlichen Terrordrohung durch islamistische Dschihadisten und einem angedrohten Mordanschlag auf den Veranstalter Lutz Bachmann.

Währenddessen gewährt man PEGIDA-Orgamitglied Kathrin Oertel am 18. Januar einen Auftritt in der Talk-Sendung von Günter Jauch auf ARD.

Heute früh gaben Oertel und Bachmann eine Pressekonferenz zur Absage der Demo am vergangenen Montag und zu den weiteren Zielen von PEGIDA.

PEGADA

Eine weitere Protestbewegung hat sich formiert, PEGADA – Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes. Die Ziele dieser Bewegung, die am 24. Januar 2015 die Veranstaltung END GAME (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas) ausrichtet, habe ich in meinem Artikel über PEGIDA, Mahnwachen und das Attentat von Paris bereits gepostet.

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Die Beweggründe für die Entstehung dieser Bewegung beschreibt Stephane Simon in einem You-Tube-Video.

Gestern wurde das Positionspapier von PEGADA veröffentlicht, hier ein Link zur PDF-Datei.

HOGESA

Nach längerer Pause meldet sich HOGESA (Hooligans gegen Salafisten) wieder zurück, mit einem bemerkenswerten Statement zu PEGIDA:

„Pegida die Wahrheit

Hallo Welt! Hallo Deutschland!

Wir werden nun ein längeres Statement abgeben, das die HoGeSa stark verändern wird.
Es wurde einige Zeit hinter verschlossenen Türen agiert und recherchiert, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, unsere Meinung zu einigen Dingen darzulegen.

Als erstes möchten wir Stellung zur PEGIDA beziehen.

Seit Beginn beobachten wir diese Bewegung und haben intern angefangen zu recherchieren, da wir wissen wollten, mit wem wir es zu tun haben und wie wir zu dieser Bewegung stehen.
Uns sind Informationen aus der Motorrad-Szene zugespielt worden, wonach **** ****** als Spitzel agiert hat. Das hat uns zu denken gegeben, jedoch wollten wir kein voreiliges Urteil fällen. Deswegen haben wir uns zurückgelehnt und weiterhin beobachtet.
Wir haben uns gefragt, warum eine Bewegung in Dresden, kurze Zeit nach unserer ersten großen Demo in Köln, auftaucht, welche die Islamisierung Deutschlands thematisiert, obwohl der Anteil der Moslems in Dresden bei 0,2% liegt.

Warum ist diese Bewegung nicht in Gebieten entstanden, wo ein Großteil an Moslems lebt?
Warum nicht z.B. in Solingen oder Bonn Bad-Godesberg?

Auch haben wir uns gewundert, wie gut organisiert diese Bewegung vorgeht. Aus eigener Erfahung wissen wir, welche Mühe es bereitet, eine Demonstration auf die Beine zustellen. Darunter zählt auch die Organisation von Beschallungsanlage, Bühne usw. welche nicht unbedingt günstig ist.

Wo kommt das Geld dafür her und warum hat es die PEGIDA so leicht?

Wie die meisten wissen, wurde unser Spendenkonto nach kurzer Zeit eingefroren und man hat alles daran gesetzt, dass wir, die HoGeSa, keine Möglichkeit haben, Geld zu sammeln oder zu verwalten.

Auch haben wir erfahren, dass einige Aktivisten von “Staatenlos.info”, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in Dresden ihre Flyer zu verteilen, von Ordnern gezielt gesucht und weggeschickt werden. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass wir die Thematik mit der deutschen Staatsbürgerschaft kennen und es uns umso mehr verwundert hat, dass man eben die Leute wegschickt, die ihre Hilfe anbieten und versuchen aufklären.
Außerdem wurde uns zugespielt, dass diese Ordner sich ungerne filmen oder fotografieren lassen.

Warum ist das so?

Sollen wir nicht herausfinden, wer diese Leute sind, die Aufklärungsarbeit unterdrücken?
Hat der Staat seine Leute als Ordner eingeschleust um die Kontrolle darüber zu behalten, was die Menschen erfahren sollen und was nicht?

Und warum nennt ihr eigentlich nur Symptome, anstatt Lösungen?
Warum redet ihr nicht mehr mit Stephane Simon, der als Sprecher bei euch auf der Bühne war? Weil es euch nicht gepasst hat, dass er den Bürgern gesagt hat, was die tatsächlichen Ursachen für die Probleme unseres Landes sind. Er hat über alles geredet, außer über das Thema Islamisierung. Komischer Zufall oder?

Wieso habt ihr euren Namen so gewählt, dass man in jeder Stadt einen Ableger gründen kann?
Aus unserer Sicht habt ihr das getan, damit ihr die Leute bewusst für dumm verkaufen könnt. Ihr lasst ihnen die Möglichkeit auf die Straße zu gehen, aber ihr gebt die Richtung vor. Und eure Richtung ist nicht zielführend sondern problematisch, weil ihr euch bewusst mit den falschen Themen beschäftigt.“ weiterlesen

Das sind interessante Entwicklungen in allen Bewegungen, ich bin gespannt auf die nächsten Wochen.

Liebe Grüße

Ihre Lieselotte Pulverfass

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