Wolkenschieberin Lieselotte Pulverfass

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Aufreger der Woche bei den „sauberen“ Friedensaktivisten

oder

Wie ein Foto die linken „Gutmenschen“ zu Gesinnungsjägern macht!

22. April 2015

von Lieselotte Pulverfass

Entgegen meinem Entschluss, die Beobachtung und Analyse der Friedens-/Protestbewegungen an den Nagel zu hängen, komme ich nicht umhin, wieder einmal die Tastatur meines Rechners zu bemühen. Anlass ist ein Foto von der EndGame-Veranstaltung in Chemnitz, das für reichlich Zündstoff und unsäglichen Tumult unter den „sauberen“ Friedensaktivisten der Mahnwachen sorgt. (Für die Leser, die nicht wissen, wen ich mit den „sauberen“ Friedensaktivisten meine und die den Artikel über die Mahnwachenunterwanderung noch nicht kennen, sei dieser zum besseren Verständnis der Hintergründe zum Lesen empfohlen.)

In meinem letzten Artikel kritisierte ich im Kontext um die EndGame-Veranstaltung in Hannover die Ausladung von Kathrin Oertel – ehemalige Mitbegründerin von Pegida Dresden – durch Wojna von der Gruppe „Die Bandbreite“. In seiner Videoeinladung (die er nun mittlerweile gelöscht hat*), bat er Frau Oertel – die ihr Erscheinen in Hannover angekündigt hatte – explizit, der Veranstaltung fern zu bleiben.

* Auf der Facebookseite von „Die Bandbreite“ ist das Video noch zu finden.

Nun fand am Samstag, den 18. April 2015 in Chemnitz eine weitere EndGame-Veranstaltung statt. Die verschwindend geringe Teilnehmerzahl (Die Teilnehmerzahl schwankte während der Versammlung zwischen 50 und 120 Personen. Meldung der Polizeidirektion Chemnitz. Andere Schätzungen gehen von 200 aus.) schien meine negative Prognose für die Bewegung vom März zu bestätigen.

Wäre da nicht die überzogene und teils menschenverachtende Reaktion diverser „Mahnwachenpromis“ auf das Treffen von Frank Geppert mit Kathrin Oertel, auf ein veröffentlichtes Foto und auf den von Geppert geteilten Beitrag von Frau Oertel, hätte ich der Veranstaltung keine Aufmerksamkeit gewidmet.

Geppert OertelBildquelle

Geppert schreibt zum Text von Frau Oertel:

„Kathrin Oertel, die Mitbegründerin von Pegida kritisiert deren zunehmende Radikalisierung, fordert, Ursachen anzusprechen und nennt lobend die Mahnwachen, Endgame, KenFM und Daniele Ganser.
Sie kritisiert den ESM, das Freihandelsabkommen und bittet um Einigkeit unter den politischen Aktivisten unter den gemeinsamen Dachthemen Frieden, neutrale Medien und Demokratie.“

Nun kann man sicher heftig darüber diskutieren, ob diese völlige Abkehr vom in Hannover eingeschlagenen Weg (der Ausladung Oertels), die gegenseitige Sympathiebezeugung durch das gemeinsame Foto und die nach außen getragene Unterstützung Gepperts von oder durch Frau Oertel ein kluger Schachzug oder einfach nur Naivität in Reinkultur war.

Fakt ist, dass die Reaktionen der Friedensaktivisten aus den eigenen Reihen und bei den Mahnwachen für den Frieden auf diese Zusammenkunft und vor allem auf das Foto vorhersehbar waren: Zustimmung für den Mut von der einen Seite, Ablehnung, Verurteilung und blanker Hass von der anderen Seite.

Die meiner Meinung nach übelste Polemik verbreitet der Trotzkist und Unterwanderer „Prinz Chaos II“ alias Florian Kirner, der sich schon vor Monaten aus dem „Friedensgeschäft“ zurück gezogen hat. Auf seinem Facebookprofil und in der Mahnwachengruppe bezeichnet er Frank Geppert als „rechte Kanaille“.

Kirner schreibt:

„Frank Geppert .., hat sich als genau die rechte Kanaille herausgestellt, für die ich ihn von Anfang an gehalten habe. Spätestens jetzt sollten das auch Leute einsehen, die bis zuletzt an „Missverständnisse“ geglaubt haben, wenn in seinem Umfeld Faschos rumgeturnt sind. Widerlich!“

Hier ein Screenshot:

Chaos

Die auf den Beitrag folgende Diskussion zeigt das wahre Gesicht mancher „Friedensaktivisten“ und linker „Menschenfreunde“.

Auch Marsili Cronberg, seines Zeichens Veganer und Autor, lässt es sich nicht nehmen, seinen Unmut über das Treffen zum Besten zu geben, nicht ohne zu beteuern, dass Frau Oertel sich nur den Anschein der Umkehr gebe und er geflissentlich ihre Chronik überprüft habe, die sie jetzt von allem „Kompimitierendem“ gesäubert habe.

Zitat:

„Meine Meinung zu den Annäherungsversuchen von Kathrin Oertel und anderen „ehemals“ rechts oder nationalistisch Denkenden an die Friedensbewegung:

ALARM!!!

Warum?

Ich finde es oft wertvoll, in die Geschichte zu blicken, um gegenwärtige Entwicklungen zu beurteilen. Nehmen wir mal das Jahr 1932. Damals wurde ein relativ unbekannter Politiker der Zentrumspartei zum Reichskanzler ernannt: Franz von Papen. Papen war vor allem deshalb interessant, weil er offen für Nazis war. Es ging nicht darum, Nazis an die Macht zu bringen, es ging vielmehr darum, sie zu zähmen (d.h. sich ihrer Unterstützung zu sichern und sie gleichzeitig harmlos zu machen). Noch im Januar 1933 dachte von Papen, Hitler einrahmen und in die Ecke drängen zu können, indem er ihm einen Zipfel der Macht gab. Er sagte damals: „In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht!“

Dann kam der Reichstagsbrand …

Rechtsgerichteten, reaktionären, nationalistischen Kräften die Türen zu öffnen, nur weil sie mal Kreide gefressen haben, kann ein Spiel mit dem Feuer sein. Ich bin immer dafür, mit Menschen solidarisch zu reden und sie ernst zu nehmen – wenn sie auch ehrlich sind und bereit, Irrtümer einzugestehen. Doch wenn jemand wie Oertel feinsäuberlich alles Kompromitierende was sie damals von sich gab, von ihrer facebookseite löscht und eine Kehrtwende hinlegt, die mich schaudern lässt, um sich dann an im Grunde demokratisch und friedlich Gesinnte, aber hoffnungslos Naive heranzumachen, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken!!!“

Cronberg scheut sich hier nicht, einen Vergleich von Oertel mit Nazis im 3. Reich zu ziehen. Aber der gute Mann ist ja bekannt für seine paranoide Angst vor allem, was nicht stramm links ist. Oft genug hat er gegen konkurierende Bewegungen Stimmung gemacht und über rechte Gesinnung von Teilnehmern oder Veranstaltern orakelt.

Auch in der KenFM-Diskussionsgruppe finden die Gesinnungsjäger „klare Worte“ zu dem Foto von Geppert und Oertel. Da liest man in den Kommentaren u. a. Folgendes:

„Frank Geppert zeigt da endlich sein wahres rechtsextremistisches fremdenfeindliches manipulatives unehrliches widerliches Gesicht! PEGADA, ENDGAME, es ist nichts anderes als Franks eigenes PeGiDa experiemnt, nur heiß es anders!“ (Rechtschreibfehler stammen vom Autoren des Kommentars, Anm. L.P.)

Aber es gibt auch unter diesem Beitrag vernunftbegabte und differenzierende Schreiber:

„Ich war auf der PEGADA-Demo in Hannover und kann dazu nur sagen, dass ich keinerlei Hinweise auf irgendeine rechte Gesinnung feststellen konnte! Es wurde dort zwar die israelische Aggressionspolitik kritisiert (vollkommen zu Recht, wie ich finde) aber nicht im entferntesten in einer antisimitischen Art und Weise!
Von der Ausrichtung her ist PEGADA eher auf der Linie der Mahnwachen für den Frieden, und wer die für rechts hält, dem ist auch nicht mehr zu helfen!“

Diesem Text kann ich nur zustimmen, auch ich war in Hannover und ich muss ehrlich gestehen, mir als eher konservativ fühlende Interessentin wars schon viel zu links-lastig.

Die Anfeindungen aus allen Richtungen der sogenannten „Freunde“ veranlassten Frank Geppert (wieder einmal) zu einem Videostatement.

Der inzwischen wohl bekannten und in üblicher Manier durchgeführten Hetze der linken „Gesinnungselite“ stehen selbstverständlich auch diejenigen entgegen, die die Gesprächsbereitschaft Gepperts gutheißen und loben. Beispielhaft möchte ich Stefan Böhme zitieren, der Gepperts Video kommentiert:

„Frank, das ist einfach nur mutig! Danke!

Menschlich auf jemanden zu zugehen muss ja schließlich nicht heißen, dass man mit ihm in allen Punkten übereinstimmt. Aber er bleibt doch ein Mensch! Und außerdem hat man ja immer vom abzulehnenden Personenkult geredet. Nun, das könnte ja auch heißen, dass man auch die liebe Oertel einfach als Mensch sieht und nicht nur als öffentliche Person, deren Wirkung man taxieren müsse. Dieses Verhalten könnte man sogar aufrecht erhalten, wenn man der Meinung ist, dass sie im Auftrag handelt…
Auch ein Agent ist ein Mensch.

Mit Deinem Beitrag sprichst Du ja den Kernpunkt der linken „Krankheit“ an, von Humanismus zu reden um dann damit die Hälfte der Menschen zu entmenschen und sie am liebsten von der Erdkugel zu schubsen, weil man ja die richtige Weltanschauung hat.Das Gegenmodell wäre, mit der menschlichen, humanen Gesellschaft jetzt anzufangen. Es ist ein organisches Modell, welches im kleinen damit konkret beginnt, was es im Großen zu erreichen trachtet.

Aber eigentlich wirkt dieses organische Prinzip immer: Denn so wie sich ein Mensch im Kleinen erhält, wird es später immer im Großen aussehen. Darum ist ja die Entwicklung des einzelnen, die Selbsterziehung so unabdingbar wichtig. Die langsame Beherrschung des Gefühlslebens, und da wo es unentwickelt ist, dessen Ausbildung. Darum brauchen wir so dringend die Kunst in allen Facetten. die Menschen, die diesen Weg gehen möchten, können dann Vorbildcharakter haben für jene, die ihn noch nicht gehen können/ wollen. Also für jene Linke genauso wie für die Ausländerfeindlichen.“

Ganz gleich, wie man zu Kathrin Oertel und ihrer damaligen Rolle bei Pegida steht, ob ihre Umkehr echt ist oder nicht, der Gesprächsbereitschaft Gepperts auch für „kritische“ Personen ist Respekt zu zollen. Seiner Bewegung hat er mit diesem Schritt vermutlich jedoch geschadet, denn selbst unter Sympathisanten von EndGame finden sich vermehrt ablehnende Meinungen. Klüger wäre meiner Meinung nach ein eher vorsichtiger Umgang – mit privatem Treffen – Gepperts mit der ehemaligen Pegida-Frontfrau gewesen. Die voreilig zur Schau gestellte Einigkeit musste zwangsläufig zu massiven Gegenreaktionen führen. Hier fehlt es Frank Geppert ein wenig an Vorausschau auf mögliche Reaktionen von Kritikern.

Man wird abwarten müssen, wie die Resonanz bei zukünftigen Veranstaltungen sein wird.

Auch die wirklichen Motive und Ziele einer Frau Oertel werden sich erst in den nächsten Wochen und Monaten offenbaren. Es ist gut möglich, dass sie tatsächlich erkannt hat, dass die Bewegung Pegida der falsche Ansatz für systemkritische Bewegungen ist. Möglich ist auch – wir erinnern uns an die Anfänge der Mahnwachen – ein Unterwanderungsversuch seitens der von Jürgen Elsässer unterstützten Pegida-Bewegung. Vorsicht und Zurückhaltung sind sicher angebracht, eine totale Verweigerung der Kommunikation und Ausschluss von Veranstaltungen – wie von den linken Friedensaktivisten gefordert – halte ich allerdings für völlig übertrieben.

Die Offenheit einer Friedens-/Protestbewegung für alle Menschen, gleich welche Weltanschauung sie auch haben mögen (solange sie nicht radikal menschenverachtend ist), ist das, was die Kritiker der Mahnwachen recht früh eingefordert haben. Wenn sich die Interessenten mit den Zielen der Bewegung identifizieren können und sie unterstützen wollen, so kann es doch egal sein, ob man eher links oder eher konservativ denkt.

Gerade eine Friedensbewegung sollte für alle Menschen offen sein und – vor allem – frei von Ideologien jeglicher Coleur. Denn seien wir mal ehrlich: ein wirklicher Nazi oder Rassist hat kein Interesse an Frieden, denn für diesen stehen die Unterschiede zwischen ihm und den „Anderen“ im Fokus.

Die linken Gesinnungsprüfer und Gutmenschen möchte ich bitten, Folgendes zu bedenken: eure Hatz gegen Andersdenkende und eure pauschale Verurteilung von „Abweichlern“ als Nazis, Faschos oder Rechte ist im Grunde nicht besser als die Hetze von Rassisten gegen Ausländer.

Bleiben wir miteinander im Gespräch, frei von jeglichen Vorurteilen und nur die gemeinsamen Ziele vor Augen, öffnet sich der Weg für wirkliches Verstehen und Menschlichkeit.

In diesem Sinne

bis demnächt (vielleicht)

Eure Lieselotte Pulverfass

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6 Kommentare

  1. Peter 013 sagt:

    Zitat:
    „Die linken Gesinnungsprüfer und Gutmenschen möchte ich bitten, Folgendes zu bedenken: eure Hatz gegen Andersdenkende und eure pauschale Verurteilung von “Abweichlern” als Nazis, Faschos oder Rechte ist im Grunde nicht besser als die Hetze von Rassisten gegen Ausländer.“

    …Nun, umgedreht kann man aber das Linken Bashing von der Wolkenschieberin genauso hervorheben. Alles was „links“ ist, wurde in der Vergangenheit runtergemacht. Leute wurden genau auf dieselbe Art unter seltsamen Bezeichnungen oder „Beweisen“ runtergemacht. Aber, ich will mich da jetzt nicht drüber streiten, das führt zu nichts.

    Nicht gut fand ich, das einige der Linken und sogar Leute aus dem Endgame Lager, ohne sich zu informieren (sie müssten eigentlich inzwischen wissen, das man sich zuerst informiert, und dann seine Meinung bildet), gleich auf das Foto mit Frank und Fr Oertel gestürzt haben, frei nach dem Motto: „Ich habs gleich gewusst“. Klar ist, die „Ausladung“ der Bandbreite nachzuvollziehen – das war, meines erachtens vor ihrer Erklärung.
    Fr Oertel hat sich in einem Schreiben vom Ausländerhass und der Richtung von Pegida distanziert usw, etwas holprig und naiv verfasst, aber immerhin ein Anfang, auch ihre Rede bei Elsässer war recht gut. Menschen lernen dazu.
    Wenn man kein Vertrauen mehr in Menschen hat und denen immer etwas unterstellt, es nur hinterlistig zu meinen, frag ich mich wem man dann überhaupt vertrauen kann? Ich jedenfalls finde das positiv von Fr Oertel, diesen schritt zu wagen, dazu zu lernen, sich zu entwickeln.
    Was ist daran schlimm oder falsch?
    Ich denke, beide, Frank und Fr Oertel haben das richtige getan.
    Frank ist ein Humanist, vielleicht zu warmherzig, er glaubt immer an das gute und positive im Menschen. Das ist vielleicht seine Schwäche, aber das finde ich gut und anders herum ist das wieder eine stärke.
    Oh und eh ichs vergesse, dasselbe Theater läuft nun gerade mit Sven aus Halle ab.
    Irgendwie wird vergessen, das Menschen auch dazu lernen und sich ändern können, das Misstrauen sitzt bei vielen wohl sehr tie.

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    • Es liegt mir fern, „Linken-Bashing“ zu betreiben. Nur zufällig scheinen alle Protagonisten der Mahnwachen, die andere aufgrund ihres Denkens verurteilen – ja als Nazis, Rechte oder braunen Sumpf bezeichnen – entweder der Partei Die Linke anzugehören oder mit ihr zu sympathisieren.
      In der gleichen Form würde ich mich kritisch äußern, kämen diese Auswüchse an Meinungsdiktat, Verunglimpfung und Diffamierung aus den Reihen von SPD-, CDU- oder sonstiger Ecke.
      Es ist doch auffällig, dass es vor allem linke Ideologen mit ihrer unversöhnlichen Verbohrtheit waren, die letztendlich für die Spaltung der Mahnwachen, ja letzten Endes für ihr Versinken in der Unbedeutsamkeit, verantwortlich sind. Kein Konservativer, der mir bekannt ist, hat je gefordert, Kommunisten, Sozialisten oder Linke von den Mahnwachen auszuschließen. Die Einzigen, die jegliche konservative Denkweise unter rechten Generalverdacht stellt und massiv bekämpft, sind nun eben mal die Linken.
      Ich bin sicher, dass es auch unter den Linken viele gibt, – ja vermutlich sogar der überwiegende Teil davon – die gemäßigtere Ansichten haben.
      Leider ziehen Veranstaltungen und Bewegungen jedoch vor allem egozentrische, pathologische und psychopatische Radikal-Ideologen an, die ihre Saat unter die – nach entsprechender Züchtigung und Säuberung – hörige Masse werfen.

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  2. Peter 013 sagt:

    @Liselotte
    Na alle Protagonisten wohl eher nicht, das wäre eine Behauptung, die nicht der Tatsache entspricht. Warscheinlich schwankt das von Stadt zu Stadt.
    In einer Stadt ist zb nur ein einziger Linker dabei, bei ca 20 Teilnehmern. Woanders dann eine vielzahl gemäßigter Linker, usw.
    Vielleicht besteht sogar irgendwo eine Demo aus komplett Linken? Möglich. Das weiß ich nicht. Von anderen Städten wird wiederum behauptet, das seien alles Rechte. Behauptet wird immer viel.
    Viele andere wollen mit Begriffen wie rechts und links, nach wie vor nichts zu tun haben.
    Viele Linken wurden sogar wegen ihrer aufdringlichkeit, an die Spitze des Orga Teams zu wollen, höflich zum ausscheiden von der Demo gebeten.
    Deine Behauptung würde ja vorraussetzen, das die ständigen Antideutschen Gegendemos dann Rechte wären und keine Linken. Denn diese Antideutschen wittern in den Mahnwachen nach wie vor: Nazis. Man lese beispielsweise: Friedensdemo-watch, Pegada-watch, Alu Hut für Ken und massig anderen Unsinn, auf Facebook.

    Es ist nun mal so, dass Linke immer irgendwo Rechte wittern und Rechte wittern überall Linke. Je nach politischer ausrichtung, wird überall der Feind vermutet. Ist er nicht dort, wird er wenigstens herbei zitiert oder herbeigeschrieben, das ist schon ewig so. Da nehmen sich beide Lager nichts.
    Das vermeintliche Kommunisten und Linke von den Mahnwachen verschwinden sollen, konnte man aber seinerzeit auch gut bei Elsässer im Blog und auf Facebook lesen. Von Konservativer Seite also auch nichts anderes als von Linker Seite. Bitte also nicht immer: Die anderen warens.

    Die Frage ist: Was sollte man tun? Findet sich die Mehrheit irgendwie zusammen? und Wie soll das gehen?
    Auch bei diesen Fragen haben dann wohl beide Lager, die passenden Antworten parat. Ich hab sie allerdings nicht.

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    • Nun, ich glaube, meine Antwort auf diese Fragen steht schon im Artikel: sämtliche Ideologien einfach draußen lassen.
      Das Problem, das ich sehe, ist die Politisierung der Bewegungen – egal in welche Richtung. Irgendeine Ideologie setzt sich immer durch und lässt Andersdenkende auf der Strecke.
      Deswegen verlier auch ich inzwischen das Interesse an Friedensbewegungen, weil es offensichtlich nicht möglich ist, unpolitisch (im Sinne von links vs rechts) so etwas auf die Beine zu stellen.
      Vielleicht ist es gerade das Feld der neu entstehenden Graswurzelbewegungen, in das massiv von allen politischen Seiten (inkl. so extreme wie Antideutsche oder NPD) und auch vom System eingegriffen wird. Vermutlich um Einfluss zu gewinnen oder aber auch die Bewegung zu zerstören, weil hier viele bisher völlig unpolitische Menschen auf die Straße gehen.
      Leider ist es doch so, dass politisch vorbelastete Teilnehmer meinen, ihre Ideologie sei die einzig Seligmachende und alles Abweichende müsse bekämpft werden. Das betrifft Linke wie Rechte.
      Ging ein Mährholz nicht mal auf die Straße, um genau diesem Dilemma ein Ende zu setzen? Warum waren denn so viele am Anfang dabei? Weil es eben nicht um links gegen rechts (oder umgekehrt) ging, sondern um die Menschen gegen das System. Deswegen fanden sich dort auch aus allen Gesellschaftsschichten Interessenten ein, die nur Eines wollten: dem bestehenden kriegslüsternem System den Kampf ansagen. Nicht dem eventuell links, mitte oder rechts denkendem Menschen, der neben ihm stand. In den ersten Wochen war zu fühlen, wie es ist, wenn man gemeinsam für EIN Ziel zusammensteht.
      Das änderte sich erst, als gewisse Gesinnungswächter auf die Bühne kamen.
      Vielleicht ist es eine Illusion, zu hoffen, dass so etwas möglich ist. Ich bin mir sicher, dieser Illusion erlagen in den Anfangswochen die Tausende, die zu den Mahnwachen kamen. Dann zerbrach der Traum und Ernüchterung trat ein.
      Geht es ohne politische Ausrichtung? Ich weiß es nicht, aber ich würde es mir wünschen. Denn mir sind jegliche Ideologien zuwider, weil sie immer jemanden oder etwas ausgrenzen wollen. Ich bin vielleicht ein wenig links, vielleicht ein wenig rechts, meistens in der Mitte – da fühl ich mich wohl. Und weil ich Extremismus jeglicher Art nicht ausstehen kann, lass ich mich vor niemandes Karren spannen.

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  3. Peter 013 sagt:

    @Lieselotte
    Das Thema ist aber viel zu komplex, denn Denkweisen sind bei der Mehrzahl der Menschen eben vorhanden. Es würde sich doch beispielsweise keiner, oder wenige gern neben jemanden stellen, wo man weiß das der zb Hitler lobhuldigt, oder Ausländer als Grund für -was weiß ich- angibt, oder diese vom Grunde her hasst.
    Dann gibt es widerum Leute, die nicht neben jemanden stehen möchten, wo man weiß, das derjenige links ist, usw. Hier spaltet man also persönlich und automatisch, ohne, das irgendeine Richtung oder irgend jemand das vorgibt. Dann kommen die Tatsächlichen Unterlaufungsversuche von Links und Rechts dazu.

    Mit den Tausenden zu Anfang, muss man auch bedenken, das war neu und das war nur in Berlin. Die Leute kamen von überall her, denn es gab nur in Berlin die eine Mahnwache. Das waren ja nicht alles Berliner. Dann machten viele der dort angereiseten, ihre eigene Mahnwache in ihren Städten und das sind sehr viele Städte. Es gab also keinen Grund mehr, erst nach Berlin zu fahren..was auch Geld kostet. Also weniger Teilnehmer. Dazu kommt, das dann widerum die nicht aktiven Leute zuhause bleiben, wenn sie merken, da passiert innerhalb von 1 bis 2 Demos gesellschaftlich nichts, oder die Teilnehmerzahl nimmt ab, weil eben die angereisten nicht mehr kommen brauchen, da in ihrer Stadt jetzt Mahnwachen sind.
    Dann wurde überall gegen die Demos gehetzt (auch in den Medien, während die Medien später Pegida sogar öffentlich hofierten und die Leute geradezu dorthin getrieben wurden), das sind: Nazis oder Verwirrte. Auch das schreckt ab, weil viele das glauben. Auch bei Elsässer in den Kommentaren hatte ich gelesen, die Mahnwachen Leute das sind ja Verwirrte und Verschwörungstheoretiker. Dann haben sich einige wenige Linke angagiert und schon wurde von anderer Seite gehetzt, das sind alles Linke, Schon blieben weitere zuhause. usw.

    Ich möchte eigentlich nur noch etwas hinzufügen, was ich oben vergessen hatte: Ich denke, das Linke politisch eher aktiver sind, als Rechte, und das diese deshalb überall mitmachen wollen und möglichst übernehmen wollen. Eventuell meinen sie es einfach zu gut. Ihr Problem ist, zu denken, nur sie allein wissen was gut und richtig für alle ist. Sie trauen ihren Mitmenschen auch freies denken weniger zu und meinen sich um diese „kümmern“ zu müssen. Dann ihre Angst, das ja jeder ein möglicher Nazis sei, aber das ist bei den Rechten, der versteckte Kommunist. Rechte bleiben da eher doch unter ihresgleichen, wenn auch diese versuchen Demos zu übernehmen.
    Auch denen kann man nicht erklären, ihre Ideologie zuhause zu lassen.
    Dann kommt der Staat selber dazu, bzw ihre V Männer.
    Irgendeine Einstellung zu gesellschaftlichen Dingen hat dann wohl jeder, was man wiederum in rechts oder links einteilen kann. Ideologien sind dann halt das Problem. Man traut am Ende keinem mehr und meint, der Gegenüber ist ein verdeckter Linker, oder ein Rechter.

    Gut, Du hast es ja genau beschrieben, dem brauch ich nichts hinzuzufügen, außer das ich trotzdem beharrlich weiter auf Friedensdemos gehen werde, weil mir zb der Frieden wichtig ist und nicht ein Streit, weil einige Demos mehr nach -augenscheinlich- links, oder nach rechts ausschlagen. Wenn man vor Ort ist, kann man persönlich mit den Leuten sprechen und da klärt sich vieles eher auf, was von außen auf den ersten Blick ganz anderes erschien.

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